"Mal sehen, ob's reicht"

DORTMUND Dieter Trippen, neuer Trainer der Bundesliga-Handballdamen von Borussia Dortmund, spricht aus Erfahrung: „Als Aufsteiger bist du immer die ärmste Sau der Liga.“

von Von Thomas Rellmann

, 10.06.2008, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Akribische Vorbereitung: BVB-Trainer Dieter Trippen

Akribische Vorbereitung: BVB-Trainer Dieter Trippen

Klingt im ersten Moment nicht plausibel. Doch der Neu-Trainer der Dortmunder Handball-Frauen erläutert, was ihm im Vorjahr mit seinem Ex-Klub TV Beyeröhde widerfuhr und nun mit dem BVB erneut: „Man weiß als allerletzter, in welcher Klasse man spielt. Das macht es auf dem Transfermarkt extrem schwierig. Die meisten Spielerinnen wollen im Dezember am liebsten Gewissheit haben.“

Nun hat der Nachfolger von Thomas Happe gemeinsam mit Sportdirektor Jochen Busch und Vorstandschef Andreas Heiermann dennoch eine schlagkräftige Truppe für die 1. Liga zusammengestellt.

 „Ob‘s für den Klassenerhalt reicht, wird man sehen. Ich bin kein Prophet“, sagt Trippen. Er erwartet wie viele Experten ein Hauen und Stechen um den drittletzten Platz. Die Klasse ist in der unteren Hälfte näher zusammen gerückt. „Deutlich abfallen wird keiner mehr.“

Akribischer Vorbereitungsplan

Damit der BVB top-vorbereitet in die Comeback-Spielzeit geht, hat Trippen einen akribischen Vorbereitungsplan erarbeitet. „Die Mannschaft erwartet ein deutlich erweitertes Pensum, ich werde mindestens zwei Mal wöchentlich vormittags trainieren – auch in der Saison.“

Für Studenten im Team gibt es die Möglichkeit, Verpasstes individuell auszugleichen.

Die Kaderplanung ist jedenfalls abgeschlossen. „Es sei denn, jemand kommt noch mit einem Lottogewinn um die Ecke“, so Trippen. Die finanziellen Fesseln lassen auch im Oberhaus wenig Spielraum.

Qualität und Quantität im Team erhöhen

 „Es ist schon ein Kunststück, die Qualität und Quantität des Teams zu erhöhen“, so der Ex-Beyeröhder, der in sämtliche Verpflichtungen involviert war und sich in Gesprächen bereits ein Bild von seinen neuen Schützlingen gemacht hat.

Dabei ging es um Positionen, Angriff- und Abwehrsysteme. Miranda Robben, Inge Roelofs und Willemijn Karsten nahm er in Rotterdam im Länderspiel gegen Serbien zudem in anderer Umgebung unter die Lupe.

Zumindest die Playoff-Heimspiele sah der Lüner und stellte fest: „Das war deutlich besser als in der Normalsaison. Klar ist aber auch, dass wir nicht mehr so lange mit einer Formation durchspielen können wie in der 2. Liga.“ Auf ihn und die Mannschaft wartet noch eine Menge Arbeit.

 Termine im Überblick

  • 7. Juli: Trainingsauftakt
  • 26. Juli: Testspiel beim Könisgborner SV (Regionalliga)
  • 2. August: Testspiel gegen TuS Lintfort (2. Liga)
  • 3. bis 8. August: freie Tage
  • 10. August: Hako-Cup in Wuppertal. Gegner u.a. TV Beyeröhde, HSC Magdeburg, PSV Recklinghausen (alle 2. Liga)
  • 16. August: Saisoneröffnung inkl. Test gegen TV Beyeröhde
  • 18. bis 24. August: Trainingslager in Dalfsen/Dänemark. Tests gegen dänische (u.a. Champions League-Teilnehmer Slagelse) und niederländische Erstligisten (u.a. Meister VOC Amsterdam) und Mitaufsteiger FA Göppingen
  • 29. bis 31. August: Wunderhorn-Cup in Oldenburg. Gegner u.a. VfL Oldenburg, Buxtehuder SV, ProVital Blomberg-Lippe, Challenge Cup-Finalist Merinac HB (Frankreich).
  • 6. September: 1. Meisterschaftsspiel gegen Bayer Leverkusen