Mittelfeldspieler Franz Pfanne sieht weiteres Entwicklungspotenzial beim BVB II. © imago / Noah Wedel
Borussia Dortmund II

BVB-Abräumer Franz Pfanne: „… dann werden wir noch besser“

Die BVB-U23 blickt auf eine überdurchschnittliche Hinrunde zurück. Der Endspurt mit drei Remis in vier Spielen geht an die Substanz. Ab Mitte Januar geht die Jagd auf Tabellenführer Essen weiter.

Die Spieler des BVB-II verabschiedeten sich fix in den Weihnachtsurlaub. Schon am Abend nach dem Jahresabschluss gegen Düsseldorf waren einige in die Heimat aufgebrochen. Erst am 7. Januar geht es wieder los. Dass die Regionalliga-Nachholpartie gegen Gladbach II vom 9. auf den 27. Januar verschoben wurde, erlaubt es der Borussia, ein wenig länger durchzuschnaufen. Was bitter nötig ist – die Dortmunder machten zuletzt einen äußerst lädierten Eindruck.

Nach dem 1:1 (0:1) gegen Fortunas U23, dem dritten Unentschieden in den vier finalen Regionalliga-Spielen 2020, hielt sich Mittelfeldmann Franz Pfanne an einer Bande fest, während er sein Fazit zum Spiel zog. In den letzten Minuten war Pfanne nur noch humpelnd zu sehen – gleich nach Abpfiff hatte er es sich auf den Rasen gesetzt. „Ich stand sinnbildlich für die gesamte Mannschaft. Ich bin komplett auf dem Zahnfleisch gekrochen.“

BVB-U23 spielt remis: Am Ende fehlt das Quäntchen Glück

Nichts ging mehr, oder zumindest nicht mehr viel. Also zeigte er sich „unheimlich stolz“ auf die Mannschaft. „Wir haben alles gegeben.“ Bis zum Schluss. Allein „die Leichtigkeit“ und am Spielglück habe es am Ende gemangelt. „Beim Stand von 0:0 hatten wir Pech“, so Pfanne – in seinem Kopf spielte sich dabei die Szene ab, als Lennard Maloney und Niklas Dams den Führungstreffer verpassten. Sie vermochten es nicht, die Kugel ins leere Tor zu stochern.

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Regionalliga West, Nachholspiel: BVB II – Fortuna Düsseldorf II 1:1 (1:1)

„Beim 0:1 kullert der Ball dann irgendwie über die Linie“, meinte Dortmunds Abräumer, der die Reaktion seiner Mannschaft lobte: „Wir sind super zurückgekommen.“ Auf das Tor von Phil-Thierri Sieben (19.) antwortete Ansgar Knauff mit einem Volleyschuss aus 18 Metern (27.) – „ein wunderschönes Tor“, befand Trainer Enrico Maaßen.

BVB-Trainer Enrico Maaßen wählt eine mutige Ausrichtung

Weil in Taylan Duman (verletzt) und Steffen Tigges (bei den Profis in Braunschweig) zwei Eckpfeiler fehlten, musste Maaßen Alternativen finden – und baute die angriffslustigste Aufstellung zusammen, „die wir im Kader hatten“. Auf der linken Seite im 3-5-2 begann Knauff, auf der rechten Seite Richmond Tachie, die Doppelspitze bildeten Alaa Bakir und Moritz Broschinski – dahinter lief Tobias Raschl auf.

Eine durchaus risikoreiche, mutige Personalauswahl, zumal der Tabellenvierte Fortuna im Umschaltspiel seine herausragenden Fähigkeiten besitzt. Die Konter konnte der BVB II allerdings regelmäßig unterbinden, „wir hatten viele gute Gegenpressing-Aktionen“, lobte Maaßen. Nur in der 14. Minute wurde es einmal richtig brenzlig, „da“, sagte Maaßen, „haben wir die Tiefe schlecht verteidigt“ – und Pfanne sprang gerade noch grätschend zur Hilfe.

BVB-U23 ist zufrieden mit der bisherigen Hinserie

„Wenn du etwas erreichen willst, gibt es für uns nur eine Möglichkeit, nämlich mutig und intensiv zu spielen“, meinte Dortmunds Trainer. Einer der Angreifer – Ansgar Knauff – traf dann ja auch, für den zweiten Treffer habe „das Quäntchen Glück gefehlt“, meinte Abwehrchef Dams. „Wir hatten noch ein bisschen mehr Power als Düsseldorf und einen Tick mehr vom Spiel.“ Der „Lucky Punch“, wie es Dams formulierte, schien nicht weit entfernt.

Doch es blieben zu viele „Halbmöglichkeiten“ (Maaßen) – und die Standards, gerade in engen Partien ein wertvolles Mittel, gerieten zu ungefährlich. „Da war mehr drin“, befand Dams, ohne gänzlich unglücklich zu sein. Denn klar sei, dass „in allen Spielen, in denen wir Punkte gelassen haben, mehr möglich gewesen wäre. In keinem dieser Spiele war die Einstellung schlecht. Es waren Kleinigkeiten, die gegen uns liefen.“ Dennoch seien die gesammelten 44 Punkte ein zufriedenstellender Wert.

BVB-Trainer Enrico Maaßen fordert Zusammenhalt

So sah es auch Maaßen: „Wir haben super intensiven Fußball gespielt. Und es gibt Momente, in denen man zufrieden sein muss. Dieser hier ist so einer. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die erst im Sommer zusammengekommen ist. Es lässt sich nicht verhindern, dass wir besser werden, wenn wir zusammenbleiben und nicht jeder plötzlich seinen eigenen Senf macht.“

Pfanne pflichtete ihm bei. Die drei Remis im Jahresendspurt trübten die bisherigen Leistungen nicht, meinte er, denn „man muss das Gesamtbild sehen. Und wir haben auch noch ein Nachholspiel. Wenn wir das gewinnen, ist alles top.“ Die Borussia hätte in diesem Fall nur noch drei Punkte weniger auf dem Konto als Tabellenführer Rot-Weiss Essen. „Wichtig ist, dass wir jetzt die Köpfe freikriegen und Kraft tanken“, so Pfanne, „dann werden wir die Rückrunde noch besser spielen.“

Über den Autor
Volontär
Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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