1:3 - der BVB am Ende

DORTMUND Borussia Dortmund kommt nicht zur Ruhe. Am achten Spieltag verlor das Team von Trainer Thomas Doll nach einer blamablen Vorstellung mit 1:3 (1:1) bei Aufsteiger Karlsruher SC - die dritte Niederlage binnen sieben Tagen.

von Von Sascha Fligge

, 29.09.2007, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Wörns (r.) erzielt das 1:1. Die Karlsruher Michael Mutzel und Torwart Markus Miller können das nicht verhindern.

Christian Wörns (r.) erzielt das 1:1. Die Karlsruher Michael Mutzel und Torwart Markus Miller können das nicht verhindern.

Besonders bitter: Mit Ausnahme des BVB-Treffers durch Christian Wörns spielte sich die Borussia keine einzige Torchance heraus und kassierte zum fünften Mal im achten Spiel mindestens drei Gegentore.

Trainer Thomas Doll stellte – mal wieder – um. Und diesmal nicht nur personell. Der BVB lief in Karlsruhe mit einer „Doppel-Sechs“ im Mittelfeld und zwei vorgeschobenen Außen auf, obwohl Doll in der Vergangenheit stets betont hatte, die Mannschaft fühle sich „mit der Raute am wohlsten“. Überraschend rückte Robert Kovac anstelle des gegen Hamburg indisponierten Markus Brzenska in die Innenverteidigung, Mittelfeldakteur Jakub Blaszczykowski übernahm die rechte Abwehrbahn von Mehmet Akgün, Delron Buckley (links) und Giovanni Federico (rechts) fungierten als Außen des BVB-Mittelfelds. Das Sturmduo bildeten Nelson Valdez und Diego Klimowicz.

Dortmund startete sehr passiv in die Begegnung, verbuchte während der ersten Halbzeit lediglich 39 Prozent Ballbesitz und hatte in Christian Wörns seinen größten Schwachpunkt. Hajnal (2.), Freis (4.), Franz (16.) und Hajnal  (36.) spielten den Manndecker schwindelig. Beim 1:0 der Gastgeber durch Massimilian Porcello, der Roman Torhüter Roman Weidenfeller aus kurzer Distanz tunnelte, kam Wörns’ Nebenmann Kovac zu spät. Karlsruhes Maik Franz hatte zuvor bereits mit einem Fallrückzieher nach Ecke von Hajnal für Gefahr im BVB-Strafraum gesorgt (7.).

Der Gast indes fand vor 29.230 Zuschauern in der Vorwärtsbewegung kaum einmal statt. Dolls These („So wie gegen Hamburg werden wir den BVB nie wieder sehen“) blieb auf dem Rasen gänzlich ungestützt. Auch wenn Christian Wörns’ schnelle Reaktion mit dem Hinterkopf nach einem Patzer von KSC-Torhüter Markus Miller der Borussia noch vor der Pause den schmeichelhaften Ausgleich bescherte (41.). Franz konnte erst hinter der Linie mit der Hand klären. Nelson Valdez forderte dennoch Rot für Franz – eine Peinlichkeit.

Zwei Debütanten

Zur zweiten Hälfte brachte Doll Amateur Patrick Njambe (19/erstes Bundesligaspiel) für den enttäuschenden Tinga. Er hätte im Grunde auch den Ex-Karlsruher Giovanni Federico aus der Partie nehmen müssen, denn dessen Leistung war so bescheiden wie ein Teller Haferschleim. Der offensive Mittelfeldmann hatte bis zur 60. Minute weniger Ballkontakte als die beiden Torhüter. In der 75. wurde auch er erlöst: Für ihn kam der zweite Liga-Debütant, Christopher Nöthe. Doll - endlich mal knallhart.

Zuvor hatte der KSC allerdings bereits die Weichen auf Sieg gestellt. Nach einer Hereingabe aus dem Halbfeld verlor BVB-Stürmer Diego Klimowicz am  langen Pfosten das Kopfballduell mit Innenverteidiger Mario Eggimann - und der klinkte zum 2:1 ein (64.). Zehn Minuten später erzielte Freis das erste Stürmer-Saisontor der Gastgeber - 3:1. Der BVB am Ende, der Lächerlichkeit Preis gegeben. Kapllani hätte nach Weidenfellers Abpraller nach vorne sogar noch erhöhen müssen (81.).

Der geplante Ausflug einer Dortmunder Profis zum Münchner Oktoberfest dürfte nun wohl gestrichen werden...

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