Borussia Dortmund

3:1 gegen Augsburg – BVB macht den ersten Schritt aus der Krise

Borussia Dortmund kann doch noch gewinnen. Beim 3:1 gegen harmlose Augsburger gibt‘s den gewohnt frühen Schockmoment - doch der BVB arbeitet sich zurück und macht den ersten Schritt aus der Krise.
Jadon Sancho bejubelt seinen Treffer zum 2:1 gegen Augsburg. © imago / Hufnagel PR

Über 90 Minuten weitgehend konzentriert ein Fußballspiel zu bestreiten, das hat es bei Borussia Dortmund in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr gegeben. Es war ein klarer Auftrag ans Team, den Sportdirektor Michael Zorc nach den drei sieglosen Spielen zuletzt aussprach, verbunden mit der Erwartung, „dass dann auch die Ergebnisse wieder stimmen werden.“ Genau so passierte es am Samstag, als der BVB den FC Augsburg nicht spektakulär, aber doch mit der notwendigen Einstellung und Leidenschaft sicher 3:1 (1:1) besiegte, die Sieglos-Serie beendete und zumindest ein wenig Wiedergutmachung betreiben konnte.

Neue BVB-Position für Mittelfeldspieler Julian Brandt gegen Augsburg

Lange acht Tage konnte sich der BVB nach dem 2:4 in Mönchengladbach mit den Konsequenzen einer komplett vermasselten Englischen Woche befassen, die Reaktion von Edin Terzic bestand in einem klaren Signal zu schwarzgelber Attacke: Er brachte Giovanni Reyna in die Mannschaft, beließ aber Julian Brandt im Team, der als freier Achter aus der Tiefe des Mittelfelds anschieben sollte.

Fünf Offensivkräfte auf dem Platz waren auch angebracht gegen einen Gegner, der sich tief in der eigenen Hälfte verbuddelte und in einem 5-4-1 erst gut zehn Meter hinter der Mittellinie die ballführenden Dortmunder attackierte. Das klare Übergewicht, noch weiter forciert vor allem durch den sich immer wieder einschaltenden Raphael Guerriro, mündete in ersten guten Chancen durch Jadon Sancho (7.), Brandt – nach schöner Weiterleitung von Marco Reus (8.) – und Erling Haaland, dessen Direkt-Abnahme einer Guerreiro-Flanke einen Meter am Tor vorbeizischte (9.).

Dortmunder Reaktion auf den Nackenschlag ist erkennbar

Es ließ sich gut an für die Borussia, aber auch gegen die bayrischen Schwaben führte kollektive defensive Unachtsamkeit gleich beim ersten vielversprechenden Angriff der Gäste zum Gegentor. Nach einer klugen Seitenverlagerung von Caligiuri hatte Iago außen viel zu viel Platz, weil Morey und Sancho sich nicht einig waren. Schlimmer allerdings noch, wie sich in der Mitte dann Reyna von Torschütze Andre Hahn austanzen ließ und Manuel Akanji anschließend nur darum bemüht war, beim zu erwartenden Schuss von Hahn die Hände aus dem Weg zu bekommen, anstatt den Augsburger energisch unter Druck zu setzen. Marwin Hitz, der den im Abschlusstraining an der Schulter verletzten Roman Bürki vertrat, musste gleich den ersten Ball, der auf sein Tor flog, aus dem Netz holen (10.).

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Bundesliga, 19. Spieltag: BVB – FC Augsburg 3:1 (1:1)

Die Dortmunder Reaktion auf den Nackenschlag war erkennbar. Und nach einem von Iago mit der Hand geblockten Reyna-Schuss half das Signal aus dem Kölner Keller diesmal dem Schiedsrichter auf dem Platz für die korrekte Bewertung dieser Szene. Patrick Ittrich hatte zunächst weiterlaufen lassen, entschied dann aber zu Recht auf Elfmeter – den knallte Erling Haaland mit links zentral an die Latte (19.). Vier Minuten später fand der Norweger nach einem Kopfball in Gikiewitz seinen Meister. Weil bei Dortmund die Köpfe trotz der Negativerlebnisse diesmal nicht nach unten gingen, gab es zügig die Belohnung. Schöner Freistoß von Reus mit Effet vors Augsburger Tor, Thomas Delaney mit einer perfekten Verlängerung per Kopf – 1:1 (26.).

Beim BVB ist gegen den FC Augsburg Geduld gefragt

Dortmunds neunter Torschuss (!) führte zum hochverdienten Ausgleich, an der Taktik der Gäste änderte der Treffer nichts. Geduld war gefragt beim BVB, der sehr hoch verteidigte, die Innenverteidiger weit in den gegnerischen Strafraum schob und einige Ballgewinne in der Zone rund 25 Meter vor dem Augsburger Tor erzielen konnte. Bis zur Pause freilich hielt das Bollwerk der Gäste, die nur noch einmal gefährlich vor Hitz auftauchten, als Brandt ein böser Fehlpass unterlief und Richter zum Schuss kam.

Der Auftrag für den BVB zur Pause war klar: nicht nachlassen! Und es war kein Zufall, dass ein Angriff über Guerreiro und Sancho das erlösende 2:1 brachte. Der Chip-Pass des Portguiesen genau in den Lauf von Sancho war ebenso sehenswert wie der feine erste Kontakt des Engländers in der Verarbeitung des Passes, der Sancho den entscheidenden Vorsprung im Laufduell mit Augsburgs Oxford brachte. Überlegt schob Sancho dann den Ball an Gikiewitz vorbei (63.), zuvor hatte er nach einem guten Zusammenspiel mit Brandt bereits eine gute Torchance vergeben (55.).

BVB-Stürmer Haaland flankt – Uduokhai lenkt den Ball ins eigene Tor

Augsburg reagierte auf den Rückstand mit einem Dreifach-Wechsel und musste die Abwehr zwangsläufig lockern – das tat der Stabilität der eigenen Defensive überhaupt nicht gut. Tief aus der eigenen Hälfte heraus spielte der BVB einen Konter mit wenigen Kontakten, Haalands Flanke in die Mitte fälschte Uduokhai ins eigene Tor ab – das 3:1 entsprach natürlich den immer noch eindeutigen Kräfteverhältnissen und entschied die Partie (75.). Denn die Qualität, sich so spät noch einmal aufzubäumen, hatten die Fuggerstädter an diesem Tag nicht.

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