BVB-Abwehrspieler Zagadou sprintet allen davon - Reus besiegt seinen Auswärtsfluch

mlzEinzelkritik

BVB-Abwehrspieler Dan-Axel Zagadou zeigt beim 4:0 in Mainz bislang unbekannte Offensivqualitäten. Kapitän Marco Reus besiegt seinen Auswärtsfluch. Die Einzelkritik.

Mainz

, 14.12.2019, 17:57 Uhr / Lesedauer: 3 min

Roman Bürki: Der Schlussmann, der noch am Dienstag in der Champions League gegen Slavia Prag zum Krakenmann avanciert war, konnte vor der Pause sein Regenerationsprogramm fortsetzen. Bürki blieb in Durchgang eins völlig beschäftigungslos. Daran änderte sich nichts mehr, bis das Spiel entschieden war. Note: 3,0

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Manuel Akanji: Der Schweizer hatte vor der Pause wenig Mühe mit den Mainzer Angreifern Szalai und Quaison. Darüber hinaus agierte er präzise und konzentriert im Spielaufbau. Starke Rettungstat gegen Szalai (56.). Präsentiert sich in der Dreierkette derzeit deutlich stabiler als über weite Strecken der Hinrunde in der Innenverteidigung der Viererkette. Note: 2,5


Mats Hummels: Der Abwehrchef lenkte die Dortmunder Abwehr souverän durch den ersten Durchgang. Sein langer Ball auf Schulz (26.) wurde richtig gefährlich. Vor dem 1:0 blieb er nach Hazards Flanke robust im Kopfballduell gegen Szalai und hatte seinen Anteil an der BVB-Führung. Souveräner Auftritt. Note: 2,5

BVB-Abwehrspieler Zagadou sprintet allen davon - Reus besiegt seinen Auswärtsfluch

© Deltatre

Dan-Axel Zagadou: Der Franzose bekam den Ball nach acht Minuten im Strafraum gegen den Oberarm. Kein Elfmeter war die richtige Entscheidung. Danach hatte er defensiv alles im Griff und war immer zur Stelle, wenn er gefordert war. Überragend seine Vorarbeit samt Ballgewinn vor dem 2:0 . Ein 70-Meter-Sprint, ein perfekter Querpass - ungeahnte Offensivqualitäten des Abwehrhünen. Note: 1,5


Achraf Hakimi: Guter Flankenlauf nach sieben Minuten, als er den Kopf hochnahm, Reus im Rückraum sah und mustergültig bediente. Die Position im rechten Mittelfeld mit einer zusätzlichen Absicherung im Rücken ist ihm mit all seinem Tempo wie auf den Leib geschneidert, auch wenn die ganz großen Aktionen in Mainz nicht dabei waren. Note: 3,0


Julian Weigl: Der einzig gesunde und verbliebene gelernte Sechser im Dortmunder Kader vertrat wie schon am Dienstag in der Königsklasse den verletzten Axel Witsel vor der Abwehr. Ging trotz drohender Gelbsperre entschlossen zu Werke. Bei seinem Foul gegen Szalai (21.) kam er ohne Gelben Karton davon - vertretbar. Ansonsten ohne Fehl und Tadel, die Präsenz eines Witsel kann er allerdings nicht ins BVB-Mittelfeld einbringen. Note: 3,0

Julian Brandt: Schob aus dem Zentrum immer wieder an, versuchte viel, hatte gute Aktionen, doch es klappte nicht alles, wie zum Beispiel sein vermeintlich leichter Pass auf Reus beim vielversprechenden Konter nach 36 Minuten. Manchmal etwas zu sorglos. Gefährlich dafür sein Kopfball in Uwe-Seeler-Manier nach 37 Minuten, der knapp am Tor vorbeistrich. Feiner Doppelpass mit Hazard (39.). Aktuell nicht mehr wegzudenken aus der Dortmunder Mittelfeldzentrale. Note: 2,5


Nico Schulz: Der Nationalspieler durfte auf der Position ran, auf der er sich am wohlsten fühlt. Links in der Fünferkette gegen den Ball, links im Mittelfeld mit dem Ball. Und Schulz hatte gleich zweimal die Führung auf dem Fuß, sein erster Abschluss allerdings flog deutlich links vorbei (10.), sein zweiter, als er nach Zuspiel von Reus gut eingelaufen war, wurde gerade noch abgeblockt (12.). Nach 55 Minuten gab’s dann einen Anpfiff von Favre, weil Schulz auf der linken Bahn parkte. Kurz danach verlängerte er eine Mainzer Flanke unglücklich per Kopf. Das Tor zum 4:0 (84.) wird ihm guttun. Note: 2,5


Marco Reus: Der Kapitän brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden, arbeitete dann aber energisch an seinem ersten Auswärtstor in dieser Saison. Seine ersten beiden Abschlüsse wurden geblockt (7.), dann forderte er zurecht Handelfmeter (15.), aber Cortus‘ Pfeife blieb stumm. Sein Tor erzielte er trotzdem. Nach 32 Minuten traf Reus mit Anlauf und volley ins Glück - 1:0 für den BVB. Das 3:0 legte er dank guter Übersicht auf, dann war Feierabend - und er machte Platz für Mario Götze (72.). Note: 2,0

BVB-Abwehrspieler Zagadou sprintet allen davon - Reus besiegt seinen Auswärtsfluch

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Thorgan Hazard: Der Belgier kellnerte den Ball vor dem 1:0 einfach mal in den Strafraum. Und überhaupt zeigte er sich immer wieder mutig in der Offensive. Nach einer Viertelstunde verpasste er den Führungstreffer nach Schulz‘ scharfer Hereingabe nur knapp, sein Dribbling zuvor hatte die Chance eingeleitet. Das 3:0 erzielte er unter Zentners Mithilfe, auch wenn er den Ball satt traf (69.). Note: 2,5


Jadon Sancho: Der junge Engländer spielte über weite Strecken eine klassische zweite Spitze neben Hazard, lief über sechs Kilometer vor der Pause, gewann 86 Prozent seiner Zweikämpfe, blieb in den entscheidenden Momenten aber glückloser als zuletzt. Sein Tor machte er trotzdem. 2:0. Deckel drauf. Seinen zweiten Treffer verhinderte der Pfosten (75.). Note: 2,5


Mario Götze (72. für Reus), Mahmoud Dahoud (80. für Brandt) und Paco Alcacer (84. für Sancho) kamen spät und bleiben ohne Note.

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