Miserable Vorstellung beim 26:37 gegen Weibern

Die große Enttäuschung

In der 50. Minute griff der Hallensprecher noch einmal beherzt zum Mikrofon. „Geben wir alle noch einmal richtig Gas“, forderte Jochen Busch die Zuschauer auf, „da geht noch etwas“.

DORTMUND

von Von Gerd Strohmann

, 23.10.2011, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zumindest sie stemmte sich mit allem Mut und aller Sprungkraft gegen die hohe Niederlage: Svenja Spriestersbach traf immerhin sieben Mal für die Handballerinnen von Borussia Dortmund.

Zumindest sie stemmte sich mit allem Mut und aller Sprungkraft gegen die hohe Niederlage: Svenja Spriestersbach traf immerhin sieben Mal für die Handballerinnen von Borussia Dortmund.

Es war ein ganz bitterer Abend für den Zweitligisten, und die Bitte der BVB-Trainerin, jetzt „nicht alles in Frage zu stellen“, konnte wenig Gehör finden. Die Schwarzgelben waren den Gästen so deutlich unterlegen, dass es schwer bis unmöglich war, aus dieser Niederlage auch nur den geringsten Trost zu fischen. Selbst die Bemerkung von Weibern-Trainerin Ildiko Barna, „Borussia ist am Ende zusammengebrochen“, blieb unwidersprochen im Raum. Der TuS hatte an diesem Tag eben alles, was dem BVB fehlte. Eine Klasse-Abwehr, eine Super-Torfrau, einen Angriff, der die Aktionen klug zu Ende spielte, vor allem aber ein harmonisierendes Team, das sich kaum einen Abspielfehler erlaubte.

Die Dortmunderinnen hatten von all` dem wenig. Alice Vogler vermisste vor allem im zweiten Durchgang die nötige Aggressivität, beklagte aber etwas ganz anderes: die vielen Einzelaktionen, in denen die Spielerinnen es erzwingen wollten und sich von einem geordneten Mannschaftsspiel weit entfernten. Natürlich musste sie enttäuscht sein von den erfahrenen Kräften wie Dagmara Kowalska, Natasa Kocevska, auch Zuzana Porvaznikova. Aber das war es ja nicht allein. Weibern gab eine schmerzliche Lehrstunde, wie sich ein Team 60 Minuten präsentieren muss, mit Tempo, mit Laufbereitschaft, mit Selbstbewusstsein. Vogler stellte zwar noch die Abwehr, ließ aggressiver decken, aber das konnte Weibern auch nicht weiter irritieren, verwirrte eher den BVB. Aber es war eben ein Abend, an dem ohnehin nichts helfen konnte.