1:3 - BVB geht gegen Juve baden

DORTMUND Viele Bilder ähnelten jenen, die Regisseur James Cameron einst vom Untergang der Titanic nachgestellt und auf die Kinoleinwände gezaubert hatte. Land unter in Dortmund – im Spielertunnel des Signal Iduna Parks sah es am Samstagabend aus wie bei einem Luxusliner-Untergang. Mehr als einen Meter tief stand die trübe Suppe.

von Von Sascha Fligge

, 27.07.2008, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Lichtblick: Jakub Blaszczykowski, der hier Turins Sissoko davonrennt.

Ein Lichtblick: Jakub Blaszczykowski, der hier Turins Sissoko davonrennt.

Dass die Partie gegen den 27-maligen italienischen Meister nicht gänzlich ins Wasser fiel, lag an Juventus-Trainer Claudio Ranieri. Der stimmte einer Verlegung auf den Sonntag zu – für den Fall, dass der BVB eine Hotelübernachtung im Hilton übernehmen und einen Jet chartern würde, der die Edelkicker nach dem Abpfiff von der Startbahn Ruhrgebiet nach Turin flöge. Gesagt, getan ... Auf trockenem Rasen (Greenkeeper Willi Droste hatte in der Nacht unzählige Abfluss-Löcher in das Geläuf gebohrt) und bei „einer Luftfeuchtigkeit wie in Palermo“ (so Ranieri) ließ der Champions League-Qualifikant der Borussia keine Chance. Amauri (5.) und Iaquinta (51./75.) brachten Juve in einem nur anfangs munteren und schnellen Spiel in Führung, Marc Kruska betrieb mit einem Foulelfmeter Kosmetik – 1:3. Klopp urteilte: „Der Gegner war die deutlich bessere Mannschaft. Uns ist heute wenig leicht gefallen.“ Während Ranieri 22 Spieler einsetzte, tauschte Klopp nur sechs aus. Ihm fehlt ein „zweiter Anzug“, die Ausfälle von Rukavina, Frei, Tinga, Owomoyela, Kehl (muskuläre Beschwerden) und Hummels (Augenentzündung) sind nicht zu kompensieren.

Bedenklich vor allem die Probleme auf der rechten Abwehrseite, wo der Brasilianer Felipe Santana einsprang. Über die positionsunabhängigen und sehr offenkundigen Schwächen des Südamerikaners im Pass- und Stellungsspiel sowie im Explosivkraft-Bereich rätselt das Umfeld. Klopp meint: „Er muss sich überall verbessern. Ich weiß auch nicht genau, was bei ihm im Moment noch auf die mangelnde Anpassung zurückzuführen ist – und was eventuell auf andere Probleme.“ Fakt ist: Rechts wird Santana im Ernstfall sicher nicht auflaufen. Aus Klopp sprach die Hoffnung: „Rukavina könnte gerade noch rechtzeitig zum Ligastart wieder fit werden. Und am Dienstag soll Owomoyela wieder ins Teamtraining einsteigen.“

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