Das Ende der Happe-Ära

DORTMUND Es rumort gewaltig bei den BVB-Handballern. Für Freitag hat die Abteilungsspitze zur Pressekonferenz geladen. Punkt eins der Tagesordnung: „die Trainersituation“. Oder gleichbedeutend mit dem Abschied von Thomas Happe.

von Von Thomas Rellmann

, 30.01.2008, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Sommer ist Feierabend: Thomas Happe.

Im Sommer ist Feierabend: Thomas Happe.

Das bedeutet Helmut Roßmaier. Der Bundesliga-Obmann: „Spielerinnen haben mir mitgeteilt, dass ihnen in Vertragsgesprächen erklärt wurde, dass in der nächsten Saison ein neuer Trainer da sein wird.“ Happe selbst wollte sich zur Thematik nicht äußern.

Der 49-Jährige ist seit Dezember 2002 für die Dortmunder Frauen verantwortlich. Höhepunkt seiner Amtszeit war der Gewinn des Challenge-Cups im Mai 2003. Nach dem Abstieg aus der 1. Liga in der vergangenen Saison führt die Truppe die Tabelle im Unterhaus relativ souverän an.

Als Kandidat für die Nachfolge wird im Umfeld Dieter Trippen gehandelt. Der war einst Trainer beim Zweitligisten Wambeler SV, zudem Coach von Borussias A- und B-Jugend. Er führte in der vergangenen Saison den TV Beyeröhde in die 1. Liga, ist dort allerdings Schlusslicht. Zuletzt war Trippen mehrfach Gast bei BVB-Partien und verlässt die Wuppertaler am Saisonende.

Schwer enttäuscht

Roßmaier ist derweil schwer enttäuscht von der Führung und hat selbst seinen Rücktritt zum Saisonende eingereicht. In einem dreiseitigen Brief an BVB-Präsident Dr. Reinhard Raiball hat er diesen begründet. „Ich bin frustriert, weil ich in meiner Funktion völlig ignoriert werde.“ Roßmaier, der im Juli 60 wird und seit 1997 ehrenamtlich für Borussia arbeitet, beklagt zudem, dass das Nachwuchs-Netzwerk, das er gemeinsam mit diversen Mitstreitern in elf Jahren Amtszeit aufgebaut hat, nicht mehr gefragt ist. „Leute, die nicht vom Handball kommen, handeln wider besseres Wissen. Hallentrainingszeiten für A- und B-Juniorinnen, die wir anbieten, werden nicht mehr angenommen, weil es angeblich zu viel würde. Dabei zeigen doch die Erfolge der letzten Jahre, dass dieser Weg der richtig ist.“

Auch für die ausbleibende Vertragsverlängerung von Happe hat Roßmaier, dessen Attacken sich gegen den aktuellen Abteilungschef Andreas Heiermann und Sportkoordinator Jochen Busch richten, kein Verständnis: „Es gibt keine objektiven Gründe, jetzt die Pferde zu wechseln.“ Vor allem befürchtet der frühere Sportliche Leiter des BVB, dass nun einige Spielerinnen am Saisonende Dortmund den Rücken kehren könnten.

Nur Lütz gebunden

Immerhin sind außer Friederike Lütz alle Kadermitglieder nur bis Sommer gebunden. „Ich bekomme doch mit, wie in den Trainingspausen über dieses Thema diskutiert wird. Das geht an keiner vorbei. Ich kann nur hoffen, dass jetzt nicht alles zusammenbricht und bei der Art und Weise, wie das alles abläuft, nicht auch noch ein Großteil der Spielerinnen abspringt.“