"Belohnen uns zu selten"

Weidenfeller im Interview

Roman Weidenfeller (30) ist einer der prägenden Torhüter dieser Saison - doch seine Macht reicht nicht bis in den gegnerischen Strafraum hinein. Im Interview warnt der Routinier seine Teamkollegen vor allzu großer Lässigkeit im Abschluss. Die Kritik kommt nicht von ungefähr. Nur sechs der jüngsten 112 Torschüsse des BVB überquerten die Linie.

DORTMUND

von Von Sascha Fligge

, 26.04.2011, 08:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der "kicker" führt Roman Weidenfeller (gemeinsam mit Manuel Neuer) bei einem Notendurchschnitt von 2,72 als besten Bundesliga-Torhüter der laufenden Saison.

Der "kicker" führt Roman Weidenfeller (gemeinsam mit Manuel Neuer) bei einem Notendurchschnitt von 2,72 als besten Bundesliga-Torhüter der laufenden Saison.

Ich bin wirklich der Letzte, der alle negativen Dinge in einer Saison mit dem Faktor Jugend begründet, denn das wäre viel zu einfach. Wir haben genügend erfahrene Offensivspieler. Egal wer die Chance hat, er muss die Kugel einfach mal wieder schnörkellos reinhauen. Tore entscheiden Spiele, Spiele entscheiden über Titel. Das war schon immer so.

Ich habe auch gehört, dass wir in dieser Saison schon 22 Mal Pfosten oder Latte getroffen haben. Das ist Millimeterarbeit, Pech. Kein Grund, um jemandem einen Vorwurf zu machen.

Das glaube ich nicht. Wir befinden uns nach wie vor im hohen Drehzahlbereich, betreiben riesigen Aufwand. Aber es stimmt, dass die blitzartigen Aktionen nach Balleroberungen etwa während der ersten 45 Minuten in Gladbach selten zu sehen waren. Das ist eine Schraube, an der wir drehen müssen. Es ist wichtig, dass wir in diesem Bereich noch einmal zu alter Stärke zurückfinden.

Quatsch! In Gladbach wussten wir vor dem Spiel, dass uns der Titel selbst im Falle eines Sieges nicht sicher sein würde. Auch wenn um uns herum vieles geplant wird, denken wir teamintern nicht eine Sekunde lang an irgendwelche Meisterfeierlichkeiten.

Nein. Wir können zufrieden sein mit der Presse, wir hatten eine sehr ruhige Saison. (lacht) Natürlich auch, weil wir grandiose Spiele abgeliefert haben. Ganz ehrlich: Wenn jetzt jemand schreibt, der BVB würde wackeln, dann gehe ich davon aus, dass der betreffende Journalist seine Zeilen selbst nicht ernst nimmt. Und dass es vor allem darum geht, Zeitungen zu verkaufen.

Sicher nicht. Es kann zwar noch einmal spannend werden, aber ich glaube persönlich nicht daran. 

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