Dagmara Kowalska über ihre Zeit nach dem BVB

Trainerin beim TV Aldekerk

Natürlich schlüpft sie noch manchmal in die schwarzgelben Trainingssachen. "Die Liebe zur Borussia ist tief in meinem Herzen, das kann und will ich auch nicht abschalten", sagt Dagmara Kowalski und lächelt mild. Sechs Jahre trug sie das Trikot des BVB, ihre sportliche Klasse und ihre Ausstrahlung machten sie zur "Miss Handball" in dieser Stadt. Nach der letzten Saison trennten sich die Wege, die jetzt 39-Jährige wechselte als Trainerin zum TV Aldekerk.

Dortmund

, 25.02.2016, 13:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dagmara Kowalska hat nach ihrer Zeit beim BVB eine Trainerkarriere gestartet.

Dagmara Kowalska hat nach ihrer Zeit beim BVB eine Trainerkarriere gestartet.

Eine Trennung in bestem Einvernehmen, wie sie betont, „der Abschied war geil, ich war nicht traurig, ich war nicht sauer“. Sie habe soviel Schweiß bei diesem Verein gelassen, sagt sie, aber dann habe sie eben auch verstanden: „Die Zeit ist vorbei.“ 

Voller Emotionen

Und die neue Zeit ist da. Und wenn sie von ihrem neuen Verein spricht, von ihrer neuen Aufgabe, von dieser neuen Herausforderung, dann lächelt sie schon wieder, dann vermittelt sie schnell, wie spannend sie das alles findet, wie zufrieden sie ist, wie sehr sie die Dinge auf einen guten Weg bringen. Dagmara Kowalska war schon immer eine extrem ehrgeizige Spielerin, eine Spielerin voller Emotionen, die ihre Tränen, egal aus Freude oder Frust, nicht immer zurückhalten konnte, auch nicht wollte.

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Nun, als Trainerin des Oberligisten TV Aldekerk, mit einem unbefristeten Vertrag, wirkt sie noch eine Spur temperamentvoller, der nächste Schritt im Sportler-Leben reizt sie offenbar ungemein. „Ich bin sicher keine richtige Ostblock-Trainerin“, sagt die gebürtige Polin und grinst ein wenig, ihr Credo sei anders: „Ich für euch, ihr für mich.“ Sie will die Spielerinnen mitnehmen, nicht autoritär von oben reagieren, sondern überzeugen, gemeinsam etwas entwickeln. Der Erfolg gibt ihr bisher Recht: Der TV Aldekerk ist Tabellenführer, liegt ein Punkt vor Fortuna Düsseldorf, der Aufstieg ist mehr als willkommen. „Ja, wir planen ihn, und dafür werden wir kämpfen, das kann ich allen versprechen.“

Immer 100 Prozent

Ein Spaziergang werde das sicher nicht, betont Dagmara Kowalska, und Nachlässigkeiten sind auf diesem Weg nicht erlaubt. Formulierungen wie „ich kann nicht“ oder „das schaffe ich nicht“, will sie nicht hören, „dann werde ich stinkig. Etwas anderes als 100 Prozent lasse ich nicht gelten“. Aber sie habe großes Glück auf ihrer ersten Trainerstation, „ich habe eine geile Mannschaft“, mit jungen, enorm ehrgeizigen Spielerinnen, die sportlich noch eine Menge vorhaben, die von einem kleineren Verein zu einem größeren möchten, von einer kleineren Stadt in eine größere.

Es sei gut zu erfahren, dass die Spielerinnen auf sie hören, auch Respekt haben, „aufschauen aber sollen sie nicht zu mir“. Dagmara Kowalska wohnt weiter in Dortmund, die 74 Kilometer zur Halle in Aldekerk, „das macht mir nichts, ich fahre gern Auto“. Und die nette Frau im Handy, die so perfekt über die Staus aus dem Weg dorthin informiert sei, „sie weist mir den schnellsten Weg“.

Nicht mehr selbst aktiv

Ganz am Anfang ihrer Tätigkeit hat sich Dagmara Kowalska auch noch mal das Spielertrikot übergezogen, „aber da haben wir prompt verloren“. Also lässt sie es sein, eine Meniskusverletzung ließ diesen Entschluss weiter reifen. „Ich will künftig auch noch mit einem Absatz unter den Schuhen laufen können.“ 

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