Svenja Spriestersbach schließt Verbleib beim BVB nicht aus

"Blut geleckt"

Als sie im Januar den Hilferuf aus Dortmund bekam, musste Svenja Spriestersbach (29) nicht überredet werden. Und doch war eigentlich klar, dass die Handballerin der BVB-Zweitligadamen Mitte April ihre Zelte bei Borussia Dortmund wieder abbrechen würde. Jetzt haben sich die Bedingungen geändert.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 13.04.2011, 21:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wieder in Spiellaune: Svenja Spriestersbach (M.).

Wieder in Spiellaune: Svenja Spriestersbach (M.).

In Buxtehude fand sie aber größtenteils nur Frusterlebnisse. „Ich bin dort nie richtig angekommen“, sagt die Rückraumschützin. „Ich hatte mir mehr Einsatzzeiten versprochen, die bekam ich aber nicht.“ Nach nur einem Jahr löste sie den Zweijahresvertrag auf eigenen Wunsch. Ein Kreuzbandriss machte ihr die Entscheidung nicht schwerer – die Ungewissheit, ob sie den Anschluss noch einmal schaffen würde, war da. Also ging Svenja Spriestersbach zum TV Mainzlar, zu Klaus Gerlach, den sie aus alten Zeiten noch gut kannte. Hinunter in die 2. Bundesliga, aber das sollte kein Abstieg sein. „Ich dachte eigentlich, dass ich meine Karriere dort gut ausklingen lassen könnte.“ Spriestersbach ignorierte Warnungen vor finanziellen Problemen beim TVM, „ich wollte das vielleicht auch nicht hören.“ Anfang Januar kam das Aus. „Chaotische zwei Jahre“, sagt Svenja Spriestersbach, habe sie nun hinter sich gebracht, die Zeit in Dortmund aber war ihr trotz der bekannten Probleme in guter Erinnerung geblieben.

Also half sie. „Es hat riesigen Spaß gemacht“, gibt sie zu, und genau deshalb fällt ihr die Entscheidung über die Zukunft so schwer. Drei Mal wöchentlich ist sie zum Training gependelt, pro Weg über 100 Kilometer, immer die A45 lang. „Sechs Stunden“, sagt sie, „bin ich dann insgesamt von zu Hause weg.“ Das ist eine enorme Belastung, zumal Spriestersbach an der Universität Kassel noch ihren Master macht und „nebenbei“ auch in der Physiotherapeuten-Praxis ihres Freundes die Büro-Organisation stemmt. Wenn sie bei der Borussia bleibt, dann will sie es ganz oder gar nicht machen, sagt Svenja Spriestersbach. „Ich ringe mit mir“, gesteht sie. Soll sie ihrem Herzen folgen, oder der Vernunft den Vortritt lassen? Die Entscheidung naht…