BVB-Handball

Tempo, tolle Tore und Torfrau Ten Holte mit Krakenarmen

Die BVB-Handballerinnen trotzen ihrem Mini-Kader und schicken im Duell der bis dahin Verlustpunktfreien Buxtehude mit 37:31 nach Hause. Nur ein Wermutstropfen trübt die schwarzgelbe Freude.
Merel Freriks und Dana Bleckmann (v.l.) packen in der Abwehr zu, den Rest erledigte Torfrau Yara Ten Holte. © Stephan Schütze

Wer Vollgas-Veranstaltungen in Schwarzgelb sehen will, ist auch in dieser Saison in der Halle Wellinghofen bestens aufgehoben. Die Handballerinnen von Borussia Dortmund fegten am Mittwochabend furios über den Buxtehuder SV hinweg, gewannen 37:31 (24:15) und buchten im vierten Bundesliga-Spiel 2021/22 den vierten Sieg und damit vorübergehend wieder die Tabellenspitze.

„Das war eine Nummer zu schnell für uns, aber auf jeden Fall auch sehr lehrreich“, sagte ein beeindruckter BSV-Trainer Dirk Leun nach dem Schlusspfiff im Duell der vor dem Anpfiff noch verlustpunktfreien Teams der Liga. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr ging das BSV-Team beim BVB mit 19:36 (9:24) unter und kassierte eine der höchsten Niederlagen der Vereinsgeschichte.

40 Minuten toller Handball

Auch BVB-Coach André Fuhr, sonst eher sparsam mit Lob, sprach seinen verletzungsbedingt stark dezimierten Schützlingen ein echtes Lob aus: „Ich habe 40 Minuten tollen Handball gesehen. Wir haben das Tempo hochgehalten und sind mit viel Präsenz aufgetreten“. Da konnte er auch die Schlussviertelstunde verschmerzen, in der die Borussinnen dem Tempo-Handball und dem ausgedünnten Kader etwas Tribut zollen mussten.

Das schmälert den Auftritt der Gastgeberinnen, den leider nur 260 Zuschauer, unter ihnen BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball, sehen wollten. Dieses Spiel hätte eine größere Kulisse verdient gehabt. Die Dortmunderinnen legten los wie die Feuerwehr, führten schnell mit 8:1 (9.), Amelie Berger war auf Rechtsaußen kaum zu halten, erzielte ihre sechs Gesamttreffer allesamt in Halbzeit eins. „Das hat echt Spaß gemacht“, sagte die 22-Jährige und meinte angesichts des straffen Spiel-Programms aus Bundesliga und Champions-League augenzwinkernd: „Spielen macht auch immer mehr Spaß als Trainieren“.

Grijseels führt gekonnt Regie

Doch nicht nur Berger war bestens aufgelegt, als Regisseurin zog Alina Grijseels erneut routiniert und ballsicher die Fäden, erzielte selbst neun Treffer, davon sechs Siebenmeter. Und im Tor wuchsen Yara ten Holte förmlich Krakenarme. Die 21-jährige Niederländerin parierte an diesem Abend auch die unhaltbaren Würfe, Siebenmeter und belohnte sich in der 50. Minute selbst mit ihrem Treffer zur 36:24-Führung der Schwarzgelben, als sie von Tor zu Tor einnetzte und mehrfach verdienten Szenenapplaus einstrich.

Sonderlob für Torfrau Ten Holte

„Yara hat eine super Entwicklung gemacht, die Spielanteile machen sich bezahlt“, konstatierte BVB-Torwarttrainerin Clara Woltering. Erneut äußert präsent agierte Dana Bleckmann, die sieben Tore beisteuerte. Das Eigengewächs hat sich im Rückraum inzwischen etabliert.

Allen gemein war, dass am Ende der kraftraubenden Wochen etwas die Kräfte schwanden, in acht torlosen Minuten verkürzten die Gäste aus dem Norden ihren Rückstand von zwölf auf sieben Tore, ohne die amtierenden Deutschen Meisterinnen ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können.

Kükükyildiz vergrößert BVB-Lazarett

Eine Schrecksekunde zu Beginn der 2. Halbzeit ließ die Halle für einige Momente ganz still werden: Borussin Fatos Kücükyildiz knickte bei einer Angriffsaktion mit dem rechten Fuß böse um. „Eventuell ein Außenbandriss, das wären vier Wochen Pause“, vermutete Mannschaftsarzt Dr. Dirk Tintrup in einer ersten Diagnose. Das lässt die Sorgen im BVB-Lazarett ansteigen, zumal am Samstag (18.00/Körnighalle) mit Brest die nächste Herausforderung wartet.

BVB : Ten Holte, Kohorst, Grijseels (9/6), van der Heijden (4), Moreno (3), Bleckmann (7), Freriks (3), Abdulla (1), Kucukyilidiz, Rönning (2), Berger (6), Sando (1), Albers, Schwarz

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