Beim DFB: Hummels muss sich umgewöhnen

In der Verfolgerrolle

Dass ihn sein Gang im Kölner RheinEnergie-Stadion nur auf die Ersatzbank führen würde, hatte Mats Hummels (24) ja schon geahnt. Und so kam es dann auch. Die ungewohnte Rolle bedeutet für den BVB-Innenverteidiger eine enorme Herausforderung. Er muss jetzt beständig mit Leistung glänzen.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 14.10.2013, 09:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sah sich schneller mit neuen Gerüchten konfrontiert, als er am Mittwoch den Trainingsplatz betreten konnte: Mats Hummels.

Sah sich schneller mit neuen Gerüchten konfrontiert, als er am Mittwoch den Trainingsplatz betreten konnte: Mats Hummels.

Vielleicht war das ja nur Zufall, aber es beschreibt sowohl das momentane Standing, das beide Spieler genießen, als auch die Gefühlslage der Akteure. Beim Abspielen der Nationalhymnen sah man Mertesacker, wie er sich zur vollen Größe aufrichtete, mit unglaublich breiten Schultern. Ein Bild, das sagte: Hier bin ich, vor Selbstbewusstsein strotzend, und diesen Status werde ich mit allem verteidigen, was ich habe. Hummels hockte auf der Bank. Der Blick eher nachdenklich, ins Leere gerichtet. Gute Laune wollte er nicht zur Schau stellen.Möglich, dass sich das Dienstagabend schon wieder anders darstellt. Löw hat für das (bedeutungslose) letzte Spiel der WM-Quali in Schweden einige Veränderungen angekündigt. Khedira, der eine Sperre absitzen muss, ist schon aus dem DFB-Quartier abgereist, Löw wird aber auf deutlich mehr Positionen rotieren. Vielleicht ja auch in der Innenverteidigung.

Und das 3:0 gegen Irland konnte auch nicht verbergen, dass dort längst nicht alles Gold ist, was glänzt. Am Freitag war es Per Mertesacker, der in mehreren Szenen nicht gut aussah. Die deutsche Elf gestattete den Gästen deutlich mehr gute Chancen, als akzeptabel war. „Eigentlich“, meinte Torhüter Manuel Neuer, „kann es kurz nach der Pause auch 1:1 stehen.“Auch Hummels auf der Bank dürfte das nicht verborgen geblieben sein. Hummels sei, hat Löw jetzt am Rande des Länderspiels gegen die Iren erklärt, in einer schwierigen Situation. „Ich habe ihm gesagt, Mats, du machst jetzt das erste Mal eine Phase durch, in der es nicht steil bergauf geht.“ Das Verhältnis sei aber absolut intakt, „es fällt mir schwer, ihn draußen zu lassen, weil es nur Nuancen sind, die ihn von Mertesacker oder Boateng unterscheiden.“

Dennoch muss Hummels im Kreis des DFB fortan aus der Verfolger-Rolle agieren. Das ist neu für ihn und wird ihn, der sich vom Selbstverständnis her als absoluten Stammspieler sieht, vor enorme Herausforderungen stellen. Während Hummels nun durch konstante Leistung dokumentieren muss, dass an ihm kein Weg vorbeiführt, wird Löw die konstante Leistung eines anderen Dortmunders nach etlichen Diskussionen am Ende nun wohl doch noch honorieren. Nach dem Spiel in Köln stellte Löw Roman Weidenfeller eine Nominierung für die beiden Test-Länderspiele im November gegen Italien und England in Aussicht. „Das ist eine Überlegung“, sagte er. „Wir kennen seine überragenden Leistungen, und wir wollen dem einen oder anderen in diesen Spielen vielleicht nochmal eine Chance geben.“

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