Axel Witsels Pensum geht an die Substanz. Spätestens beim knappen 3:2-Sieg gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Sonntag war es unübersehbar – beim Blick auf die Zahlen ist es verständlich.

Dortmund

, 27.02.2019, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Axel Witsel sah müde aus, aber er lächelte milde. „Wir mussten kämpfen“, sagte der BVB-Mittelfeldchef, „und wir hatten den nötigen Kampfgeist.“ Witsel sprach im Plural, er sprach über die gesamte Mannschaft, aber er hätte sich auch für die erste Person Singular statt Plural entscheiden können. Denn auch Witsel musste kämpfen in den vergangenen Wochen.

Witsel ist der Vielspieler bei Borussia Dortmund. 2713 Pflichtspielminuten hat er in dieser Spielzeit bislang gesammelt, Roman Bürki (2640 Minuten) und Marco Reus (2320), bei dem sich die Muskulatur Anfang Februar im Pokalspiel gegen Werder Bremen mit Nachdruck zu Wort meldete, folgen mit einigem Abstand.

In der Rückrunde verpasste Witsel noch keine einzige Spielminute, nur Abdou Diallo sammelte seit der Winterpause genauso viel Einsatzzeit wie der Belgier, der in der gesamten Saison nur in einem einzigen Spiel nicht auf dem Platz stand, nämlich beim 2:0 in Monaco am letzten Gruppenspieltag der Champions League.

Witsel hat einen Marathon mehr in den Beinen

Witsel ist beim BVB auch mit Abstand am meisten gelaufen in dieser Saison. Allein in der Bundesliga spulte der 30-Jährige 253,3 Kilometer ab – und damit 36,4 Kilometer mehr als der zuletzt verletzte Reus (216,9), Thomas Delaney lief mit 199,6 Kilometern am drittmeisten.

Im Prinzip hat Witsel im Vergleich zu seinen Mitspielern also mindestens einen Marathon mehr in seinen langen Beinen stecken, wenn man die Champions League dazuzählt. Gegen Leverkusen lief trotzdem nur Julian Weigl etwas mehr als der Mittelfeldchef (12,1 Kilometer). Bei Witsel waren es 200 Meter weniger, 11,9 Kilometer.

Zeit für eine Pause? Favre will nicht auf Witsel verzichten

Witsels Werte und Statistiken im BVB-Trikot sorgen eigentlich schon beim Lesen für Muskelkater. Der Mann mit der prominentesten Frisur der Liga hätte sich eine Pause mehr als verdient, aber wirklich in Sicht ist sie nicht. Es ist kein Zufall, dass BVB-Trainer Lucien Favre, der Witsel in dieser Saison nur beim 7:0 gegen den 1. FC Nürnberg auswechselte und lediglich gegen Eintracht Frankfurt am dritten Spieltag sowie in den beiden Pokalspielen gegen Fürth und Union Berlin von der Bank brachte, nicht auf seinen Chefstrategen in der Mittelfeldzentrale verzichten will.

Axel Witsels Pensum geht an die Substanz - Vielspieler beim BVB

Axel Witsel ist unverzichtbar für Borussia Dortmund. Er gibt dem BVB-Spiel Struktur, er gibt ihm Sicherheit, er gibt ihm Dominanz, Balance und Rhythmus. © imago

Michael Zorc nennt Witsel gerne den „Ruhepol“ im BVB-Mittelfeld, Matthias Sammer nennt Witsel sogar das „Herzstück dieser Mannschaft“. Ein wenig wird Witsel daher noch kämpfen müssen.

Am Freitag wartet Augsburg, am Dienstag darauf Tottenham, vier Tage später der VfB Stuttgart. Danach ist tatsächlich mal eine ganze Woche Pause vor dem Auswärtsspiel in Berlin bei Hertha BSC (16. März). Vielleicht kann Witsel dann mal für ein paar Tage die Beine hochlegen – und Favre zumindest im Training kurz auf ihn verzichten.

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