BVB-Handball-Frauen

BVB-Frauen verlieren eine Spielerin an die Konkurrenz: „Das tut natürlich weh“

Mitten in der heißen Vorbereitungsphase auf die Europameisterschaft in Dänemark gibt es schlechte Nachrichten für die BVB-Frauen. Eine Stammspielerin verlässt den Verein in Richtung Konkurrenz.
Die BVB-Handball-Frauen bangen um das Weiterkommen in der Champions League. © Ludewig

Der BVB macht kein Geheimnis daraus, wie bitter dieser Wechsel für den Verein ist. „Wir sind wirklich sehr, sehr traurig darüber, das tut natürlich weh“, erklärt Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand, über den Wechsel von Rechtsaußen-Spielerin Kelly Vollebregt.

Die treffsichere Linkshänderin, deren Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, verlässt die Borussia am Ende der laufenden Saison und wechselt zu Champions-League-Konkurrent Odense nach Dänemark. Dabei hatte der BVB alles versucht, um Vollebregt in Dortmund zu halten.

„Wir haben versucht, sie vom Bleiben zu überzeugen und haben unsere Wertschätzung ihr gegenüber auch nochmal in Gesprächen mit ihr und ihrer Beraterin gezeigt“, erzählt Bartels. „Wir hatten richtig gute Argumente“, sagt auch Trainer André Fuhr, Vollebregt selbst habe in den Gesprächen auch bestätigt, dass in Dortmund für sie eigentlich alles perfekt sei.

André Fuhr: „Wir sind nun mal nicht Dänemark“

Aber was hat die Niederländerin dann zu dem Wechsel bewegt? „Schon als wir sie vor eineinhalb Jahren von Metzingen verpflichtet haben, war sie sich bei ihrer Unterschrift erst nicht ganz sicher“, verrät Bartels. Vollebregts großer Traum sei es immer gewesen, in Dänemark zu spielen, das habe die 25-Jährige auch offen kommuniziert. Damals lag aber offensichtlich nicht das passende Angebot vor, Vollebregt entschied sich also für den BVB.

Kelly Vollebregt spielt aktuell ihre zweite Saison für den BVB. © Ludewig © Ludewig

Nach zwei Jahren in schwarzgelb verlässt die Linksaußen Dortmund trotz aller guten Argumente seitens des BVB nun wieder. „Am Ende sind wir nun mal nicht Dänemark“, so André Fuhr. Odense, aktuell hinter Esbjerg auf Platz zwei in der dänischen Liga und auf Rang vier in der Königsklassen-Gruppe des BVB, hatte die Dortmunder im direkten Vergleich im September 32:27 geschlagen. „Das ist eine europäische Spitzenmannschaft, sie sind vielleicht noch einen halben Schritt weiter als wir, auch wenn das sicherlich nur Nuancen sind“, so Fuhr. Am Ende sei Vollebregts Entscheidung aber keine gegen den BVB, sondern für den Schritt nach Dänemark gewesen.

Vollebregt wird dem BVB nicht nur auf dem Feld fehlen

Trotzdem ist der Abgang der Niederländerin ein schmerzlicher Verlust für die Borussia. Die 25-Jährige hat sich mit ihren 1,67 Meter auf Linksaußen zur absoluten Stammspielerin entwickelt, ist von außen und im Tempogegenstoß immer eine Torgarantin, erzielte in dieser Saison bisher 19 Tore in der Champions League und 18 in der Bundesliga. „Sie passt von ihrer Spielart her genau in unser System“, sagt Fuhr.

Aber auch neben dem Feld ist Vollebregt, die zum erweiterten Kreis der niederländischen Nationalmannschaft gehört, enorm wichtig für Schwarzgelb. Die 25-Jährige trägt einen großen Teil zur Stimmung im Team bei, ist immer die erste, die bei einem Tor ihrer Mitspielerinnen laut jubelnd die Arme hochreißt – egal ob auf dem Feld oder auf der Bank. „Das ist ein großer sportlicher und menschlicher Verlust für uns“, gibt Andreas Bartels zu.

Die Borussen müssen sich nun bis zum Sommer nach einer neuen Partnerin für Tina Abdulla auf der Linksaußen-Position umsehen. Bis dahin wird Vollebregt für den BVB aber weiterhin auf Tore- und Titeljagd gehen.

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