BVB-Handballerinnen versuchen sich trotz Corona-Krise fit zu halten

BVB-Handball-Frauen

Der Ligabetrieb wurde ausgesetzt, die Halle Wellinghofen ist gesperrt, Fitnessstudios müssen schließen. André Fuhr und die BVB-Handball-Frauen sind auf der Suche nach Trainingsmöglichkeiten.

Dortmund

, 18.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
André Fuhr und seinem Co-Trainer Andreas Kuno bleiben mit den BVB-Handballerinnen nicht mehr viele Möglichkeiten zum Trainieren.

André Fuhr und seinem Co-Trainer Andreas Kuno bleiben mit den BVB-Handballerinnen nicht mehr viele Möglichkeiten zum Trainieren. © Ludewig

Die Handballerinnen des BVB müssen wie alle anderen Sportler und Sportlerinnen einen Gang zurückschalten, nachdem die Handball Bundesliga Frauen (HBF) den Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga bis zum 19. April 2020 ausgesetzt hat. Grund hierfür ist die Ausbreitung des Corona-Virus.

Doch seit Montagmorgen haben die Spielerinnen mit der Schließung der Schulen und Sporthallen durch die Stadt Dortmund auch keine Trainingsstätte mehr. Eine Hallen-Sportart sucht ihr Heil quasi in der freien Natur. Eine kuriose Situation.

Wo jetzt genau trainiert werden soll, das weiß BVB-Coach Andrè Fuhr auch noch nicht. Und wenn, würde er es auch nicht unbedingt öffentlich machen. Verständlich. Publikum braucht es in diesen Tagen schlichtweg nicht. „Wir werden verschiedene Orte rund um Dortmund aufsuchen, ein Handball technisches Training ist natürlich nicht möglich, wir müssen uns einfach fit halten. Aber das ist nicht ganz so tragisch, das kennen wir ja schon aus der Vorbereitung.

BVB-Trainer Fuhr zum Coronavirus: „Gesundheit hat oberste Priorität“

„Und das Wetter ist ja auch gut“, so Fuhr. Natürlich wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert – wie in den Tagen zuvor auch schon, als der aktuelle Spitzenreiter der Frauen-Bundesliga noch in die Halle Wellinghofen durfte. Am Donnerstag verkündete der DHB dann die Spielpause bis einschließlich 19. April. Auch international läuft nichts mehr. Die Lehrgänge der jeweiligen Verbände und die EM-Qualifikationsspiele wurden gestrichen bzw. verlegt. „Die Handball-Welt steht still, dass ist auch für uns eine völlig ungewöhnliche Situation. Niemand weiß, wie es weitergeht. Aber die Problematik ist ja für alle Vereine gleich“, so Fuhr.

Der BVB-Trainer denkt von Tag zu Tag denkt und will sich im Augenblick noch keine Gedanken über den weiteren Verlauf der Saison machen. „Natürlich kann es sein, dass wir in dieser Saison gar nicht mehr spielen. Aber glücklicherweise muss man sich ja nicht sofort entscheiden“, so Fuhr, der unterstreicht, dass die Gesundheit für die Spielerinnen und für die Gesellschaft oberste Priorität hat.“ Nach dem bisherigen Stand würde der BVB am 26. April gegen Bayer Leverkusen sein nächstes Spiel bestreiten.

BVB-Handball-Frauen haben Empfehlungen vom Verein bekommen

„Natürlich ist es sinnig, die Hallen zu schließen. Aber für uns ist das dennoch nicht so leicht. Wir sind unter Profi-Bedingungen unterwegs, sind aber auf eine öffentliche Halle angewiesen“, unterstreicht Andreas Bartels, der 2. Abteilungsleiter der BVB-Handballerinnen, die ganz besondere Situation. Da in Dortmund auch Fitnessstudios schließen, habe der BVB nur „ganz, ganz eingeschränkte Möglichkeiten, um den Trainingsbetrieb einigermaßen aufrecht zu erhalten.

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Um dazu möglichst alles dafür zu tun, dass sich keine der BVB-Spielerinnen mit dem Corona-Virus infiziert, hat der BVB einige Empfehlungen ausgesprochen. „Wir als Verein haben ja eine Fürsorgepflicht für unsere Spielerinnen. Wir trainieren nur in Kleinstgruppen. Im privaten Bereich haben wir den Spielerinnen gesagt, dass sie keine Flugreisen machen sollen, dass sie Gruppen mit mehr als zehn Personen meiden sollen und beim leisesten Anzeichen einer Infektion den Arzt ihres Vertrauens aufsuchen sollen“, so Bartels.

Die Mädels sollen in den kommenden Tagen zudem möglichst auf soziale Kontakte abseits der eigenen Familie verzichten. Andreas Bartels spricht es nicht aus, aber klar ist: Bei den Dortmunder Handballerinnen setzt man ab sofort auf noch mehr auf Eigenverantwortung und Selbstständigkeit.

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