Nicht erstligatauglich

BVB-Frauen 27:32

DORTMUND Diesmal bekam Gustl Wilke die von ihm geforderte Unterstützung aus dem Rückraum, mit dem ersten Sieg in der Handball-Bundesliga aber wurde es für die BVB-Frauen dennoch nichts. Borussia Dortmund verlor auch das zweite Schicksalsspiel hintereinander, und spätestens nach dem deprmierenden 27:32 (13:15) am Samstagabend gegen Aufsteiger Sindelfingen stellt sich die Frage nach der Ligatauglichkeit.

von Von Dirk Krampe

, 31.10.2009, 21:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Julia Kunze traf immerhin vier Mal.

Julia Kunze traf immerhin vier Mal.

Während diesmal sowohl Dagmara Kowalska (8 Tore) wie auch Zuzana Porvaznikova (10/6) ihr Möglichstes versuchten und den BVB aus dem Rückraum allein zumindest bis zur Pause im Spiel hielten, kam von der vordersten Reihe nichts. Das erste herausgespielte Tor über Außen erzielte von links Julia Kunze, da standen auf der Uhr schon 55 gespielte Minuten. In der Anfangsphase war Kunze auch bei einem vom Pfosten zurückspringenden Ball zur Stelle. Zwei weitere Treffer, als alles schon entschieden war, verbessertern zumindest ihre persönliche Bilanz. Vom Kreis, wo Tessa Cocx gegen mehrere Verteidigerinnen mal wieder Schwerstarbeit verrichten musste und sich dabei aufrieb, und von rechts kam hingegen nichts. Stella Kramer erwies sich mit drei Pfostentreffern als Unglücksrabe, an Annika Busch lief das Spiel komplett vorbei.

Das lag auch an der indiskutablen Leistung von Gesine Paulus, die offensiv fast immer die falschen Entscheidungen traf und defensiv von Sindelfingens Kreisläuferin Maja Sommerlund vorgeführt wurde. Die Lücken in der gesamten BVB-Deckung waren auch an diesem Abend riesig. Und weil auch die Torhüterinnen (Wilke setzte diesmal auf Helen Trodler und wechselte später die nicht stärkere Inge Roelofs ein) kaum einen Unhaltbaren parierten und angesichts der immer wieder frei vor ihnen auftauchenden Gegnerinnen auch den Eindruck der Resignation erweckten, sanken mit jeder Minute der Mut und der Glauben.

So blieb den gut 700 Zuschauern nur dank der Treffer von Porvaznikova und einer zumindest in der Anfangsphase akzeptabel wirkenden Steffi Glathe die Hoffnung bis zur Pause erhalten. Auch Kowalska, die von Trainer Wilke wieder zunächst auf die Bank gesetzt wurde, übernahm Verantwortung und deutete an, wie sie dem BVB helfen kann. Spielentscheidend waren dann die ersten zehn Minuten nach der Halbzeit-Unterbrechung. Sindelfingen zog auf 25:19 davon, nahm Kowalska kurz und freute sich weiter über viele dumme und leichte Fehler der Gastgeberinnen. Bei 22:26 (50.) keimte kurz Hoffnung auf beim BVB, den Spielerinnen aber fehlte der rechte Glaube an eine Wende. Und, die Tabelle lügt da nicht, es fehlte letztlich auch die Klasse.