0:1 - BVB kassiert in Hoffenheim die erste Niederlage des Jahres

Kleiner Rückschlag

Nach der schwächsten Leistung in der Rückrunde musste Borussia Dortmund am Samstagnachmittag einen kleinen Rückschlag im Kampf um die Deutsche Meisterschaft hinnehmen. Bei der TSG 1899 Hoffenheim unterlag der BVB mit 0:1 (0:0).

SINSHEIM

von Von Dirk Krampe

, 12.03.2011, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Aritistisch: Nuri Sahin (r.) im Zweikampf mit Boris Vukcevic.

Aritistisch: Nuri Sahin (r.) im Zweikampf mit Boris Vukcevic.

Hoffenheim, das von Trainer Marco Pezzaiouli (42) nicht im von Dortmund erwarteten 4-3-3, sondern in einem defensiveren 4-4-2 aufs Feld geschickt wurde, agierte in den ersten 45 Minuten wie im Hinspiel in Dortmund. Extrem aggressiv im Zweikampfverhalten, mit dem Versuch eines überfallartigen Konterspiels. Nach nur 18 Minuten hatten sowohl Sead Salihovc nach übler Attacke gegen Lukasz Piszczek (7.) als auch Edson Braafheid nach Foul an Mario Götze (18.) schon Gelb gesehen. Nach einer Großchance für Felipe Santanas, dem der Ball nach einer Götze-Hereingabe über den Fuß sprang (8.) und dem Kopfball von Vedad Ibisevic, den BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller mit einem tollen Fußreflex von der Torlinie kratzte (12.), verflachte die Partie deutlich. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld. Bei Dortmund lief zumindest einiges über die rechte Seite, wo Piszczek einige schöne Vorstöße initiierte. Allerdings fehlte dem Polen bei seinen Flanken die letzte Präzision.

Hoffenheims Zerstörertaktik, die sich in 13:5-Fouls zur Pause dokumentierte, ging auf. Über Dortmunds linke Seite mit Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz ging lange gar nichts, weil sich Schmelzer auf die Absicherung gegen Ryan Babel konzentrierte. Großkreutz fand lange wie auch im Zentrum Robert Lewandowski gar nicht statt. Sein Pass auf den endlich mutig stürmenden Schmelzer aber sorgte nach 33 Minuten noch einmal für Gefahr. Der BVB-Linksverteidiger ließ Vorsah stehen, zögerte mit der Flanke aber zu lange. Schmelzers zweite gute Flanke zwei Minuten später brachte Lewandowski aus elf Metern in gute Schussposition, die Direktabnahme ging aber deutlich übers Tor. Kurz vor der Pause musste BVB-Trainer Jürgen Klopp unplanmäßig wechseln. Bei einem  Zweikampf mit Andreas Beck kugelte sich Sechser Sven Bender unglücklich die linke Schulter aus und musste raus. Antonio da Silva, 1:1-Torschütze im Hinspiel, ersetzte ihn.

Mit Ibisevics Linksschuss aus spitzem Winkel, den Weidenfeller wieder stark parierte, setzten die Gastgeber früh nach Wiederbeginn ein erstes Ausrufezeichen (48.). Santana hatte den Bosnier entwischen lassen. Schmelzers Linksschuss nach Großkreutz-Vorarbeit fischte 1899-Keeper Tom Starke aus dem Winkel (54.), da Silvas 25-Meter-Schuss strich knapp übers Hoffenheimer Tor – auch der BVB kam zielstebiger aus der Kabine. Klopp brachte dann Jakub Blaszczykowski für den schwachen Lewandowski und sah die Führung der Heimmannschaft, als der BVB im Umschaltspiel zu nachlässig agierte: In der Mitte störte Felipe Santana Babel nicht, auf der linken Seite ließ Schmelzer 1899-Kapitän Andreas Beck in Ruhe flanken, dann entwischte Torschütze Ibisevic wieder Santana. Weidenfeller war machtlos  – 1:0 (63.)

Mit Mario Götze in der Zentrale und Blaszczykowski als Dampfmacher über die rechte Seite erhoffte sich Klopp in der Schlussphase mehr Zielstrebigkeit in den offensiven Aktionen. Felipe Santana mutierte noch zum zweiten Stürmer, da Silva spielte den Innenverteidiger – was der BVB auch versuchte, es fruchtete an diesem Nachmittag nicht, weil das sonst übliche Tempospiel nach Balleroberung fast vollständig lahmte. Die defensiv weiter hart arbeitenden Gastgeber brachten die Führung über die Zeit und hatten bei Ibisevics fulminantem Lattenschuss Pech (88.). In der dritten Minute der Nachspielzeit vergab Lucas Barrios alleinstehend die letzte große Ausgleichschance für den BVB. Starke parierte und hatte dabei auch das nötige Glück.

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