Die sportliche Zukunft von Felix Passlack in Dortmund ist ungewiss. © imago images/Kirchner-Media
Borussia Dortmund

BVB-Allrounder Felix Passlack: Sportliche Zukunft in Dortmund ungewiss

Das Comeback im Dortmund-Trikot verlief für Felix Passlack im Sommer verheißungsvoll. Mittlerweile ist die Euphorie jedoch verflogen. Die sportliche Zukunft des BVB-Allrounders ist ungewiss.

Die Geschichte klang fast zu schön, um wahr zu sein: Felix Passlack, das Eigengewächs aus der Nachwuchsschmiede Borussia Dortmunds, kehrte zurück zu seinem Herzensklub. Nach einer über 1100 Tage andauernden, mitunter quälenden Ausleih-Odyssee von Hoffenheim über Norwich in Englands zweiter Liga und Fortuna Sittard in den Niederlanden hatte er endlich zurückgefunden zu Form und Leichtfüßigkeit. Und er hatte den festen Entschluss gefasst, es in Dortmund jetzt „unbedingt zu beweisen“, wie er selbst betonte. Hatte im Training hart dafür geschuftet, sich einen Platz im BVB-Kader zu erkämpfen.

Felix Passlack hinterlässt beim BVB einen stabilen Eindruck

„Sein Wille und seine Intensität haben uns überzeugt“, erklärte Borussias Lizenzspielleiter Sebastian Kehl in den Anfangstagen dieser Saison, als er bilanzieren durfte, dass Felix Passlack in der Sommervorbereitung so viele Testspielminuten wie kein anderer Borusse absolviert und auch in den ersten Bundesliga-Partien einen stabilen Eindruck hinterlassen hatte.

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Der 22-Jährige erntete Lob von den BVB-Bossen, schoss gegen Freiburg sein erstes Ligator und durfte prompt zur U21-Nationalmannschaft reisen. Stück für Stück wuchs die Hoffnung, dass es jetzt tatsächlich etwas werden könnte mit einer festen Profi-Beziehung Passlacks zum BVB. Der Klub, zu dem er schon als 14-Jähriger mit großen Hoffnungen und Träumen gestoßen war, für den er mit 17 sein Debüt für die Profis gegeben hatte.

Passlacks bislang letzter BVB-Einsatz liegt zwei Monate zurück

Jetzt, mit 22, meldete er sich zurück, stand in sechs der ersten neun Partien dieser Spielzeit auf dem Platz. Sammelte zudem drei Einsätze in der Champions League. Es lief mehr als nur gut für ihn. Seit dem 28. November aber, dem Tag dieses bitteren 1:2 des BVB gegen den 1. FC Köln, läuft gar nichts mehr für Felix Passlack. Keine einzige Sekunde hat er seitdem auf dem Rasen gestanden. In fünf der jüngsten neun Partien fand sich Passlacks Name nicht einmal mehr auf der Kaderliste.

Nicht einmal eine Nebenrolle war übrig für den wuseligen Rechtsfuß, andere haben derzeit sogar die Nase vorn, wenn es um die Plätze auf der Ersatzbank geht: Mateu Morey und Nico Schulz genießen unter Trainer Edin Terzic den Vorzug. Thomas Meunier und Raphael Guerreiro sind als Stammkräfte ohnehin gesetzt, wenn es darum geht, über die Außenbahnen für die Borussia Dampf zu machen.

Passlack profitierte vom BVB-Verletzungspech zu Saisonbeginn

Zu Saisonbeginn hatte Passlack noch davon profitiert, dass es genau auf seinen Positionen galt, Lücken zu stopfen. Denn nach und nach meldeten sich die Außenverteidiger des BVB verletzt ab. Marcel Schmelzer, Schulz, Morey, Guerreiro – alle waren außer Gefecht gesetzt. Passlack war fit – und lieferte gute Leistungen ab. Nachhaltig zur Stammkraft avancierte der 1,70 Meter kleine Profi allerdings nicht. Als sich das BVB-Lazarett lichtete, war er nur noch selten in erster Reihe gefragt. Flugs war er raus aus dem Flutlicht.

Passlack hält dennoch sein Versprechen. „Ich werde weiterhin Vollgas auf dem Trainingsplatz geben, um auch weiterhin meine Minuten auf dem Platz zu bekommen“, hatte er im Oktober gesagt. Und bis heute macht er genau das. Die Trainer des BVB loben intern nach wie vor seinen Fleiß und Einsatz, null Resignation sei bei ihm zu spüren, so heißt es. Trotz Passlacks schwieriger Lage. Denn in fünf Monaten, am 30. Juni 2021, läuft sein Vertrag bei Borussia Dortmund aus. Zukunft ungewiss.

Erste Gespräche zwischen dem BVB und Felix Passlack

Erste Gespräche mit den BVB-Bossen über eine mögliche Verlängerung des Arbeitspapiers haben nach Informationen der Ruhr Nachrichten zwar schon stattgefunden, es gibt aber noch keine klare Richtung. Der Klub wartet ab, wie sich Passlack in den nächsten Wochen entwickelt, ob er sich doch noch durchbeißen kann – ein schneller Wechsel im Winter, mit dem die Borussia zumindest noch eine Ablöse einstreichen könnte, kommt nicht in Frage.

Für Passlack gibt es also nur zwei Optionen: Es in den neuen Kader der Borussia schaffen, oder im Sommer ablösefrei fest bei einem anderen Klub anheuern. Momentan spricht zwar nicht viel für Passlacks Verbleib in Dortmund. Aber dem gebürtigen Bottroper war schon im Herbst, als seine Comeback-Tour in Schwarzgelb noch wie am Schnürchen lief, bewusst: „Es kann schnell gehen. In beide Richtungen.“ Noch sind fünf Monate Zeit für die richtige Richtung.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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