Borussia Dortmund landet knappen Arbeitssieg in Nellingen

BVB-Handball-Frauen

Lange Zeit tun sich die BVB-Handballerinnen in Nellingen schwer, am Ende gewinnt die Borussia aber knapp mit 25:23. Die Spielerinnen wissen die Leistung gut einzuschätzen.

Dortmund

, 17.03.2019, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anne Müller erzielte sechs Treffer.

Anne Müller erzielte sechs Treffer. © Wolfgang Stummbillig

Anne Müller versuchte am Sonntag gar nicht erst, den 25:23 (13:11)-Sieg des BVB beim TV Nellingen am Abend zuvor glanzvoller erscheinen zu lassen, als er am Ende tatsächlich war. „Natürlich ist es unser Anspruch, dort zu gewinnen“, sagte die 35-Jährige, die mit sechs Treffern gemeinsam mit Johanna Stockschläder beste Werferin der Schwarzgelben war. „Und wir sind auch zufrieden, dass wir die zwei Punkte geholt haben, zumal ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass wir das Spiel hätten verlieren können. Aber uns ist natürlich bewusst, dass es nicht mehr als ein Arbeitssieg war.“

Bei Borussia Dortmund, mit nun 22:14 Punkten weiter Vierter in der Handball-Bundesliga, geht es derzeit eben nicht darum, Schönheitspreise zu gewinnen. Das gibt der Kader mit all seinen Verletzten gar nicht her. Für den Verein ist vielmehr die oberste Prämisse, auch in der kommenden Saison international vertreten zu sein.

Der Sieg bei den Schwaben Hornets, die im Sommer vor einem Rückzug aus der Bundesliga stehen und einen Neustart in der 3. Liga wagen wollen, sei da fest eingeplant gewesen, wie auch Müller bestätigte. „Denn ich gehe fest davon aus, dass es bis zum letzten Spieltag spannend bleibt.“

BVB-Trainer Smits sieht „Spiel auf Augenhöhe“

Es sei ein „schwieriges Spiel auf Augenhöhe“ gewesen, sagte BVB-Trainer Gino Smits. „Nellingen hat es uns im aufgebauten Angriff sehr schwer gemacht. Aber wir haben sie unter 25 Toren gehalten und bis zur letzten Sekunde gekämpft.“ Der Niederländer konnte auf die wiedergenesene Spielmacherin Caroline Müller zurückgreifen, die mehr Kreativität durch die Mitte versprach. Zudem setzte er auf dieser Position wie schon in der Vorwoche auf Toptalent Hannah Kriese, die es ihrem Trainer erneut mit einer guten Leistung und am Ende vier Toren dankte.

„Unsere jungen Spielerinnen machen das zur Zeit sehr gut“, sagte BVB-Linksaußen Stockschläder, selbst erst 24 Jahre alt, über die Leistungen der Dortmunder Talente. „Es ist schön, dass sie uns helfen und uns weiterbringen.“ Kreisläuferin Anne Müller erklärte: „Hannah hat sehr gut Regie geführt, sie hat auf jeden Fall die Qualität für die Bundesliga.“

Dennoch taten sich die Gäste aus Dortmund vor 320 Zuschauern vor allem in den den ersten 30 Minuten lange Zeit schwer. Das höchste der Gefühle aus Sicht der Schwarzgelben war eine Zwei-Tore-Führung, für die erstmals Johanna Stockschläder in der 20. Minute (8:6) verantwortlich zeigte. Und wann immer es den Anschein machte, der BVB könnte davonziehen, kämpfte sich Nellingen zurück in die Partie. „Das ist einfach eine unangenehme Mannschaft, die sich nicht so schnell abschütteln lässt“, sagte Müller, die mit ihrem dritten Tor den 13:11-Halbzeitstand besorgte.

Borussia Dortmund muss sich steigern

Auch nach dem Wechsel blieb der Tabellenvorletzte lange Zeit an der Borussia dran, und acht Minuten vor dem Ende erzielte Szimonetta Gera sogar den 20:20-Ausgleich. Es war die wohl entscheidende Phase in dieser über weite Strecken ausgeglichenen Partie.

Denn während BVB-Torhüterin Rinka Duijndam mehr und mehr an Sicherheit gewann, stellten vorne Kriese, Harma van Kreij und Svenja Huber das Ergebnis innerhalb von drei Minuten auf 23:20 (55.). Nach Tanga Padutschs Anschluss zum 21:23 sorgte erneut Spielmacherin Kriese 65 Sekunden vor dem Ende für den vorentscheidenden Drei-Tore-Vorsprung.

„Wir haben am Ende einfach zusammen gekämpft und die Punkte mitgenommen. Nichtsdestotrotz wäre es natürlich schöner, wenn wir es nicht so spannend machen würden“, sagte Stockschläder, die wie Anne Müller eine ganz gute Einschätzung für das Spiel des BVB fand: „Wir müssen zusehen, dass wir uns weiter steigern.“ Damit am Ende der Saison wie im Vorjahr Platz vier zu Buche steht.

BVB: Duijndam, Woltering, Ten Holte - Wesiheitel, C. Müller, A. Müller (6), Kockel (1), Einarsdottir (2), Stockschläder (6), van Krej (4), Huber (1), Fujita (1), Wulf, Kriese (4)
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