Borussia Dortmund

Verwirrung um BVB-Spiel: Hallenleiter sagt erst ab, obwohl die Halle plötzlich frei ist

Die LG Olympia sieht sich im falschen Licht – BVB-Handball-Chef Heiermann lobt die Leichtathleten – ein abgesagter Termin steht jetzt doch für Borussia Dortmund zur Verfügung. Die Verwirrung ist perfekt.
Die Helmut-Körnig-Halle hätte dem BVB jetzt doch zur Verfügung gestanden. © Stephan Schütze

Andreas Heiermann sieht ein strukturelles Problem in Dortmund. Ein Hallenproblem. Der Abteilungsleiter der Handballerinnen des BVB verschweigt das nicht. Er macht es publik. Er ärgert sich zum Beispiel riesig darüber, dass der aktuelle Deutsche Meister von der Stadt keinen Schlüssel für seine Trainingshalle bekommt.

So stand der Champions League-Teilnehmer schon einmal mit seinem kompletten Team vor verschlossenen Türen. Die Stadt hatte damals erklärt, dass der Klub die Nutzungszeiten nicht schriftlich angefragt hatte. Ihn ärgert es auch, dass die Nachwuchstalente aus dem Süden unter anderem in Asseln trainieren müssen.

Für Heiermann ist es ebenfalls unverständlich, dass dem Klub keinen passenden Termin für das Champions-League-Spiel gegen Rostov-Don angeboten wurde.

Hierfür ist der Olympia-Stützpunkt Westfalen zuständig, der die Zeiten für die Helmut-Körnig-Halle vergibt. Der 5. Januar wurde als Termin vorgeschlagen. Der europäische Verband EHF akzeptierte diesen Termin nicht. Der vorgegebene Termin des Verbandes war der 15. Januar. Da ist die Helmut-Körnig-Halle aber durch die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft belegt.

Für den vom EHF vorgeschlagenen Ausweichtermin 12. Januar erteilte Friedrich Dieck, Leiter Sportstätten am Olympia-Stützpunkt Westfalen, dem Klub eine Absage. Der zweite mögliche Ausweichtermin, der 26. Januar, kam nicht infrage, da die Leichtathleten die Halle an diesem Tag benötigen (wir berichteten). „Ich empfinde die abweisende Art in Dortmund als unzumutbar“, erklärte Andreas Heiermann.

Michael Adel, Präsident der LG Olympia Dortmund, erhielt im Anschluss an diese Berichterstattung einige Anrufe. „Es kam das Gefühl bei einigen auf, als wären wir Leichtathleten schuld daran, dass der BVB nicht in der Champions League spielen könnte“, erklärt Adel.

Die LGO veröffentlichte eine Stellungnahme. In der war unter anderem zu lesen: „Die Dortmunder Leichtathletikvereinigung verwahrt sich gegen Anspielungen von BVB-Abteilungsleiter Andreas Heiermann, sie behindere die Ausübung anderer Sportarten in der Helmut-Körnig-Halle.“ Das Sie bezieht sich auf die LGO.

BVB: Heiermann ist Fan der Leichtathleten

Weiter hieß es in der Stellungnahme: „Es ist stets ein Anliegen der Leichtathletik, insbesondere dem Handball-Damenteam des BVB die Möglichkeit zu geben, seine Heimspiele in der Helmut-Körnig-Halle auszutragen. Die diesbezüglichen Anfragen über die Verwaltung der Stadt sind bisher auch stets positiv von den Verantwortlichen der Leichtathletik beschieden worden. Allerdings war bereits im Sommer des Jahres kommuniziert worden, dass in den Monaten Januar und Februar die Leichtathletik Vorrang haben muss.“

Andreas Heiermann erklärt auf Anfrage, dass er nie schlecht über die Leichtathleten gesprochen und ihnen die Schuld für den Ausfall gegeben habe. „Ganz im Gegenteil. Ich bin Fan der Dortmunder Leichtathletik und finde es super, wie die LGO sich wieder entwickelt hat. Die LGO ist ein Aushängeschild der Sportstadt Dortmund“, sagt Heiermann. Am Dienstagmittag telefonierte er mit Michael Adel.

Heiermann betont, dass seine Kritik sich in erster Linie auf die Arbeit der Verwaltung der Stadt Dortmund beziehe. Er sehe insgesamt kein großes Entgegenkommen. Keine Hilfe.

Auch nicht immer vom Olympiastützpunkt Westfalen. Friedrich Dieck hatte dem BVB Anfang Dezember schriftlich mitgeteilt, dass die Helmut-Körnig-Halle am 12. Januar nicht für das Champions-League-Spiel gegen Rostov-Don zur Verfügung stehe. Am Dienstag erfuhr Heiermann, dass die Leichtathleten am vergangenen Montag aber mitgeteilt haben, dass sie die Helmut-Körnig-Halle dem BVB am 12. Januar zur Verfügung stellen würden.

BVB: Spiel jetzt in Wuppertal

Friedrich Dieck bestätigt gegenüber unserer Redaktion, dass er dem BVB am 2. Dezember schriftlich mitgeteilt habe, dass die Helmut-Körnig-Halle am 12. Januar als Spielort nicht infrage käme. „Und es stimmt, die Leichtathleten haben am Montag mitgeteilt, dass sie am 12. Januar für den BVB Platz machen würden. Aber der BVB hat ja jetzt schon eine neue Halle.“

Andreas Heiermann hat nach der Absage von Dieck die Unihalle in Wuppertal gemietet. Hier findet jetzt am 15. Januar das Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund gegen Rostov-Don statt.

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