Die umgeschulte Spätstarterin hofft auf den Durchbruch

DORTMUND Eine klassische Spätstarterin ist Katharina Suhr eigentlich nicht. „Handball spiele ich schon, seit ich vier alt bin“, erzählt die Hagenerin. Mittlerweile ist sie 25 – und will in dieser Saison den nächsten Schritt nach vorn machen.

von Von Thomas Rellmann

, 20.09.2007, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Katharina Suhr will wieder angreifen.

Katharina Suhr will wieder angreifen.

Es dauerte allerdings in der Tat ziemlich lange bis der 1,88 Meter großen Modellathletin der entscheidende Schritt gelang. 2005 wechselte sie von ihrem Stammverein SG TuRa Halden-Herbeck aus der Verbandsliga zum BVB.

Julia Kunze, damals noch Spielerin der der Regionalliga-Reserve, nahm sie mit zur zweiten Mannschaft. „Und weil ich als Studentin gerade Zeit hatte, bin ich gleich mal mit der Bundesliga-Truppe ins Trainingslager gefahren.“ Das erste Jahr verbrachte Suhr in der „Zweiten“, ehe sie 2006 zum Team von Thomas Happe aufrückte. „Ich fand‘s gut, der Trainer fand mich gut, das passte“, erinnert sich Suhr, die allerdings in ihrer ersten Spielzeit im Oberhaus nur vereinzelt Anteile erhielt. Trotzdem sagt sie: „Ich war zur rechten Zeit am rechten Ort.“

Neue Variante

Das soll sich jetzt ändern. Für sie kann der Abstieg sogar eine Chance bedeuten. Die Frau mit der Rückennummer 13, die in ihrer Laufbahn bislang meistens im Rückraum ihre Stärken hatte, soll, wenn es nach Trainer Happe geht, am Kreis in Konkurrenz zu Kim Abdoelhafiezkhan treten, diese entlasten. „Ich stehe schon hinter Kim, wir sind ziemlich verschiedene Spielertypen.“ Fest steht: Happe hat nun eine weitere Variante. Speziell in der Defensive könnte Suhr der Niederländerin Luft verschaffen.

„Eigentlich war der Kreis für mich komplettes Neuland, aber für den Rückraum fehlt mir vielleicht noch etwas Sicherheit.“ Ganz überraschend kommt die Umschulung dann doch nicht, denn: „In meiner Familie waren alle Kreisläufer.“

Verletzung auskuriert

Jetzt, da die kaufmännische Angestellte ihre in der Vorbereitung erlittene Schulterblessur so gut wie auskuriert hat (am Samstag gegen Travemünde könnte sie zumindest in der Abwehr wieder auflaufen), gilt es, den Rückstand schnell aufzuholen.

„Noch habe ich nicht alle Laufwege im Kopf, muss lernen, wann wo in die Lücke zu stoßen. Aber das Team, zum Beispiel Manuela Fiedel, unterstützt mich dabei.“ Katharina Suhr weiß, dass sie hier und da Nachholbedarf hat. „Mir fehlen ein paar Lehrjahre, das ist ganz klar. Aber ich freue mich über jede Minute, in der ich spiele. Und wenn andere besser sind, gibt es bei uns ohnehin keinen Neid.“