Akanji ist komplett von der Rolle - BVB-Joker Dahoud hat Union nicht viel entgegenzusetzen

mlzBVB-Einzelkritik

Bei der 1:3-Niederlage gegen Union Berlin enttäuscht der BVB auf ganzer Linie. Manuel Akanji leistet sich vor dem zweiten Gegentor gleich zwei Böcke, die Einwechslung von Mahmoud Dahoud verpufft. Die Einzelkritik.

Berlin

, 31.08.2019, 21:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Roman Bürki: Der Schweizer musste nach 22 Minuten mit ansehen, wie sich seine Vorderleute bei einer Ecke des Aufsteigers (mal wieder) übertölpeln ließen. Gegen Marius Bülters Schuss war er machtlos. Ansonsten selten gefordert, aber kurz vor der Pause gegen Sebastian Andersson auf dem Posten. Vor dem 1:2 parierte er stark gegen Andersson, gegen Bülters Nachschuss war er chancenlos (50.). Auch am 1:3 traf ihn keine Schuld. Der BVB-Schlussmann war nicht zu beneiden - und ließ sich bis auf eine Unsicherheit nach einer Ecke nichts zu Schulden kommen. Note: 3,0


Lukasz Piszczek: Der Pole lieferte auf der rechten Abwehrseite einmal mehr solide Arbeit. Nach vorne versuchte er, das BVB-Spiel anzuschieben, nach hinten leistete er sich keine Unaufmerksamkeiten. Im zweiten Durchgang hatte er mitunter zu sehr mit sich selbst zu kämpfen, um seinen jungen Teamkollegen helfend zur Seite zu stehen. Piszczek versuchte viel, aber es klappte zu wenig im Spiel nach vorne.

Note: 4,0


Manuel Akanji: Der Innenverteidiger hatte viele Ballkontakte. Einmal setzte er Marco Reus vor der Pause mit einem langen Ball gut in Szene, einmal verlor er bei einem hohen Ball in den Dortmunder Strafraum Neven Subotic aus den Augen. Beim 0:1 versuchte er zu verhindern, was letztlich nicht mehr zu verhindern war, kam aber zu spät gegen Bülter. Vor dem 1:2 sah er dann gleich doppelt schlecht aus. Erst servierte er Union per technischem Fehler einen Konter auf dem Silbertablett, dann ließ er sich von Andersson deutlich zu billig austanzen. Note: 5,0

Akanji ist komplett von der Rolle - BVB-Joker Dahoud hat Union nicht viel entgegenzusetzen

© deltatre

Mats Hummels: Der neue Abwehrchef des BVB löschte gegen Anthony Ujah in höchster Not (21.), als sich Thomas Delaney verschätzte. Im Spielaufbau ließ er seine große Klasse immer wieder aufblitzen. Zum Beispiel, als er Julian Brandt mit einem perfekten Diagonalball frei spielte (5.). Oder als er mit dem Außenrist erneut Brandt über den Flügel schickte (13.). Nach rund 70 Minuten ließ sich auch Hummels, bis dahin bester Dortmunder, zu Fehlern hinreißen. Beim 1:3 verlor er Andersson aus dem Blick. Note: 4,0


Achraf Hakimi: Die Leihgabe von Real Madrid erhielt nach zwei Einwechslungen zu Saisonbeginn dieses Mal die Chance von Beginn an. Hakimi verdrängte Neuzugang Nico Schulz auf die Ersatzbank. Vorne wurde er im ersten Durchgang einmal von Paco Alcacer übersehen (45.), hinten köpfte er den Ball einmal unbedrängt vor die Füße von Anthony Ujah und ermöglichte Union durch Andersson kurz vor dem Pausenpfiff eine gute Torchance. Den erhofften Schwung nach vorne blieb er schuldig. Note: 4,5


Julian Weigl: 62 Ballkontakte vor der Halbzeit waren ein guter Wert. Weigl ließ sich immer wieder zwischen die Innenverteidiger fallen und war häufig die erste Anspielstation beim BVB. Offensiv trat er einmal in Erscheinung, als er aus der Distanz ganz knapp rechts am Unioner Gehäuse vorbeischlenzte (42.). Im zweiten Durchgang um Struktur bemüht - es gelang bei Weitem nicht immer. Note: 4,0


Thomas Delaney: Der Mittelfeld-Arbeiter sammelte seine ersten Pflichtspielminuten in dieser Saison. Delaney ersetzte den verletzten Axel Witsel (Muskelfaserriss) im defensiven Mittelfeld, weil Favre sich dazu entschied, weiter auf zwei Mittelfeldspieler vor der Abwehr zu setzen. Zur Halbzeit musste er raus, weil er sich bei einem Zusammenprall mit Andersson eine Platzwunde zugezogen hatte. Verschätze sich einmal gegen Ujah, ansonsten gewohnt akribisch. Note: 3,5

Jadon Sancho: Nach sechs Minuten versuchte der junge Engländer es mit der Hacke - und bekam direkt zu spüren, dass an der Alten Försterei andere Qualitäten gefragt sind. Das 1:1 legte er wunderbar auf, nach 64 Minuten kellnerte er den Ball nochmal gut in den Unioner Strafraum. Insgesamt hatte er zu viele Pausen in seinem Spiel - und ließ sich von griffigen Unionern den Stecker ziehen. Note: 4,5


Marco Reus: Der Kapitän leitete das 1:1 mit seinem öffnenden Pass auf Sancho ein (25.). Außerdem schoss er einen Freistoß aus spitzem Winkel ans Außennetz (14.) und bekam Akanjis langen Ball nicht entscheidend kontrolliert (20.), was allerdings auch große Fußball-Kunst gewesen wäre. Im zweiten Durchgang bekam er das Ruder nicht herumgerissen und blieb blass. Note: 4,5

Akanji ist komplett von der Rolle - BVB-Joker Dahoud hat Union nicht viel entgegenzusetzen

© deltatre

Julian Brandt: Es wurde also die linke offensive Außenbahn, nicht das Mittelfeldzentrum. Brandt rückte für Thorgan Hazard (Rippenverletzung) in die BVB-Startelf. Hatte gute Szenen, aber auch unglückliche Situationen. Der letzte Pass kam zu oft nicht an, beispielsweise nach fünf Minuten, als seine Hereingabe Paco Alcacer und Sancho knapp verpasste - oder kurz vor der Halbzeit, als sein Steckpass auf Reus ein bisschen zu steil geriet. Bemüht, aber glücklos. Note: 4,5


Paco Alcacer: Der Spanier war im ersten Durchgang an beiden Toren entscheidend beteiligt. Beim 0:1 ließ er Bülter einfach laufen und bewies mal wieder, dass das mit Stürmern im eigenen Strafraum so eine Sache ist (22.). Nur drei Minuten später bügelte er seinen Bock wieder aus, als er Sanchos perfekte Hereingabe aus kurzer Distanz zum 1:1 über die Linie drückte. In der zweiten Hälfte dann praktisch unsichtbar, bis auf einen missglückten Kopfball vor dem 1:3. Note: 4,5


Mahmoud Dahoud: Ersetzte im zweiten Durchgang den angeschlagenen Delaney. Hatte der Aggressivität und dem Willen der Hausherren nicht viel entgegenzusetzen. Ein Schuss aus der Distanz links vorbei, viel mehr kam nicht von Dahoud. Empfehlungsschreiben für weitere Einsätze sehen anders aus. Note: 5,0


Raphael Guerreiro: Der Portugiese kam (zu) spät ins Spiel. In der 76. Minute für Weigl. Er bleibt ohne Note.


Jacob Bruun Larsen: Ersetzte Brandt kurz vor Schluss (86.) und bleibt ebenfalls ohne Note.

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