Immanuel Pherai ist seit diesem Sommer wieder Spieler beim BVB - derzeit kickt der Offensivmann in der Reservemannschaft in der 3. Liga. © Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund

Als einstiges Supertalent nun bei der BVB-U23: Pherai ist kein Thema für die Bundesliga

Immanuel Pherai ist seit dieser Saison wieder fester Bestandteil von Borussia Dortmund. Nach einem Jahr bei PEC Zwolle kickt der Offensivmann nun allerdings für die BVB-U23. Hat er noch Chancen auf die Bundesliga?

Es ist noch gar nicht so lange her, als Immanuel Pherai für funkelnde Augen bei den BVB-Verantwortlichen sorgte. Im Juni 2019, Pherai war damals 18 Jahre alt und noch Teil der U19-Mannschaft, gewann der BVB das U19-Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen den VfB Stuttgart – mit 5:3. Überragender Spieler auf dem Platz zur damaligen Zeit: Immanuel Pherai, dem eine goldene Zukunft – vielleicht sogar im BVB-Bundesliga-Kader – prognostiziert wurde.

Die Gegenwart sieht jedoch etwas anders aus. Pherai ist zwar fester Bestandteil im BVB-Kader – allerdings in jenem der Drittliga-U23. Woran liegt das? Reicht es nicht für die Bundesliga?

2019 adelte Nachwuchs-Koordinator Lars Ricken Pherai noch: „Immanuel ist ein Spieler, der in bedeutenden Spielen immer aufdreht. So wie im vergangenen Jahr, als er im U17-Finale gegen Bayern München schon überragend war und zwei Mal traf“, so Ricken der damals mit einem klaren „Definitiv“ auf die Frage antwortete, ob Pherai es zu den Profis in die Bundesliga schaffen könne. Vom Profi-Kader scheint der 20-Jährige derzeit aber weit weg zu sein.

Pherai fuhr nicht ins Trainingslager nach Bad Ragaz mit

Pherai zählte nicht zu den Akteuren, die in diesem Sommer gemeinsam mit den Bundesliga-Profis nach Bad Ragaz ins Trainingslager fuhren. Der BVB setzte aus verschiedenen Gründen lieber auf Akteure wie Steffen Tigges, Ansgar Knauff, Marco Pasalic, Antonios Papadopoulos, Albin Thaqi und Lennard Maloney, die bislang der U23 zugeordnet wurden.

Daneben entschied sich BVB-Trainer Marco Rose im Trainingslager für sechs U19-Spieler, nominierte Göktan Gürpüz, Jamie Bynoe-Gittens, Tom Rothe, Noah Mrosek, Colin Kleine-Bekel und Dennis Lütke-Frie. Pherai hingegen absolvierte seine Vorbereitung „nur“ mit dem U23-Tross und bestritt zudem die ersten beiden Drittliga-Spiele – mit guten Resultaten.

Agierte Immanuel Pherai zum Saisonauftakt beim FSV Zwickau noch als Zehner und erzielte beim 2:1-Erfolg einen Treffer, setzte ihn Trainer Enrico Maaßen gegen den SV Waldhof Mannheim auf der Sechs ein. Dort legte er den sehenswerten Treffer von Marco Pasalic auf. Pherais Zahlen beim Auftakt stimmen also schon mal.

Dennoch plane man nach Informationen unserer Redaktion mit Pherai nicht für den Bundesliga-Kader, sondern fest für die U23-Truppe. Die Chancen auf Einsätze in der Bundesliga sind daher eher gering. Auf dem Schirm habe man den Offensivakteur in den höheren Etagen zwar durchgehend, dennoch sei man sich bei der Borussia einig, dass die Ausleihe zu PEC Zwolle wenig gewinnbringend gewesen sei. In der Eredivisie hat Pherai in der vergangenen Spielzeit für Zwolle 27 Partien absolviert, zwei Tore geschossen und drei weitere Treffer aufgelegt – zu wenig also für die hohen Ansprüche bei der Borussia.

Pherai muss sich also in der 3. Liga beweisen – und das macht er bislang auf verschiedenen Positionen gut. Ingo Preuß, Teammanager der U23, ist froh, dass er Immanuel Pherai in seinem Team hat. „Er ist ein junger Spieler, der in den Niederlanden weitere Erfahrungen gesammelt hat. Er hat ein ordentliches Spiel in Zwickau gemacht und auch ein Tor geschossen. Darauf lässt sich aufbauen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagt Preuß.

Pherai hat noch Vertrag bis 2022

Der Spieler selbst teilte Ende Juni im Interview mit der niederländischen Zeitung De Stentor mit, dass er sich alle Optionen bezüglich seiner Zukunft offen halte und derzeit vor allem fit bleiben wolle. Knapp ein Jahr hat der 20-Jährige bei der Borussia noch Vertrag – bis zum 30. Juni 2022. Derzeit sieht alles danach aus, dass er diesen erfüllen wird.

Die nächste Möglichkeit sich zu präsentieren, ergibt sich für Pherai schon an diesem Freitag. Der BVB, der mit dem Sieg in Zwickau und dem Remis gegen Mannheim gut in die Saison gestartet ist, tritt am Freitagabend auswärts beim Aufsteiger SC Freiburg II an.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
Zur Autorenseite
Patrick Schröer

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.