Caroline Müller-Korn hat ihren Vertrag beim BVB vorzeitig aufgelöst: „Ich bin nicht enttäuscht“

BVB-Handball-Frauen

BVB-Handballerin Caroline Müller-Korn wechselt am Ende der Saison zum Buxtehuder SV – und löst ihren Vertrag beim BVB vorzeitig auf. Grund sind vor allem ihre Spielanteile.

Dortmund

, 14.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Caroline Müller-Korn hat ihren Vertrag beim BVB vorzeitig aufgelöst: „Ich bin nicht enttäuscht“

Caroline Müller Korn (3. v. r.) jubelt häufiger von der Bank aus als auf dem Feld. Am Ende der Saison wird sie den BVB verlassen. © Ludewig

Keine Frage: Wenn es bei einem Dortmunder Verein aktuell richtig gut läuft, dann bei den BVB-Handball-Frauen. Woche für Woche fahren die Mädels von André Fuhr Siege ein, Woche für Woche stehen sie an der Spitze der Bundesliga, Woche für Woche gibt es neue Jubelbilder.

Die schwarzgelbe Truppe um die niederländischen Weltmeisterinnen hat einfach einen Lauf. Aber nicht alle Spielerinnen in Schwarzgelb sind auch zufrieden. Vor kurzem gab der BVB bekannt, dass neben Nachwuchstalent Leonie Kockel auch Ex-Nationalspielerin Caroline Müller-Korn den Verein verlassen wird. Die 26-Jährige, die ihren Vertrag beim BVB vor zwei Jahren noch vorzeitig bis 2021 verlängert hatte, wird in der kommenden Saison im Trikot von Ligakonkurrent Buxtehuder SV auf Torejagd gehen.

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„Wir haben mit ihr über ihre Möglichkeiten gesprochen und dann ist es am Ende so gewesen, dass Caro uns um die Möglichkeit gebeten hat, den Vertrag vorzeitig aufzulösen“, hatte der stellvertretende Abteilungsvorsitzende Andreas Bartels bei der Bekanntgabe der vorzeitigen Vertragsauflösung erklärt. Von „Möglichkeiten“ wisse Müller-Korn nichts, sie habe aber mitbekommen, dass der Verein sich um Neuzugänge bemüht. „In Konsequenz wusste ich auch, dass meine Spielanteile noch geringer werden würden und ich so unzufriedener werden würde“, erklärt die Rückraum-Spielerin ihren Wechsel-Wunsch.

Caroline Müller-Korn hatte schonmal Kontakt zu Buxtehude

Die Spielanteile. Die bekommt Müller-Korn schon seit geraumer Zeit kaum mehr. Auch nach dem Ausfall von Alina Grijseels, die auf der gleichen Position wie Müller-Korn spielt, durfte die Deutsche am vergangenen Wochenende gegen Oldenburg erst ran, als ihre Kolleginnen schon einen hohen Vorsprung herausgespielt hatten. „Das“, sagt die Borussin, „ist ja schon die ganze Saison so.“ Aber im Leistungssport sei es nunmal die Entscheidung des Trainers, wer spiele und wer nicht. „Wenn der Trainer meint, dass meine Leistung nicht reicht, wird er da schon irgendeinen Sinn hinter sehen“, sagt Müller-Korn.

Caroline Müller-Korn hat ihren Vertrag beim BVB vorzeitig aufgelöst: „Ich bin nicht enttäuscht“

Caroline Müller-Korn wechselt zu Liga-Konkurrent Buxtehuder SV. © Ludewig

„Im Training“, bestätigt André Fuhr, „deutet Caro ihre großen Qualitäten immer wieder an.“ Diese Leistungen könne die Rückraumspielerin dann aber „leider nicht so umsetzen“. Auch deshalb sei die Rechtshänderin, die schon vor ihrem Wechsel zu den Dortmundern 2017 mit Buxtehude in Kontakt stand, „nicht enttäuscht“, dass es beim BVB nicht für sie weitergehen werde. „Im Gegenteil – ich freue mich auf die neue Herausforderung.“

Auch die Unterschrift unter dem schwarzgelben Vertrag bis 2021 bereut Müller-Korn nicht. „Das war zu dem Zeitpunkt die richtige Entscheidung“, sagt die 26-Jährige. Außerdem habe Müller-Korn sich damals – auch in Rücksprache mit dem Vorstand – in einer anderen Rolle beim BVB gesehen.

BVB-Frauen wollen am Samstag zwei Punkte in Bensheim

Trotz der Unzufriedenheit von Müller-Korn – die Borussin kann den aktuellen Erfolg des Teams genießen. „Die Mädels, die spielen, sind immer nur so gut wie ihr Backup. Es gibt neben mir ja auch noch andere, die nicht auf ihre Spielanteile kommen, aber wir tragen da alle unseren Teil zu bei.“

Etwas beitragen will Müller-Korn auch am Wochenende in Bensheim. Im Auswärtsspiel beim Tabellenneunten will die Fuhr-Sieben weiter ungeschlagen bleiben, um mit weißer Weste in die Partien gegen Thüringen und Metzingen zu gehen. „Im Hinspiel haben wir uns schwer getan“, beschreibt Müller-Korn den 28:24-Sieg, bei dem der BVB zwischenzeitlich mit sieben Toren hinten lag.

„Bensheim hat ein unglaublich hohes Spieltempo, vor allem die rechte Seite ist immer schnell vorne“, warnt André Fuhr besonders vor Außenspielerin Julia Maidhof, die aktuell die Torschützenliste der Bundesliga mit 105 Treffern anführt. Verzichten muss Fuhr auf die verletzten Alina Grijseels und Merel Freriks sowie Leonie Kockel, die in der zweiten Mannschaft weiter Spielpraxis sammeln soll. Caroline Müller-Korn wird dagegen dabei sein und – egal ob auf der Bank oder auf der Platte – ihren Beitrag leisten.

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