Der nächste Rückschlag für die BVB-Handballerinnen

30:31 bei Frisch Auf Göppingen

Nach der peinlichen Pleite in Metzingen war Wiedergutmachung angesagt für die Bundesliga-Handballerinnen des BVB. Doch statt eines möglichen Befreiungsschlages müssen die Schwarzgelben bei Frisch Auf Göppingen den nächsten Tiefschlag einstecken.

Göppingen

, 23.12.2017, 21:44 Uhr / Lesedauer: 4 min
Svenja Huber war mit zwölf Toren beste Werferin des BVB.

Svenja Huber war mit zwölf Toren beste Werferin des BVB.

Die Bundesliga-Handballerinnen von Borussia Dortmund rutschen immer tiefer in die sportliche Krise. Sechs Wochen nach dem desaströsen 17:35 beim TuS Metzingen, dem letzten Pflichtspiel vor der Heim-WM, unterlag das Team von Trainerin Ildiko Barna am Samstag auch bei Frisch Auf Göppingen nach schwacher Leistung mit 30:31 (19:16). Mit 7:7 Punkten rangiert der BVB nun auf Platz sieben der Tabelle.

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Bundesliga, 7. Spieltag: Frisch Auf Göppingen - BVB 31:30 (16:19)

24.12.2017
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Frisch Auf Göppingen und Borussia Dortmund.© Stummbillig
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"Unser Auftreten, zumindest in der zweiten Halbzeit, war mehr oder weniger indiskutabel", sagte Borussias 2. Vorsitzender Andreas Bartels. Ildiko Barna ließ sich mit ihrer Einschätzung dagegen etwas mehr Zeit nach dieser neuerlichen Enttäuschung in einer Saison, die noch so gar nicht nach den Wünschen der Schwarzgelben verläuft.

"Dafür gibt es keine Erklärung"

Und schon gar nicht nach dem Schlussakkord dieser Partie: Vier Sekunden waren noch zu spielen beim Stand von 30:30, als sich Göppingens Maxime Struijs den Ball griff, sich ein Herz fasste und mehr oder weniger unbedrängt zum viel umjubelten Siegtreffer einnetzte. "Dafür gibt es keine Erklärung, wir haben eigentlichgenug Erfahrung, um diese Situation entsprechend zu lösen", sagte Barna.

"Diese Szene war symptomatisch für das Spiel unserer Mannschaft. Wir haben keine Körperspannung gezeigt und nicht dagegengehalten", sagte dagegen Bartels verärgert. Klar sei, fügte er noch an, "dass wir mit mit der Leistung aus den zweiten 30 Minuten nicht mehr viele Punkte holen werden in dieser Saison". Und so herrscht statt weihnachtlicher Wohlfühl-Atmosphäre nun Katerstimmung bei den Dortmunderinnen.

Mangelnde Präzision im Angriff

Nach anderthalb Monaten Pause wegen der Weltmeisterschaft im eigenen Land fand der BVB zunächst nur schwer in die Partie. Der fehlende Spielrhythmus war unübersehbar, gerade im Angriff fehlte es gegen die offensive 3:2:1-Deckung Göppingens an Präzision. Virag Vaszari und Caroline Müller brachten die Schwarzgelben dennoch früh in Front, doch mehr als mit einem Treffer konnte sich das Barna-Team in der ausgeglichenen Anfangsphase nicht absetzen. In der achten Minute übernahmen dann sogar die Gastgeberinnen erstmals die Führung - Karin Weigelt traf zum 4:3.

Dass die Borussia am Ende trotzdem mit einem Drei-Tore-Vorsprung in die Halbzeit ging, war vor allem an zwei Namen festzumachen: Clara Woltering und Nadja Mansson - also jenen beiden Spielerinnen, die nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus bei der WM ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatten.

Woltering und Mansson im Fokus

Während Woltering im Tor der Schwarzgelben eine gute Leistung lieferte, bestätigte Mansson ihren Formanstieg von der WM. Fünf Treffer gelangen der 29 Jahre alten Rückraum-Spielerin in den ersten 30 Minuten - genauso viele wie Rechtsaußen Svenja Huber. "Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt", sagte Barna,die auf Harma van Kreij, Johanna Stockschläder und Stella Kramer verzichten musste. "Und die zweite war auch nicht so schlecht, wie man vielleicht denken könnte."

Doch während Huber ihre Treffsicherheit mit in Durchgang zwei rettete und am Ende mit zwölf Toren beste Werferin des BVB war, schien Mansson - nur ein Tor nach dem Wechsel - jegliche Durchschlagskraft abhanden gekommen. Was auch an den taktischen Anpassungen im Göppinger Spiel lag. Trainer Aleksandar Knezevic verordnete seiner Mannschaft eine noch offensivere 3:2:1-Abwehr als in den ersten 30 Minuten, "auf die wir überhaupt keine Antwort gefunden haben", wie Bartels befand. "Wir sind einfach zu leicht auszurechnen."

BVB beeindruckt von Göppingen

Dem Spiel der Dortmunderinnen mangelte es fortan an Ideen, stattdessen schlichen sich immer wieder technische Fehler ein in die Angriffe der Schwarzgelben. Göppingen holte Tor um Tor auf und ging nach 43 Minuten seinerseits in Führung. Prudence Georg Kinlend, mit insgesamt sieben Treffern nach Michaela Hrbkova (8) treffsicherste Spielerin ihrer Mannschaft, erzielte das 21:20.

Der BVB zeigte sich zunächst beeindruckt, schüttelte sich dann kurz und kam nach einem zwischenzeitlichen 24:27-Rückstand zumindest noch einmal zurück. Nadja Mansson verkürzte in der 57. Minute auf 28:29, Viraj Vaszari glich 50 Sekunden später aus. Zwar brachte Alexandra Sviridenko Frisch Auf noch einmal mit 30:29 in Führung. Doch Svenja Huber bewies Nervenstärke vom Sieben-Meter-Punkt und egalisierte das Ergebnis erneut. Als die Uhr schließlich bei 59:56 Minuten und die Schiedsrichter noch einmal auf Freiwurf Göppingen entschieden, hatten sich eigentlich alle mit einem Unentschieden abgefunden. Doch Struijs traf mit dem 31:30 mitten ins Herz der Borussia. "Das ist am Ende natürlich unglücklich", erklärte Barna, "denn ich denke, wir hätten einen Punkt verdient gehabt."

Am Mittwoch wartet Oldenburg

Bereits am Mittwoch (19.30 Uhr, Sporthalle Wellinghofen) steht die nächste Bundesliga-Partie gegen den VfL Oldenburg an, am ersten und am zweiten Weihnachtstag wird entsprechend trainiert. "Ich persönlich finde das sehr schade", sagte Trainerin Ildiko Barna mit Blick auf das straffe Programm rund um die Feiertage. "Denn eigentlich ist ja eher die Zeit der Besinnung."

Also heißt es nun Bundesliga-Alltag statt Familien-Programm. Und in Oldenburg, das am Samstag Bad Wildungen mit 33:25 besiegte, wartet die nächste Bewährungsprobe. In Angie Geschke verfügen die Niedersachsen über die beste Scorerin der Liga - 62 Treffer gelangen der Nationalspielerin in den ersten sechs Partien. Mit 10:4 Punkten rangiert der VfL auf Platz fünf. "Wir brauchen jetzt unbedingt ein Erfolgserlebnis", sagte Barna.

Müller trifft auf Ex-Klub

"Sie spielen einen schnellen, attraktiven Ball", sagte BVB-Spielmacherin Caroline Müller. Die 23-Jährige spielte von 2014 bis 2017 selbst in Oldbenburg, daher sei es "schon ein bisschen was anderes, gegen die Leute von früher zu spielen", sagte sie. "Aber in erster Linie müssen wir beim BVB auf uns schauen, das läuft bei mir nicht anders."

BVB: Woltering, Ferenczi - Grijseels (6), Weisheitel, C. Müller (1), A. Müller (1), Espinola Perez, Galinska, Huber (12/6), Mansson (6), Emberovics, Vaszari (4)
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