Final4 um den DHB-Pokal ohne Zuschauer? HBF hat eine klare Meinung

BVB-Handball-Frauen

Am 23./24. Mai hätten die BVB-Handball-Frauen im Final4 um den DHB-Pokal gekämpft, das Turnier wurde wegen des Coronavirus aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Jetzt äußert sich die HBF.

Dortmund

, 23.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
André Fuhr und die BVB-Handball-Frauen stehen im Halbfinale um den DHB-Pokal.

André Fuhr und die BVB-Handball-Frauen stehen im Halbfinale um den DHB-Pokal. © Ludewig

Eigentlich wäre André Fuhr heute in Stuttgart. Genauer gesagt an der Seitenlinie in der Stuttgarter Porsche-Arena. Eigentlich würden seine Spielerinnen heute um 17.30 Uhr gegen Frisch Auf Göppingen um den Einzug ins DHB-Pokal-Finale kämpfen. Eigentlich.

Aber genau wie in der Bundesliga hat das Coronavirus Handball-Deutschland und den BVB-Frauen auch in Sachen Final4-Turnier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als im März die Saison der Handball Bundesliga Frauen (HBF) abgebrochen wurde, wurde auch das Final4 auf unbestimmte Zeit verschoben, eine Verlegung in die zweite Jahreshälfte werde geprüft, hieß es in der offiziellen HBF-Pressemitteilung. Also blieb dem BVB, Göppingen und den anderen Halbfinalisten Metzingen und Thüringen nichts anderes übrig, als abzuwarten. „Das ist schon bitter, wir haben viel erreicht und am Ende ist nichts davon übrig geblieben“, sagt Fuhr. Aber was hat sich nach der Absage vor über zwei Monaten getan?

„In Sachen Final4 gibt es noch keine neuen Erkenntnisse, beziehungsweise nichts Verwertbares, da ist der Status derzeit noch unverändert“, erklärt Christoph Wendt, Geschäftsstellenleiter der HBF. Wendt wäre selbst schon seit Donnerstag in Stuttgart, dem Turnier trauert er aber gerade nicht hinterher – warum? „Da habe ich im Moment keine Zeit für“, sagt der Geschäftsstellenleiter, der Mitglied in der Taskforce „Return to competition“ des DHB, der HBL und der HBF ist, die derzeit an Konzepten zum Wiedereinsteig in den Spielbetrieb arbeitet.

HBF schließt einige Lösungsansätze von vornherein aus

Auch wenn es offenbar noch keine konkreten Pläne für einen Nachholtermin des Final4 gibt, schließt Wendt einige Lösungsansätze von vornherein aus. BVB-Abteilungsleiter Andreas Heiermann hatte beispielsweise angeboten, das Turnier als Gastgeber in NRW stattfinden zu lassen, da ab dem 30. Mai laut Landesregierung wieder sportliche Wettkämpfe erlaubt seien. Aber: „Unser Vertragspartner“, erklärt Christoph Wendt, „ist die Porsche-Arena“. Daher versuche die HBF auch, dort eine Lösung zu finden.

Und auch eine Austragung ohne Zuschauer spiele in den Überlegungen keine Rolle. In diesem Punkt stimmt auch André Fuhr zu, „das Turnier lebt von den Zuschauern“, sagt der BVB-Trainer, der die Fixierung auf die Porsche-Arena aber nicht nachvollziehen kann. „Im Vordergrund muss doch stehen, dass wir, wenn es die Möglichkeit gibt, einen Pokalsieger finden und das Ganze sportlich austragen.“

Da eine Austragung ohne Zuschauer offensichtlich keine Option ist, wird das Final4 nicht vor September stattfinden, da Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten sind. Das wiederum bedeutet, dass Spielerinnen, deren Verträge am 30. Juni auslaufen, nicht am Turnier teilnehmen können. Den DHB-Pokal werden Bogna Sobiech, Saskia Weisheitel und Co. also definitiv nicht mehr in die Luft strecken können.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt