3:2 in Stuttgart: Knauff-Kunstschuss hält den BVB im Rennen

Borussia Dortmund

Kampf, Krampf, Kunstschuss! Borussia Dortmund hat beim 3:2 viel Mühe mit dem VfB Stuttgart, bleibt aber im Rennen um die Champions League. BVB-Spieler des Tages: Senkrechtstarter Ansgar Knauff.

Stuttgart

, 10.04.2021, 20:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Matchwinner in Stuttgart: Youngster Ansgar Knauff.

BVB-Matchwinner in Stuttgart: Youngster Ansgar Knauff. © imago / ULMER Pressebildagentur

Durch das 3:2 (0:1) in Stuttgart bleibt der BVB im Rennen um Champions-League-Platz vier in der Bundesliga mit sieben Punkten Rückstand auf Eintracht Frankfurt im Hintertreffen, nachdem die Hessen mit 4:3 gegen den VfL Wolfsburg gewonnen hatten. Bei einer wechselhaften Leistung durfte der BVB für sich reklamieren, auswärts trotz eines Rückstands und zwischenzeitlichem Ausgleich noch den zwingend notwendigen Dreier eingefahren zu haben. Die Dortmunder Treffer erzielten der 17-jährige Jude Bellingham (47.), der 31-jährige Marco Reus (52.) und der 19-jährige Senkrechtstarter Ansgar Knauff (80.). Für Bellingham und Knauff war es der erste Bundesliga-Treffer, für Reus das erste Tor nach mehr als 1000 Minuten Flaute. Stuttgarts Tore markierten Sasa Kalajdzic (17.) und Daniel Didavi (78.).

BVB gelingt die Revanche für das 1:5 gegen Stuttgart im Hinspiel

Mit dem 1:5 aus dem Hinspiel im Hinterkopf wollten die Schwarzgelben die nötige Wut und den Willen aufbringen, beim VfB die Bundesliga-Misere - nur ein Sieg aus vier Spielen - beenden und den Endspurt einleiten. Manchester-Mentalität oder die wankelmütigen Bundesliga-Borussen? Trainer Edin Terzic nahm nach dem respektablen 1:2 bei City in der Champions League am Dienstag nur zwei Änderungen vor: Der 18-jährige Giovanni Reyna, im Hinspiel einziger Torschütze, ersetzte den 19-jährigen Knauff in der Startelf, außerdem Thomas Delaney auf der Sechser-Position anstelle des viel beanspruchten Emre Can.

Den ersten harmlosen Abschluss verbuchte Reyna (10.), gefährlicher wurde es kurz darauf: Den etwas zu zentralen Knaller von Mahmoud Dahoud (14.) aus 18 Metern wischte VfB-Keeper Gregor Kobel über die Latte. Dorthin flog auch der Kopfball von Mats Hummels bei der folgenden Ecke. Abwehrchef Hummels ist nach seinem Treffer beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt vorige Woche nach Erling Haaland und Jadon Sancho drittbester BVB-Torschütze.

Der BVB agiert überlegen, Stuttgart macht das Tor

Der Start der Gäste ging in Ordnung, in Führung gingen jedoch die Schwaben mit einem Treffer, der viele Dauerprobleme der Borussia ganz gut zusammenfasste: Auf der linken Defensivseite tappten die Dortmunder (Dahoud, Delaney) schlafmützig in eine Pressingfalle und verloren den Ball, im Zentrum bekam Manuel Akanji keinen Zugriff, auf der linken Seite verhinderte Mateu Morey als großzügiger Abstandshalter die Flanke von Borna Sosa nicht. Nach dessen Hereingabe in hohem Bogen hatten Raphael Guerreiro und Delaney im Luftduell gegen den zwei Meter großen Sasa Kalajdzic keine Chance, der Kopfball flog über den verdutzten, tatenlosen Marwin Hitz ins BVB-Tor (17.). Ein Gegentreffer, so schematisch wie der Wechsel von Tag und Nacht - für Borussia Dortmund dennoch nicht zu verteidigen.

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Bundesliga, 28. Spieltag: VfB Stuttgart - BVB 2:3 (1:0)

Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund.
10.04.2021
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund.© dpa
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Selbst bei fünf Eckbällen, drei Freistößen in aussichtsreichen Positionen und 9:3 Torschüssen nach 35 Minuten strahlten die Gäste trotz ihrer Scheinüberlegenheit kaum Torgefahr aus. Das BVB-Spiel war auf Einzelaktionen, Zufall oder Erling Haaland ausgelegt. Beste Szene der Borussen war noch ein Kullerschuss von Marco Reus, den Hummels mit einem tiefen Pass auf die Reise geschickt hatte (34.). In vielen Momenten fehlte es dem BVB an Tempo in den Aktionen, an Durchsetzungsvermögen in den offensiven Zweikämpfen, an Tiefe in der Spielanlage und an der unerlässlichen Kompromisslosigkeit. Abgesprochene Laufwege, einstudierte Spielzüge - wären hilfreich gewesen. Trotz der für den BVB positiven Statistiken (10:5 Torschüsse, 59 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent Zweikämpfe) fehlte eine wichtige Zutat: Überzeugung.

Bellingham und Reus drehen das Spiel binnen weniger Minuten

Für Hummels, noch einer der besseren Borussen, ging es nach Hälfte eins nicht weiter, der Weltmeister von 2014 kämpfte mit Magenkrämpfen. Emre Can ersetzte ihn beim Versuch, in der Mercedes-Benz-Arena noch irgendwie drei Sternchen abzustauben.

Das Putztuch, um den schwachen Eindruck der ersten 45 Minuten wegzuwischen, nahm Jude Bellingham in die Hand. Ein zügiger und konsequent zu Ende gespielter Angriff des BVB, der 17-jährige Engländer zog aus 15 Metern halbrechter Position ab und hatte diesmal das nötige Glück, dass der Flachschuss ins Netz flutschte (47.). Das war sie, die Initialzündung. Und auf einmal fluppte es für die Borussen: Reyna zog auf der rechten Seite das Tempo an, über Morey kam der Ball zu Marco Reus, der nach seinem Tor in Manchester unter der Woche auch in der Bundesliga nach 1131 torlosen Minuten endlich wieder traf. Flach von links ins rechte Eck, 1:2 (52.).

Katastrophaler Fehlpass von Morey - Stuttgart macht das 2:2

Der Pausentee schien reichlich Koffein und Adrenalin beinhaltet zu haben, endlich stimmte die Zielstrebigkeit und die Entscheidungen passten häufiger zur Spielsituation. Offen blieb die Partie weiterhin, auch wegen diverser Ballverlusten bei der Borussia. Haaland hätte auf 3:1 stellen müssen (65.), auf der Gegenseite verpasste Tanguy Coulibaly die große Gelegenheit zum Ausgleich (67.). Beim Rückfallzieher des eingewechselten Daniel Didavi musste der BVB ein weiteres Mal durchpusten, Dahoud lenkte den Versuch in letzter Sekunde ab (71.).

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Stuttgart blieb am Drücker, Dortmund ließ manch Konterchance fahrlässig liegen und lud dann zum Toreschießen ein: Katastrophaler Fehlpass von Morey, der VfB kontert in Überzahl, Didavi hatte keine Mühe im direkten Duell gegen Hitz (78.). 2:2, der nächste Nackenschlag, die müden Dortmunder mussten den nächsten Anlauf nehmen.

BVB-Youngster Ansgar Knauff sichert den Sieg per Traumtor

Und sie taten es diesmal tatsächlich: Morey machte nach einem schlauen Ballgewinn Tempo, der eingewechselte Ansgar Knauff nahm es von links mit drei Stuttgartern auf und zirkelte die Kugel mit Schnitt in die hintere Torecke - der Siegtreffer (80.) in einer hektischen Schlussphase eines turbulenten Spiels. Durch das Traumtor des Newcomers wahrt Dortmund die Chancen auf den Wiedereinzug in die Königsklasse.

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In der Bundesliga erwartet der BVB am nächsten Sonntag Werder Bremen (15.30 Uhr), vorher steht das Rückspiel im Viertelfinale der Champions League an: Die Partie gegen Manchester City (Hinspiel 1:2) wird am Mittwoch um 21 Uhr angepfiffen.

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