Rettung für BVB-Handball und -Tischtennis

DORTMUND Es war ein hartes Stück Arbeit. Nachdem das Aus der Bundesliga-Teams von Borussia Dortmund in den Abteilungen Handball und Tischtennis eigentlich beschlossen war, folgte am Donnerstag die Wende zum Guten.

von Von Dirk Krampe

, 26.03.2009, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rettung für BVB-Handball und -Tischtennis

Auf Szenen wie diese müssen Sportfans in Dortmund nicht verzichten.

Punkt 13.09 Uhr sprach Dr. Reinhard Rauball aus, worauf alle gehofft hatten, worauf in den Abteilungen und im Vorstand des BVB fieberhaft hingearbeitet worden war. "Borussia Dortmund", sagte Rauball, "wird am Montag fristgemäß die Lizenzierungsanträge  für den Spielbetrieb Tischtennis und Handball stellen." Es war ähnlich still im Raum wie vor vier Wochen, als Rauball das Aus für den Bundesliga-Sport verkündet hatte. Und es dauerte ähnlich lange, bis diesmal die Positiv-Nachricht ihre Wirkung verbreitete. Von Jubelstimmung nach Rauballs 19 Minuten dauernden Ausführungen daher auch keine Spur. Es herrschte eher grenzenlose Erleichterung. "Für uns war es fünf nach Zwölf", gestand Handball-Abteilungschef Andreas Heiermann. "Wichtig ist vor allem, dass wir eine Planungssicherheit über die nächste Saison hinaus haben."BVB-Damen: Acht Sponsoren werden helfen

In vielen Gesprächen ist es Heiermann, Tischtennis-Chef Bernd Möllmann und Rauball tatsächlich gelungen, lokale und regionale Sponsoren für das Projekt Bundesliga-Handball und -Tischtennis zu gewinnen. Und zwar gleich acht an der Zahl. Namentlich sind dies die Radici-Gruppe Bergkamen, Stadtsparkasse und Volksbank Dortmund, die DSW 21, die Flughafen GmbH, Signal Iduna, die RP-Gruppe und ein achter, bisher noch nicht benannter Sponsor. "Aus diesem Pool, und nichts anderes wäre möglich gewesen, können wir die vorgelegten Etats Handball und Tischtennis speisen", erklärte Rauball.

Das Trio hat auch das Ziel erreicht, die Voraussetzungen für eine Nachhaltigkeit zu schaffen - alle Unternehmen haben sich für drei Jahre, zwei gleich für vier Jahre verpflichtet. Dafür gebühre allen ein besonderer Dank, meinte Rauball. "Denn die Zeiten, wo der Sport eine Insel der Glückseligkeit ist, sind lange vorbei."Start in der 2. Liga

Beide Abteilungen werden also nun doch jeweils in der 2. Bundesliga an den Start gehen. Schon am Donnerstag begann die Detailarbeit: Seit Wochen warten Spieler und Spielerinnen auf entsprechende Signale, Handball-Chef Heiermann führte noch vor dem Abend-Training gemeinsam mit Sportleiter Jochen Busch erste Gespräche. Noch nicht ganz vom Tisch ist auch die Personalie Franziska Heinz. "Es gibt offenbar in Greven nicht uneingeschränkte Zustimmung zu ihrer Verpflichtung", meinte Heiermann, der ein klärendes Gespräch "auf jeden Fall" führen will.

Die Trainerfrage genießt bei den Handballerinnen Priorität, Heiermann mahnte aber auch an, die jetzige Aufbruchstimmung zu nutzen. "Wir brauchen weiter jede Hilfe, vor allem aber auch Unterstützung in der täglichen Arbeit."Erleichterung auch bei Tischtennis-Chef

Erleichterung herrschte auch bei Tischtennis-Chef Bernd Möllmann, der sich vor allem um die Zukunft der Profis Qi und Fadeev gesorgt hatte. "Mit beiden werde ich unverzüglich Kontakt aufnehmen", sagte er. Um die Top-Spieler und den ehemaligen deutschen Junioren-Meister Hermann Mühlbach möchte Möllmann ein Sextett aufbauen, das im oberen Drittel mithalten kann.