Svenja Huber verlässt Dortmund - BVB verpflichtet Kelly Vollebregt als Nachfolgerin

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Der BVB bastelt an seinem Kader für die neue Saison. Auf Rechtsaußen plant der Handball-Bundesligist künftig mit einer Niederländerin. Für Svenja Huber heißt es deshalb Abschied nehmen.

Dortmund

, 03.04.2019, 19:40 Uhr / Lesedauer: 3 min
Svenja Huber verlässt Dortmund - BVB verpflichtet Kelly Vollebregt als Nachfolgerin

Svenja Huber wird Borussia Dortmund im Sommer verlassen. © Peter Ludewig

Als sich Svenja Huber vor drei Jahren mit drei Meisterschaften im Gepäck vom Thüringer HC auf den Weg nach Dortmund gemacht hat, sollte die 600.000-Einwohner-Stadt eigentlich ihr letzter Stopp in der Handball-Bundesliga sein. „Als ich damals zum BVB gewechselt bin, bin ich davon ausgegangen, hier meine Karriere zu beenden“, sagt Huber am Mittwoch. „Jetzt kommt es anders.“

Die 54-fache Nationalspielerin (171 Tore) wird die Schwarzgelben zum Saisonende verlassen und bei Borussias Liga-Konkurrenten Bayer Leverkusen anheuern. Das bestätigten Huber und die Werkselfen am Mittwochabend „Es wird sicherlich mein letzter Verein sein. Wenn der Vertrag ausläuft, bin ich 35. Ich denke, dann ist es auch genug“, sagt Huber.

Der Verein hat der 1,68 Meter großen Rechtsaußen bereits Anfang des Jahres mitgeteilt, dass er nicht mehr mit ihr plane. „Natürlich ist niemand begeistert, wenn einem so etwas mitgeteilt wird, aber im Sport gehört es nun mal dazu, dass man Spielerinnen auch mal wehtut“, erklärt Andreas Heiermann, Abteilungsvorstand des BVB. „Aber wir stehen eben vor einem Kader-Umbruch, und da spielt dann auch die Altersstruktur eine Rolle.“ Der Verein sei Huber „dankbar für ihre Loyalität und ihre Leidenschaft – und ich wünsche ihr für ihre Zukunft alles Gute“.

Huber hegte Gedanken ans Aufhören

Huber, 33 Jahre alt, kennt das all diese Gepflogenheiten im Profi-Handball aus ihrer langen Karriere. Dass es nun zum Abschied beim BVB kommt, sei dennoch „hart, und das Wie spielt meiner Meinung nach im Leben immer eine große Rolle, aber ich weiß auch, dass das Geschäft nun mal so ist“, betont Huber.

Sie habe damals, nachdem der Verein sie von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt hatte, sogar kurz darüber nachgedacht, ob sie überhaupt auf diesem Niveau weiterspielen wolle. Als sich dann die Option Leverkusen aufgetan hat, habe sie diesen Gedanken aber recht schnell wieder verworfen, sagt Huber. „Die Gespräche dort haben mich von Anfang an überzeugt, und es ist einfach schön, dass man eine solche Wertschätzung erfährt.“

„Ich spiele seit einigen Wochen schlecht“

Dass ihre Leistungskurve zuletzt nach unten ging, will auch die 33-Jährige nicht wegreden. In den vergangenen sieben Partien gelangen Huber gerade einmal sechs Treffer, drei davon per Siebenmeter. Zu wenig für eine, die immer den Anspruch an sich selbst hatte, mit Leistung zu überzeugen und voranzugehen. „Natürlich ist es keine einfache Situation im Moment“, sagt Huber. „Ich bin gut in die Saison gestartet, aber spiele seit einigen Wochen wirklich schlecht, das macht natürlich nicht unbedingt Spaß.“

Ihr Trainer Gino Smits setzte die etatmäßige Rechtsaußen auch wegen der personellen Probleme zuletzt fast ausschließlich im rechten Rückraum ein. Sie versuche, ihr Bestes zu geben, sagt Huber. „Aber wenn man auf seiner angestammten Position kaum beziehungsweise keine Spielzeit bekommt, ist es schwierig, ins Spiel zu kommen.“ In Leverkusen soll das nun anders werden. Bayer-Coach Robert Nijdam jedenfalls soll mit Huber auf ihrer angestammten Position planen.

„Das ist großartig, dass sich Svenja für uns entschieden hat. Ich freue mich sehr, eine solch herausragende Spielerin bei uns begrüßen zu dürfen. Von ihrer enormen Erfahrung werden unsere jungen Spielerinnen ganz sicherlich sehr profitieren“, erklärt Bayers Geschäftsführerin Renate Wolf per Mitteilung.

BVB bestätigt Transfer von Kelly Vollebregt

In Dortmund haben sie die entstandene Lücke auf Rechtsaußen bereits geschlossen. Der Verein hat die Niederländerin Kelly Vollebregt vom Bundesliga-Dritten TuS Metzingen für die kommende Saison verpflichtet. Die Linkshänderin folgt damit ihrer Mannschaftskollegin und Nationaltorhüterin Isabell Roch und erhält beim BVB einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2021.

„Kelly Vollebregt ist eine Spielerin mit enormem Potenzial. Sie ist erst 24 Jahre alt, und wir erhoffen uns von ihr, dass sie in den nächsten Jahren eine der prägenden Spielerinnen auf ihrer Position in Europa werden wird“, sagt Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand der Borussia.

„Das Projekt BVB-Handball hat mich sofort angesprochen“, erklärt Vollebregt am Mittwoch. „Ich glaube, dass Borussia Dortmund sich in den nächsten zwei Jahren zur deutschen Spitzenmannschaft entwickeln wird, da möchte ich dabei sein, und auf diese Herausforderung freue ich mich.“

Mit dem Duo Fujita/Vollebregt in die Zukunft

Die niederländische Rechtsaußen, in der Saison 2012/13 in ihrer Heimat zum Talent des Jahres gewählt, wechselte vor vier Jahren von den Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern nach Metzingen. In dieser Saison erzielte die 24-Jährige 24 Treffer für die TuSsies. Zuletzt nominierte sie Bondscoach Emmanuel Mayonnade für die Länderspiele im März gegen Deutschland in Oldenburg.

Vollebregt, die bereits seit Längerem zum erweiterten Kreis der niederländischen Nationalmannschaft gehört, soll gemeinsam mit Asuka Fujita, 23, das neue Rechtsaußen-Duo bei der Borussia bilden. „Mit Asuka und ihr sind wir – auch von der Altersstruktur her – sehr gut aufgestellt für das nächste Jahr“, sagt Heiermann.

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