Augsburger Manndecker-Taktik stoppt den BVB

Ungewohnt unangenehm

Den Vereinsrekord von 19 ungeschlagenen Spielen in Serie aus der Saison 1991/92 zwar eingestellt, den Tagessieg jedoch den Bayern überlassen: Für Borussia Dortmund lief es beim 0:0 in Augsburg nicht nach Plan. Der Aufsteiger zog dem Deutschen Meister mit einer antiquierten Spielweise den Zahn.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 11.03.2012, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sven Bender (Mitte) und seine Teamkollegen von Borussia Dortmund bekamen in Augsburg nichts geschenkt. Hier wird der BVB-Mittelfeldspieler von FCA-Keeper Simon Jentzsch (l.) und Haijme Hosogai in hautenge Manndeckung genommen.

Sven Bender (Mitte) und seine Teamkollegen von Borussia Dortmund bekamen in Augsburg nichts geschenkt. Hier wird der BVB-Mittelfeldspieler von FCA-Keeper Simon Jentzsch (l.) und Haijme Hosogai in hautenge Manndeckung genommen.

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Fußball-Bundesliga: FC Augsburg - BVB

Die Siegesserie von Borussia Dortmund ist ausgerechnet beim Abstiegskandidaten FC Augsburg gerissen. Nach acht Erfolgen in Serie kam der deutsche Fußball-Meister bei dem von Spieltag zu Spieltag stärker werdenden Aufsteiger nicht über ein 0:0 hinaus.
10.03.2012
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Japaner unter sich: Shinji Kagawa (r.) und Haijme Hosogai.© Foto: dpa
Jürgen Klopp (r.) diskutiert nach Spielende mit Schiedsrichter Knut Kircher (2.v.l.).© Foto: DeFodi
Rund 5000 Schwarzgelbe begleiteten den BVB nach Augsburg.© Foto: DeFodi
Es läuft nicht in Augsburg: Torsten Oehrl rangiert mit dem FCA auf Rang 18 - und ist eins der Gesichter der Sturmflaute. Foto imago© Foto: DeFodi
Linksverteidiger Marcel Schmelzer.© Foto: DeFodi
Die personifizierte Augsburger Leidenschaft: Axel Bellinghausen.© Foto: DeFodi
Die BVB-Profis nach dem Schlusspfiff in der Fankurve.© Foto: dpa
Augsburger Jubel über das 0:0.© Foto: dpa
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.© Foto: DeFodi
Enttäuscht: Neven Subotic kniet auf dem Rasen.© Foto: dpa
Stephan Hain (l.) scheitert an Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Jürgen Klopp bedankt sich bei den mitgereisten Fans.
© Foto: dpa
Mats Hummels hat den Ball genau im Blick.© Foto: dpa
BVB-Sportdirektor Michael Zorc.© Foto: DeFodi
Sebastian Kehl (r.) kann Daniel Baier nur durch ein Foul stoppen.© Foto: dpa
Es läuft nicht in Augsburg: Torsten Oehrl (r.) rangiert mit dem FCA auf Rang 18 - und ist eins der Gesichter der Sturmflaute.© Foto: dpa
Dieser Zusammenprall zwischen Roman Weidenfeller (l.) und Stephan Hain blieb folgenlos.© Foto: dpa
Schwacher Auftritt in Augsburg: Shinji Kagawa (l.).© Foto: dpa
Jakub Blaszczykowski (l.) setzt sich gegen Axel Bellinghausen durch.© Foto: dpa
Neven Subotic (l.) sah nach einem Foul gegen Axel Bellinghausen die Gelbe Karte.© Foto: dpa
Autogrammjäger belagern BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.).© Foto: dpa
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„Ich will nicht darüber sprechen, dass es altmodisch ist“, sagte der Niederländer über seine konsequente Manndecker-Taktik, dann ging er zur Verteidigung über: „Wenn ich Shinji Kagawa alle Freiheiten gebe, damit er Spaß hat, komme ich nicht weiter. Wir haben von ihm nichts gesehen – und das lag an seinem japanischen Gegenspieler Hajime Hosogai. Beide haben sich heute nichts geschenkt. Das ist unser Weg.“ Neun Partien bleiben den Augsburgern, die durch das überraschende Remis gegen den BVB auf Platz 15 kletterten, noch, um die Position über dem Strich zu verteidigen. Spielen sie so strukturiert und engagiert wie am Samstag, dürfte es für viele Teams schwer werden, gegen den FCA ein Tor zu erzielen.

„Augsburg hat nicht nur Shinji und mich, sondern eigentlich zehn Mann von uns in Manndeckung genommen. Nur Neven Subotic stand frei“, wunderte sich Mats Hummels nach der Partie über die „eher ungewöhnliche Herangehensweise“ (BVB-Trainer Jürgen Klopp) der Gastgeber. „Ihr Mittelstürmer Stephan Hain war einzig dazu da, um mich zuzustellen. Das zeigt ja schon, wie groß ihre Offensivambitionen ausgeprägt waren.“ Und BVB-Kapitän Sebastian Kehl meinte: „Diese Mann-gegen-Mann-Taktik war sehr unangenehm zu spielen.“ Nur selten kam der BVB, dessen offensive Power von der Augsburger Spielweise fast gänzlich verschluckt wurde, gefährlich vor das Tor von FCA-Keeper Simon Jentzsch.

Ein Kopfball von Robert Lewandowski (40.) in der ersten Hälfte, ein Kopfball von Kevin Großkreutz (60.) in der zweiten Hälfte – mehr Chancen gab es nicht. Auf der Gegenseite schafften es die komplett defensiv orientierten Gastgeber auch nicht, zu großen Torgelegenheiten zu kommen. Nur Axel Bellinghausen (46.) prüfte BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.

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Die Siegesserie von Borussia Dortmund ist ausgerechnet beim Abstiegskandidaten FC Augsburg gerissen. Nach acht Erfolgen in Serie kam der deutsche Fußball-Meister bei dem von Spieltag zu Spieltag stärker werdenden Aufsteiger nicht über ein 0:0 hinaus.
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Japaner unter sich: Shinji Kagawa (r.) und Haijme Hosogai.© Foto: dpa
Jürgen Klopp (r.) diskutiert nach Spielende mit Schiedsrichter Knut Kircher (2.v.l.).© Foto: DeFodi
Rund 5000 Schwarzgelbe begleiteten den BVB nach Augsburg.© Foto: DeFodi
Es läuft nicht in Augsburg: Torsten Oehrl rangiert mit dem FCA auf Rang 18 - und ist eins der Gesichter der Sturmflaute. Foto imago© Foto: DeFodi
Linksverteidiger Marcel Schmelzer.© Foto: DeFodi
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Schwacher Auftritt in Augsburg: Shinji Kagawa (l.).© Foto: dpa
Jakub Blaszczykowski (l.) setzt sich gegen Axel Bellinghausen durch.© Foto: dpa
Neven Subotic (l.) sah nach einem Foul gegen Axel Bellinghausen die Gelbe Karte.© Foto: dpa
Autogrammjäger belagern BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.).© Foto: dpa
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Die Partie lebte von Spannung und Kampf, nicht vom Spektakel vor den Toren. Und das lag auch daran, dass die Dortmunder nicht die Räume fanden, die sich durch die Augsburger Manndeckung eigentlich hätten ergeben müssen. Sie spielten zu umständlich, zu unsauber und zu wenig zielstrebig.

„Wir haben in den Videoaufnahmen der ersten Hälfte nach guten Spielaufbau-Szenen gesucht und keine gefunden“, meinte Klopp bei seiner Analyse und weiter: „Wir wussten, was wir tun wollten. Aber wir haben es nicht geschafft, das umzusetzen.“ Auch Hummels hatte erkannt, „dass uns Kleinigkeiten gefehlt haben“. Mal habe man den freien Raum nicht gesehen, mal habe man ihn zu spät gesehen. „Oder wir haben einen schlampigen Pass gespielt.“ Und das kam häufiger vor auf dem schwer zu bespielenden Rasen der mit 30 660 Zuschauern ausverkauften SGL-Arena. Es war nicht das Wochenende des BVB. Klopps Fazit, „man habe kein gutes Spiel gemacht und die drei klassischen Probleme Ball, Platz und Gegner gehabt“, konnte man daher so unterschreiben. 

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