Kreisläuferin Anne Müller: „Wir müssen sie nerven“

Pokal-Achtelfinale gegen Bietigheim

Mit Bietigheim wartet die beste Mannschaft Deutschlands im Pokal-Achtelfinale auf die BVB-Handballerinnen. Die Schwarzgelben sind sich ihrer Außenseiterrolle sehr wohl bewusst. Chancenlos sieht sich die Borussia aber dennoch keinesfalls. Hoffnung macht dabei der Kader, auf den Trainerin Ildiko Barna zurückgreifen kann.

Dortmund

, 03.11.2017, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kreisläuferin Anne Müller: „Wir müssen sie nerven“

Als Ex-Nationalspieler Florian Kehrmann vor drei Wochen die Lose für das Achtelfinale des DHB-Pokals zog, dürfte so mancher BVB-Fan wohl ordentlich geschluckt haben. Mit der SG BBM Bietigheim erwischten die Bundesliga-Handballerinnen von Borussia Dortmund die wohl schwierigste Aufgabe im Wettbewerb. Böse ist Ildiko Barna Kehrmann dennoch nicht, wie die BVB-Trainerin am Donnerstag erklärte. Zwar sei die Auslosung „sicher ein bisschen unglücklich“ gelaufen, „aber so ist das nun mal im Pokal, dafür kann ja auch Florian Kehrmann nichts“. Und so kommt es am Sonntag (16 Uhr, Am Lieberfeld 13, 44265 Dortmund) in der Halle Wellinghofen nun also zum Treffen mit dem amtierenden Deutschen Meister.

„Großes Vertrauen“

Beim BVB ist man sich seiner Außenseiterrolle in dieser Partie sehr wohl bewusst, kampflos will man Bietigheim das Feld allerdings nicht überlassen, wie sowohl Verantwortliche als auch Spielerinnen betonten. „Ich habe großes Vertrauen in unsere Mannschaft und bin fest davon überzeugt, dass die Mädels mit den Fans im Rücken ihren besten Handball spielen werden. Und keine Frage: Dann ist die Chance, ins Viertelfinale einzuziehen, da“, sagte der 2. Vorsitzende Andreas Bartels am Donnerstag bei der Übergabe der neuen Dienstwagen an die Spielerinnen beim BVB-Partner Ebbinghaus Automobile.

Selbstvertrauen dürfte den Schwarzgelben auch das letzte Aufeinandertreffen im Pokal geben: Im Oktober 2015 gewann der BVB in der zweiten Runde mit 26:21 gegen den Titelaspiranten. „Die Partie damals hat gezeigt, dass man auch Bietigheim in einem Spiel schlagen kann“, sagte Barna, die auf ihren kompletten Kader zurückgreifen kann. „Das müssen wir im Kopf behalten.“ Kreisläuferin Anne Müller, die damals mit dabei war, erklärte: „Wir haben nichts zu verlieren und müssen vor allem in der Abwehr aggressiv spielen, bis sie von uns genervt sind.“

Makellose Bilanz

Gleichwohl wissen sie auch in Dortmund, dass Bietigheim sich seit 2015 ein Team aufgebaut hat, das seines Gleichen sucht in Deutschland. Makellos marschierte die SG durch die vergangene Saison, am Ende standen 52:0 Punkte auf dem Tableau – und dennoch gaben sich die Verantwortlichen aus Baden-Württemberg vor dieser Saison mit dem Status quo nicht zufrieden. Die hochkarätig besetzte Meistermannschaft wurde mit fünf Neuzugängen noch einmal verstärkt. Vor allem durch die Verpflichtung der 159-fachen polnischen Nationalspielerin Karolina Kudlacz-Gloc hat Bietigheim noch mehr Durchschlagskraft aus dem ohnehin schon stark besetzten Rückraum um Kim Naidzinavicius.

Erfolgstrainer Martin Albertsen ließ jedenfalls schon beim traditionellen Medientag vor der Saison keinen Zweifel aufkommen, wie die Ziele für die neue Spielzeit aussehen. „Wir sind eine Gewinner-Mannschaft, wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Seine Spielerinnen haben sich bislang daran gehalten. Nach fünf Bundesliga-Spieltagen steht Bietigheim dort, wo es sich seinem Selbstverständnis nach sieht: auf Tabellenplatz eins mit 10:0 Punkten und im Achtelfinale des DHB-Pokals.

Barna lobt den Gegner

„Das ist eine Wahnsinnstruppe“, lobte auch Ildiko Barna den Gegner. „Aber meiner Mannschaft wird es guttun, mal nicht als Favorit in ein Spiel zu gehen. Vielleicht ist auch das unsere Chance.“

Fünf Dortmunderinnen im WM-Kader
Der Deutsche Handballbund (DHB) hat am Donnerstag seinen erweiterten 28er-Kader für die Heim-Weltmeisterschaft (1. bis 17. Dezember) bekannt gegeben. Von Borussia Dortmund meldete der DHB insgesamt fünf Spielerinnen beim Weltverband IHF. Neben Torhüterin Clara Woltering stehen Svenja Huber, Stella Kramer, Nadja Mansson und Anne Müller im Kader. Der Kreis wird später auf 16 Akteure reduziert. Das erfolgt am Vorabend des Eröffnungsspiels. Im Turnier sind zwei Wechsel aus dem 28er-Kader möglich.
Lesen Sie jetzt