1:1 gegen München legt die Abneigungen offen

Unter Feinden

Es hätte ein entspannter Fußball-Abend werden können, wenn sich Münchens Rafinha nicht nach 63 Minuten zu einer Dummheit hätte hinreißen lassen. Aus einem bis dahin friedlichen 1:1 (1:1) zwischen dem BVB und dem FC Bayern wurde durch seinen Ellenbogenschlag ein Duell zweier Teams, die nur eins verbindet: die gegenseitige Abneigung.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 06.05.2013, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hitziges Duell auf dem Platz, nachdem Rafinha Jakub Blaszczykowski den Ellbogen ins Gesicht gerammt hatte.

Hitziges Duell auf dem Platz, nachdem Rafinha Jakub Blaszczykowski den Ellbogen ins Gesicht gerammt hatte.

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Fußball-Bundesliga: BVB - FC Bayern München 1:1 (1:1)

Ein Platzverweis, zwei Tore, hitzige Diskussionen in der Coaching-Zone und ein verschossener Elfmeter - Borussia Dortmund und der FC Bayern haben sich bereits vor dem Showdown in Wembley einen intensiven Schlagabtausch geliefert.
04.05.2013
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Kopf gegen Fuß, oder Kevin Großkreutz (l.) gegen David Alaba.© Foto: DeFodi
Kevin Großkreutz bejubelt seinen Treffer zum 1:0.© Foto: dpa
Diskussionen zwischen Jakub Blaszczykowski (vorne) und Rafinha (r.).© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski scheiterte mit einem Elfmeter an Manuel Neuer.© Foto: dpa
Marcel Schmelzer (r.) ist vor Xherdan Shaqiri am Ball.© Foto: dpa
Schiedsrichter Peter Gagelmann zeigt Rafinha (M.) die Gelb-Rote Karte. © Foto: dpa
Felipe Santana (l.) im verbalen Duell mit Thomas Müller.© Foto: dpa
Jürgen Klopp (l.) diskutiert nach Spielende mit Nuri Sahin.© Foto: DeFodi
Gewohnt emotional: FCB-Sportdirektor Matthias Sammer (M.)© Foto: DeFodi
Luftduell zwischen (v.l.) Manuel Neuer, Daniel van Buyten und Felipe Santana.© Foto: DeFodi
Mario Gomez (M.) bejubelt seinen Kopfballtreffer zum 1:1.© Foto: dpa
Für dieses Foul an Robert Lewandowski (r.) sah Anatoliy Tymoshchuk die Gelbe Karten.© Foto: DeFodi
Bei diesem Zweikampf mit Diego Contento verletzte sich Ilkay Gündogan (l.). Er musste bereits nach 14 Minuten wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden.© Foto: DeFodi
Kopfballduell zwischen Julian Schieber (r.) und Anatoliy Tymoshchuk.© Foto: DeFodi
Die Dortmunder Fans fiebern dem Champions-League-Finale am 25. Mai entgegen.© Foto: dpa
Seit mittlerweile fünf Jahren ist Jürgen Klopp Trainer beim BVB. © Foto: dpa
Sebastian Kehl (r.) jubelt mit Torschütze Kevin Großkreutz.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (l.) behauptet den Ball gegen Jerome Boateng.© Foto: DeFodi
Plakat der Dortmunder Fans.© Foto: dpa
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 Was Sammer so erregt hatte, war der Platzverweis für seinen Rechtsverteidiger Rafinha in der 63. Minute, nachdem dieser Jakub Blaszczykowski mit seinem Ellenbogen niedergestreckt hatte und dafür zurecht mit Gelb-Rot bestraft wurde. Schon während des Spiels hatte er sich deshalb ein Wortgefecht mit dem auf höchster Stufe kochenden Jürgen Klopp geliefert. Nase an Nase standen sich die beiden Kontrahenten gegenüber. Es fehlte nicht viel, und die Streithähne wären übereinander hergefallen.   „Zwischendurch gab es ein paar Szenen, in denen die Emotionen hochgekocht sind“, sagte Sammer eine halbe Stunde nach dem Spiel, als sich die Gemüter wieder etwas abgekühlt hatten. „Verbal und manchmal auch ein bisschen nah, trotzdem mit Respekt, zumindest von meiner Seite aus …“

Sammer und Klopp werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr — und befinden sich damit in guter Gesellschaft. Die Rivalität zwischen den beiden besten deutschen Klubs droht langsam Grenzen zu überschreiten. Längst ist das Verhältnis einer Feindschaft näher als einer Freundschaft. „Der Respekt ist abgekühlt“, bemerkte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor der Partie. „Warum soll ich von Friede, Freude, Eierkuchen reden, wenn es nicht so ist?“ Münchner und Dortmunder sind vereint in gegenseitiger Abneigung.  

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Fußball-Bundesliga: BVB - FC Bayern München 1:1 (1:1)

Ein Platzverweis, zwei Tore, hitzige Diskussionen in der Coaching-Zone und ein verschossener Elfmeter - Borussia Dortmund und der FC Bayern haben sich bereits vor dem Showdown in Wembley einen intensiven Schlagabtausch geliefert.
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Kopf gegen Fuß, oder Kevin Großkreutz (l.) gegen David Alaba.© Foto: DeFodi
Kevin Großkreutz bejubelt seinen Treffer zum 1:0.© Foto: dpa
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Robert Lewandowski scheiterte mit einem Elfmeter an Manuel Neuer.© Foto: dpa
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Jürgen Klopp (l.) diskutiert nach Spielende mit Nuri Sahin.© Foto: DeFodi
Gewohnt emotional: FCB-Sportdirektor Matthias Sammer (M.)© Foto: DeFodi
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Mario Gomez (M.) bejubelt seinen Kopfballtreffer zum 1:1.© Foto: dpa
Für dieses Foul an Robert Lewandowski (r.) sah Anatoliy Tymoshchuk die Gelbe Karten.© Foto: DeFodi
Bei diesem Zweikampf mit Diego Contento verletzte sich Ilkay Gündogan (l.). Er musste bereits nach 14 Minuten wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden.© Foto: DeFodi
Kopfballduell zwischen Julian Schieber (r.) und Anatoliy Tymoshchuk.© Foto: DeFodi
Die Dortmunder Fans fiebern dem Champions-League-Finale am 25. Mai entgegen.© Foto: dpa
Seit mittlerweile fünf Jahren ist Jürgen Klopp Trainer beim BVB. © Foto: dpa
Sebastian Kehl (r.) jubelt mit Torschütze Kevin Großkreutz.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (l.) behauptet den Ball gegen Jerome Boateng.© Foto: DeFodi
Plakat der Dortmunder Fans.© Foto: dpa
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Auf dem Rasen immerhin war von dieser Tiefkühl-Atmosphäre lange nichts zu spüren. Das Geschehen erinnerte zuweilen an ein Freundschaftsspiel, so locker gaben sich die Mannschaften gegenseitig Geleitschutz. Die Brisanz zog die Partie zwischen dem neuen Meister und dem alten einzig und allein aus dem bevorstehenden Champions-League-Finale in Wembley am 25. Mai. Aus sportlicher Sicht war es ohnehin ein Muster ohne Wert, so sehr hatten die Trainer ihre Teams verändert. Beim BVB fehlten fünf Stammspieler, bei den Bayern sieben.

Die sportlichen Highlights der Begegnungen sind daher auch schnell erzählt: Durch eine schöne Kombination über Ilkay Gündogan, Jakub Blaszczykowski und Kevin Großkreutz war der BVB in der elften Minute in Führung gegangen. Zwölf Minuten später glich Mario Gomez mit der ersten Chance der Münchner aus. In der 60. Minute schoss Nuri Sahin Jerome Boateng den Ball an die Hand. Den fälligen Strafstoß vergab ausgerechnet der vom FC Bayern umworbene Robert Lewandowski. Es folgte die 63. Minute – und eine hitzige, zuweilen überharte Schlussphase. „Dieses Spiel hatte genügend Pfeffer“, bilanzierte Klopp. Watzke ergänzte: „Wer gedacht hatte, dass das ein Freundschaftsspiel wird, kennt zumindest Borussia Dortmund und den Ehrgeiz der Bayern nicht.“ Zumindest was das anging, war die Partie ein erster Vorgeschmack auf das Duell zweier Intim-Feinde in Wembley. 

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