Handball

Borussia Dortmund geht unter: Reihenweise Spielerinnen enttäuschen – Grijseels verletzt

Borussia Dortmund verliert das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga gegen die SG BBM Bietigheim deutlich mit 22:33. Vor allem im zweiten Durchgang war der BVB in Stuttgart chancenlos.
Mia Zschocke erwischte einen schwachen Tag und erzielte nur einen Treffer. © Marco Wolf

André Fuhr ist ein Mann klarer Worte. Nach der deutlichen 22:33 (12:14)-Niederlage im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga gegen die SG BBM Bietigheim wusste er sofort, warum das Spiel für den BVB verloren ging: „Weil Bietigheim einfach besser war. Erfahrener, auf den Punkt bereit.“

30 Minuten lang war es das Spitzenspiel, auf das Handball-Enthusiasten Deutschlands sich freuten. Ausgeglichen, intensiv, umkämpft und spannend. 12:14 stand es zur Pause.

BVB: Linksaußen fällt aus

Bietigheim spielte phasenweise dominanter, der BVB kam aber stets zurück und ließ die Partie eng. Und das, obwohl die Linksaußen Jennifer Gutiérrez Bermejo mit einem positiven Coronatest ausfiel.

Zuletzt mussten drei Spiele in der Handball-Bundesliga wegen positiver Corona-Testungen ausfallen. Darunter auch das Spiel des BVB vom vergangenen Mittwoch bei der HSG Blomberg/Lippe, weil sich dort eine Spielerin mit der Omikron-Variante des Coronavirus infizierte.

Das Spiel in Stuttgart fand statt– trotz des positiven Tests von Gutiérrez Bermejo. Ihr Ersatz: die junge Schwedin Jacqueline Moreno. Sie war aber kein Faktor im BVB-Spiel. Defensiv schwach, offensiv inkonstant, fehlte der Borussia eine Anspielstation auf der linken Außenbahn.

Ebenfalls nicht in Form: die niederländische Routinierin Laura van der Heijden. In der 25. Minute gab es dafür die erste Ansage von André Fuhr in einer Auszeit. „Das war gar nichts bislang, das war keine Leistung bislang. Wir brauchen dich unbedingt“, sagte André Fuhr zur Niederländerin van der Heijden. Sie fand überhaupt nicht in die Partie, hatte defensiv wenig Zugriff gefunden und offensiv Probleme. Ähnlich sah es auf der halblinken Position bei Mia Zschocke aus. Auch sie fand nicht zu ihrem Spiel.

Anders hingegen Alina Grijseels. Die BVB-Kapitänin präsentierte sich in starker Form, war ein Lichtblick im BVB-Spiel in Durchgang eins. Stoppen konnte das Bietigheim erst in Durchgang zwei. Der Schlüssel zum Erfolg, wenn es nach Bietigheim-Trainer Markus Gaugisch geht: „Wir haben einfach Alina Grijseels in den Griff gekriegt. Die hat am Anfang fantastisch gespielt und war die tragende Figur. Das kann sie 60 Minuten eben nicht durchhalten.“

Borussia Dortmund geht unter

Statt weiterer Grijseels-Tore zog Bietigheim zu Beginn des zweiten Abschnitts davon: 19:12 stand es nach 37 Minuten, der BVB traf selber fast acht Minuten kein einziges Mal. Die Gastgeber entwischten und zeigten dann auch, was noch alles möglich ist. Dortmund ging unter, erzielte lediglich zehn Treffer, während Bietigheim im zweiten Durchgang 19 Tore warf.

Statt dem 40. Bundesliga-Sieg in Folge für die Dortmunderinnen, ist diese Serie gestoppt worden. „Ja, klar ist es eine ungewohnte Situation für uns. Wir haben lange nicht verloren in der Liga und das müssen wir verarbeiten. Ich glaube, das wird sich auswirken auf die Mannschaft. Eventuell, weil es halt nicht mehr gewohnt ist“, sagte BVB-Coach Fuhr.

Doch gleichzeitig gab er sich auch wieder humorvoll. Zurücktreten wolle er trotz der Niederlage nicht sofort. Der Fokus liegt jetzt auf dem kommenden Meisterschaftsspiel am Mittwoch in Dortmund gegen Buchholz-Rosengarten.

BVB: Alina Grijseels verletzt sich

„Ab morgen treffen wir uns. Dann machen wir eine Analyse, wie wir sie von jedem Guten und jedem nicht so guten Spiel machen. Und am Dienstag bereiten uns auf Rosengarten vor. Und ich gehe davon aus, dass jeder auch zeigen will, dass wir es besser können“, erklärt Fuhr.

Bitter für den BVB: Kapitänin Alina Grijseels hatte sich in der Schlussphase der Partie eine Gesichtsverletzung zugezogen (53.), als sie mit Bietigheims Luisa Schulze zusammenprallte. Den Rest der Partie verfolgte sie mit schmerzverzerrtem Gesicht von draußen.

Alina Grijseels erlitt in der Schlussphase eine Gesichtsverletzung. © Marco Wolf

„Die Nase tut weh, es hat auch geknackt in der Situation. Die Ärztin hat gesagt, es kann etwas dran sein, das muss ich abchecken lassen. Es ist aber erstmal okay“, sagte Grijseels nach der Partie.

In der Vorbereitung für das Spiel wird Fuhr dann erneut versuchen, die passenden Worte zu finden.

  • Bietigheim: van der Linden, Moreschi – Lauenroth (1), I. Smits (4), Schulze (1), Kudlacz-Gloc (2), Naidzinavicius (3/3), Ehlert, Dulfer (2), X. Smits (4), Snelder (3), Ostergaard (3), Maidhof (5/3), Jorgensen, Behrend (1), Mala (4)

  • BVB: Kohorst, ten Holte – Berger (2), Grijseels (6/1), Sando, Zschocke (1), van Zijl, Moreno (3), Kücükyildiz (1), Abdulla, Freriks (3), van der Heijden (2), Ronning (3/1), Uscinowicz (1)

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