Borussia Dortmund landet Transfer-Coup - EM-Star Kelly Dulfer wechselt zum BVB

BVB-Handball-Frauen

Das ist ein echter Transfer-Coup des BVB: Die Dortmunder verpflichten die niederländische Top-Spielerin Kelly Dulfer und untermauern damit ihrer ambitionierten Ziele für die Zukunft.

Dortmund

, 16.02.2019, 13:20 Uhr / Lesedauer: 3 min
Borussia Dortmund landet Transfer-Coup - EM-Star Kelly Dulfer wechselt zum BVB

Kelly Dulfer (v.) geht künftig für Borussia Dortmund auf Torejagd. © picture alliance/dpa

Borussia Dortmund geht den nächsten Schritt in seiner Entwicklung. Wie der Handball-Bundesligist am Samstag vor seinem Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen bestätigte, wechselt die Niederländerin Kelly Dulfer vom dänischen Meister Kopenhagen HB ins Ruhrgebiet. Die 24 Jahre alte Rückraumspielerin unterschrieb bei den Schwarzgelben einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2021.

„Mit Kelly Dulfer bekommen wir eine absolute Top-Spielerin. Diese Verpflichtung ist für uns keine Selbstverständlichkeit“, sagte Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand des BVB. „Kelly ist unsere Wunschspielerin. Sie war vom ersten Moment an von unserem sportlichen Konzept überzeugt.“

Die Verpflichtung Dulfers, die zuletzt bei der Europameisterschaft in Frankreich zur „besten Abwehrspielerin des Turniers“ gewählt worden ist, darf durchaus als Signal an die Konkurrenz gewertet werden. In Dortmund haben sie zuletzt keinen Hehl daraus gemacht, sich künftig unter den Topteams der Liga etablieren und auf Sicht auch mal Deutscher Meister werden zu wollen.

Dulfer glaubt an erfolgreiche Zukunft des BVB

Dulfer, 1,86 Meter groß und bevorzugt im Rückraum Links beheimatet, machte von einer Klausel Gebrauch, die ihr einen vorzeitigen Ausstieg aus ihrem Drei-Jahres-Vertrag in Kopenhagen in diesem Sommer erlaubt. Ihr Wechsel, betonte die Niederländerin bei ihrem Abschied in einer Mitteilung des dänischen Klubs, habe nichts mit Kopenhagen HB zu tun. „Im Gegenteil, ich hatte zwei gute Jahre hier, aber ich vermisse meine Familie und ich muss wieder näher an ihr sein.“

Die Nähe zur Familie war der eine Grund, warum die Schwarzgelben die Chance auf eine Verpflichtung hatten. Die andere, so Dulfer, sei das ambitionierte Zukunftsprojekt, das sie gerade beim BVB gestalten. „Als mir Borussia Dortmund von seinen Ambitionen für die kommenden Jahre erzählte, hat es mich angesprochen. Sie wollen in den kommenden Jahren ein Team aufbauen, das um Titel mitspielen kann. Diese Ambitionen sprechen mich an und deshalb ist die Kombination für mich genau richtig“, wird die 24-Jährige in einer Mitteilung des BVB zitiert.

Sie wollen in den kommenden Jahren ein Team aufbauen, das um Titel mitspielen kann.

Nach Informationen dieser Redaktion hat auch der Verbleib von Nationalspielerin Alina Grijseels beim BVB eine gewichtige Rolle bei der Verpflichtung der Niederländerin gespielt. Die 22-Jährige hatte ihren Vertrag bei den Schwarzgelben Anfang Februar für zwei Jahre verlängert. Sie hoffe, erklärte Dulfer laut Mitteilung weiter, „dass wir in Dortmund ein starkes Team aufbauen können“.

Niederländerin will am „Projekt BVB“ mitarbeiten

„Kelly Dulfer ist sehr ehrgeizig“, sagte BVB-Trainer Gino Smits, der den Neuzugang bereits aus seiner Zeit in den Niederlanden kennt. Das „Projekt BVB“ sei ein Entwicklungs-Projekt, „und sie will ein Teil davon sein und es mit zum Erfolg führen und nicht einfach in eine erfolgreiche Mannschaft reinkommen.“ Dies sei die Art, wie sie denke, sagte Smits.

Der Trainer freut sich auf eine Spielerin, „die in der Abwehr zu den besten der Welt“ gehöre. Aber auch im Angriff hat die 24-Jährige zuletzt eine positive Entwicklung genommen und ist dort variabel einsetzbar. „Kelly Dulfer hat zuletzt in Kopenhagen hart daran gearbeitet, auch offensiv im Rückraum Impulse zu setzen“, sagte Smits. Dulfer bevorzugt offensiv die Position im linken Rückraum, kann dank ihres hohen Spielverständnisses aber auch in der Mitte spielen. Beim EM-Bronzegewinn der Niederlande in Frankreich setzte Trainerin Helle Thomsen sie zudem als Kreisläuferin ein.

Dulfer hofft auf EHF-Pokal-Teilnahme

Neben der spielerischen Qualität gewinnt der Kader Schwarzgelben mit der Verpflichtung Dulfers trotz ihrer erst 24 Jahre internationale Erfahrung dazu. Fast 100 Länderspiele hat der Neuzugang für die Niederlande absolviert, dazu auf Vereinsebene bereits in der Champions League gespielt. Das werde dem BVB helfen, sagte auch Smits.

„Kelly Dulfer, aber auch Aleksandra Zych haben beide bereits Erfahrungen in der Champions League gesammelt. Jetzt ist es an ihnen, diese einzubringen.“ Zych kommt vom französischen Topklub Metz zum BVB und steht neben Merel Freriks und Bogna Sobiech ebenfalls als Neuzugang fest.

Ich möchte in der nächsten Saison in der Gruppenphase des EHF-Pokals spielen.

Dulfer, die bereits von 2015 bis 2017 in der Bundesliga beim VfL Oldenburg gespielt hat, wird den Schwarzgelben nun für den Rest der Saison die Daumen drücken. „Ich hoffe, dass Dortmund sich für den EHF-Pokal qualifizieren wird, ich möchte in der nächsten Saison in der Gruppenphase des EHF-Pokals spielen“, so die Niederländerin. „In der Champions League erlebe ich jetzt, dass das Spielen in Europa für die Entwicklung einer jeden Spielerin sehr wichtig ist.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung BVB-Handball-Frauen
Ex-Borussin Alicia Stolle kehrt mit dem THC nach Dortmund zurück: „Man soll niemals nie sagen“