Borussia Dortmund

Viel Brisanz in der Partie: Das spannendste Handball-Duell Deutschlands steht an

Borussia Dortmund trifft auf die SG BBM Bietigheim. Die besten Mannschaften Deutschlands treffen aufeinander. Es geht um die Deutsche Meisterschaft.
Borussia Dortmund trifft auf die SG BBM Bietigheim. © imago images/Beautiful Sports

Es ist das größte Handball-Spiel in Deutschland. Borussia Dortmund gegen die SG BBM Bietigheim. Innerhalb weniger Jahre haben sich beide Vereine von der Konkurrenz in Deutschland abgesetzt und dominieren den deutschen Frauen-Handball.

Am Sonntag kommt es in der Stuttgarter Scharrena vor 500 zugelassenen Zuschauern zum ersten vorentscheidenden Duell um die deutsche Meisterschaft.

Das Spitzenspiel des deutschen Frauenhandballs wird ab 16.20 Uhr live auf Eurosport übertragen (Anwurf um 16.30 Uhr). Wir geben einen Überblick darüber, warum sich dieses Duell in den vergangenen Jahren zum Nonplusultra entwickelt hat.

Aktuelle Lage: Borussia Dortmund und die SG BBM Bietigheim marschieren durch die Handball-Bundesliga. Der BVB verlor sein letztes Spiel im Februar 2020 gegen den TuS Metzingen (24:28). Seitdem gab es in der Bundesliga 39 Siege in Folge. Auch in der aktuellen Spielzeit gab es bislang acht Siege aus acht Spielen. Bietigheim gewann ein Spiel mehr, steht deshalb an erster Position im nationalen Tableau. Nach der Weltmeisterschafts-Pause von Mitte November bis Mitte Dezember hätte der BVB ein Spiel gehabt. Das Duell gegen die HSG Blomberg/Lippe fiel wegen eines Omikron-Falls bei den Ostwestfalen aus, während Bietigheim am Mittwochabend den Buxtehuder SV souverän schlug (27:21).

„Es kommt uns jetzt nicht gelegen, dass das Spiel in Blomberg ausfällt. Wir hätten die Partie gebraucht, um uns einzuspielen“, sagt BVB-Trainer André Fuhr.

Brisanz: Mit Kelly Dulfer und Inger Smits spielen die beiden wohl prägendsten Figuren aus Borussia Dortmunds vergangener Spielzeit nun in Bietigheim. Der Abschied verlief souverän und professionell, gewannen beide in Dortmund die Deutsche Meisterschaft. In Erinnerung blieb aber vor allem der Konflikt mit BVB-Coach Fuhr. „Das war für mich das Allergrößte, das André Fuhr da ruhig geblieben ist beim permanenten Piesacken von Kelly und Inger“, sagte BVB-Handball-Abteilungsleiter Andreas Heiermann im Sommer über den Konflikt zwischen Dulfer, Smits und Fuhr.

Jetzt spielt das niederländische Rückraum-Duo für den großen BVB-Konkurrenten. Im Gegenzug verpflichtete Borussia Dortmund die deutsche Nationalspielerin Amelie Berger. Ein Wechsel, der geräuschlos über die Bühne ging.

Favorit: Ein Blick auf die nackten Zahlen bringt den BVB nach vorne. 39 Bundesliga-Siege hintereinander und die letzten vier Liga-Spiele gegen Bietigheim siegreich bestritten. Anders sieht die Betrachtung personell aus: Bietigheim hat mehr individuelle Klasse in den eigenen Reihen. Das Team ist gespickt mit zahlreichen erfahrenen Nationalspielerinnen und verfügt über eine größere Qualität in der Breite. Spielerinnen wie Xenia Smits, Luisa Schulze, Kim Naidzinavicius und Danick Snelder – zusätzlich zu Smits und Dulfer – sorgen für mehr Optionen.

Die Personallage hat sich beim BVB zwar gebessert und die ersten Sieben können es Bietigheim schwer machen. Sobald aber Alina Grijseels, Merel Freriks, Mia Zschocke oder Laura van der Heijden eine Pause benötigen, wird es schwierig für Borussia Dortmund – auch weil die Schwarzgelben seit Saisonbeginn von Verletzungsproblemen gebeutelt sind.

Ausblick: Wer das Spiel am Sonntag gewinnt, verschafft sich einen großen Vorteil im Kampf um die Deutsche Meisterschaft – zumindest erstmal zwei Punkte Vorsprung. Dennoch sind im Anschluss noch zwei Drittel der Saison zu spielen. Das Rückspiel im April in Dortmund wird noch eine größere Rolle einnehmen.

Dennoch wird das erste Kräftemessen seit dem Supercup-Spiel Ende August, welches Bietigheim deutlich gewann (21:31) Rückschluss darauf geben, wer in dieser Spielzeit das tonangebende Team im deutschen Frauen-Handball ist.

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