BVB-Frauen behalten beim Schlusslicht die Nerven

Handball: Bundesliga

Eine Nacht danach war Ildiko Barna immer noch „mächtig stolz“ auf ihre Truppe. Eine Nacht danach war die BVB-Trainerin immer noch „richtig sauer“ auf den Gegner Rosengarte-Buchholz und die Schiedsrichter. Der Gastgeber sei mit seinem körperlichen Einsatz schon mindestens an die Grenzen gegangen, und ein wenig mehr Schutz von den Unparteiischen hätte sie sich schon gewünscht.

DORTMUND

, 25.01.2016, 07:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Treffsicher: Sarolta Selmici steuerte vier Tore zum 23:14-Erfolg der BVB-Frauen bei.

Treffsicher: Sarolta Selmici steuerte vier Tore zum 23:14-Erfolg der BVB-Frauen bei.

Sportlich aber hat es gepasst, und Ildiko Barna zog deshalb auch dem souveränen 23:14 (9:5)-Erfolg am Samstag ein rund um positives Fazit. „Wir haben gewonnen, haben zwei weitere Punkte gesammelt, und es war schön zu sehen, wie sehr wir das Spiel beherrscht haben“. Dazu gehörte auch ein gutes Stück Selbstbeherrschung, denn Rosengarten-Buchholz war offenbar wild entschlossen, spielerische Klasse durch eine dicke Portion Härte zu ersetzen.

"Regeln und Gesetze"

„Mit Handball hatte das bisweilen wenig zu tun“, sagte Ildiko Barna, „und es gibt ja immer noch Regeln und Gesetze“. Und so war sie sehr erleichtert, dass Stella Kramer nach einem bösen Foul nicht die Schulter herausgesprungen ist. „Sie hat zum Glück sehr bewegliche Gelenke, sie ist ein Mädchen, das solche Attacken wegsteckt.“

Willig und leidenschaftlich nannte sie den Auftritt des Tabellenletzten, das war dann schon wieder recht milde ausgedrückt. Aber vor allem war sie stolz darauf, dass sich ihre Mannschaft so entschlossen und auch so leidenschaftlich dagegenstemmte. „Wenn unsere Abwehr steht, und sie stand, dann müssen wir solche Gegner auch nicht fürchten“, sagte sie.

Abwehr hält dicht

Und die Abwehr stand gut, sehr gut sogar, vor allem auch, weil Clara Woltering im BVB-Tor eine ganze Reihe bravouröser Paraden dazusteuerte. Auswärts nur 14 Tore kassiert, das stellt der Defensive ein prima Zeugnis aus. So war der Sieg wirklich keine Sekunde in Gefahr, die Serie der guten Resultate in den vergangenen vier Woche hat ihre markanten Spuren hinterlassen, die Mannschaft ist gereift, hat auch enorm an Selbstbewusstsein dazugewonnen.

Und Ildiko Barna genießt den Luxus, einen breiten, starken Kader zu haben. Als Rafika Ettaqi mehrfach hart angegriffen wurde, vielleicht auch ein wenig Angst um ihre lange lädierte Schulter hatte, auch kein Wurfglück hatte, da vertraute sie Sarolta Semeci, die Ungarin dankte es mit vier Treffern. Und Carolin Schmele blieb zwar ohne eigenen Torerfolg, „sie hat aber enorm viel für Nadja Nadgornaja gearbeitet“, so konnte die Shooterin gleich sieben Treffer zum Sieg beisteuern.

"Die Großen ärgern"

So dürfe es weitergehen, meint Ildiko Barna, „es ist schön zu sehen, wie die Truppe auch in schwierigen Situationen die Nerven behält und mit welchem Zusammenhalt sie auftritt“. So hat sich der BVB in der erweiterten Spitzengruppe der Bundesliga häuslich eingerichtet, „jetzt möchten wir gern die Großen der Liga ärgern“. Zuzutrauen ist es ihnen. 

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