Bleibt Roman Bürki beim BVB? „Ich kann mir nichts anderes vorstellen“

mlzBorussia Dortmund

Roman Bürki und Borussia Dortmund - das ist so etwas wie eine Liebe auf den zweiten Blick. An einer weiteren Zusammenarbeit gibt es wenig Zweifel. Der 29-Jährige ist dem BVB vor allem für eine Sache dankbar.

Marbella

, 06.01.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Borussia Dortmund die Zusammenarbeit mit Torhüter Roman Bürki im Oktober 2017 weiterdatierte bis ins Jahr 2021, kamen der Zeitpunkt und die Aussage dahinter überraschend daher. In der ersten Zeit nach seiner Verpflichtung im Sommer 2015 musste sich der Schweizer immer wieder Unsicherheiten und Fehler ankreiden lassen. Er hielt recht ordentlich, ohne ein Rückhalt zu sein.

Bürki hatte in Fankreisen einen schweren Stand

In Fankreisen hatte der heute 29-Jährige damals einen schweren Stand. Zwischen Selbstbewusstsein und Selbstkritik klaffte eine kleine Lücke, die sich als Unsicherheit deuten ließ. Bürki und die Borussen - eine Liebe erst auf den zweiten Blick.

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Denn rund zwei Jahre später würde alles andere als eine Ausweitung der gültigen Arbeitspapiere überraschen. Das sieht auch Bürki so: „Ich fühle mich sehr wohl beim BVB und habe dem Klub sehr viel zu verdanken, denn er hat auch in schwierigen Zeiten zu mir gestanden.“ Ob er also bleiben und seinen Vertrag verlängern will? „Im Moment kann ich mir nichts anderes vorstellen.“

Bürki ist längst zu einer Stütze der Mannschaft geworden

Bei seinem Beraterteam von der Schweizer Agentur „International Football Management“ hat er seine Vorstellungen hinterlegt. Nun liegt es an den Verhandlungspartnern, Einigung zu erzielen. Dem Vernehmen nach wird es noch in Marbella Unterredungen geben.

Auch der BVB hat längst signalisiert, mehr als nur gesprächsbereit zu sein. Sportdirektor Michael Zorc betonte kurz vor Weihnachten: „Roman ist ein außergewöhnlicher Rückhalt und sehr stabil. Natürlich“, so Zorc, „werden wir zur richtigen Zeit miteinander sprechen.“

„Roman ist ein außergewöhnlicher Rückhalt und sehr stabil.“
Michael Zorc

Längst ist Bürki nicht nur zu einer Stütze der Mannschaft geworden, er ist auch als Person gereift und zum Führungsspieler aufgestiegen. Er gehört zu den besten fünf Torhütern der Bundesliga. Und an guten Tagen, wie zum Beispiel im Champions-League-Spiel gegen Slavia Prag (2:1, Anm. d. Red.) ist er für keinen Gegner zu bezwingen.

Gemessen wird er aber auch daran, sein zweifellos vorhandenes Können dauerhaft abzurufen. Weniger Schwankungen in seinem Spiel zu haben, die lange an seinem Renommee gekratzt hatten. Intensiv hat er daher an der Konzentrationsfähigkeit gearbeitet. Ein strapazierfähiger, reaktionsstarker und vorbildlicher Athlet war er schon immer. Und mit seinem brennenden Ehrgeiz hat er sich auch zu einem Antreiber entwickelt. Und zu einem Mahner.

Das Gleichgewicht beim BVB passt nicht immer

Zwischen Entzücken und Verzweiflung liegt, gesehen aus Bürkis Warte ganz hinten in der Aufstellung, manchmal nur wenig. Ihm als Torhüter sei es „wichtiger, dass wir kompakt stehen in der Defensive“, sagt er. „Wenn Spieler aus der offensiven Reihe nicht hundertprozentig nach hinten mitarbeiten, weil sie gerade einen 30-Meter-Sprint nach vorne gemacht haben und nun fehlen - da müssen wir ein gutes Mittelmaß finden.“ Immer mal wieder sieht man Bürki mit funkelnden Augen auf Vorderleute einreden. Da hat er als Torhüter einen schweren Stand.

Bleibt Roman Bürki beim BVB? „Ich kann mir nichts anderes vorstellen“

Beim 2:1-Sieg gegen Prag zeigte Roman Bürki seine bislang beste Leistung im BVB-Trikot. © Kirchner-Media

„Ich denke dann, es ist doch wichtiger, dass wir kein Gegentor mehr kassieren, als dass wir noch zwei schießen“, sagt der Schweizer. „Der Trainer spricht das oft an. Wir versuchen, dieses Gleichgewicht zu finden.“ Zu viele Gegentore kosteten den BVB in dieser Saison zu viele Punkte. Ein Hauptaugenmerk wird in den nächsten Wochen auf der defensiven Stabilität liegen. „Wenn du in Führung liegst, darfst du ein Spiel nicht mehr verlieren“, meint Bürki. Bei elf verschenkten Zählern nach eigenem Vorsprung muss es vor allem einem Keeper so vorkommen, dass er das Unheil im wahrsten Sinne kommen sieht.

Mit verbesserter Sicherheitszone geht der BVB-Blick nach oben

Gelingt der Borussia eine verbesserte Sicherheitszone, kann auch der Blick wieder nach vorne gehen. Bürki hat die Saisonziele noch nicht aufgeben. „Wir werden alles reinhauen, um am Ende Deutscher Meister zu werden.“ Das wäre beim aktuellen Tabellenstand dann doch überraschender als ein neuer Vertrag für Bürki.

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