Am Ende der Saison konnte BVB-Geschäfstführer Hans-Joachim Watzke wieder jubeln - doch die Spielzeit 20/21 habe ihn viele Nerven gekostet, sagte der 61-Jährige im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. © imago / Christian Schroedter
Borussia Dortmund

BVB-Boss Watzke attestiert Terzic „außergewöhnliche Leistung“ – und mahnt

Hans-Joachim Watzke spricht Edin Terzic nach einer schwierigen Saison ein besonderes Lob aus. Zwei Führungsspieler hätten den Unterschied ausgemacht. Der BVB-Boss wählt aber auch mahnende Worte.

Extrem angespannt durchlebt und durchleidet Hans-Joachim Watzke seit jeher Spiele seiner Dortmunder Borussia. Keine Frage also, dass die gerade ins Ziel geführte, mit Rückschlägen und Problemen gespickte Spielzeit den BVB-Geschäftsführer besonders gefordert hat. „Ja, diese Saison hat eine Menge Nerven gekostet“, gestand Hans-Joachim Watzke am Pfingstmontag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Am Ende war es natürlich eine gute Saison, gekrönt mit dem Pokalsieg. Aber was die Dramaturgie betrifft, hätte das nicht so gestaltet werden müssen. Wir lagen zwischendurch ja weit hinter unseren Zielen zurück. Und dass uns letztlich solch eine Siegesserie gelingen würde, davon war nicht unbedingt auszugehen“.

Champions-League-Spiele gegen Manchester City als Schlüssel zur BVB-Wende

Für den BVB-Boss lag der Schlüssel zur Wende im Duell mit Manchester City im April. Die Borussia verlor zwar beide Spiele mit 1:2 gegen das englische Starensemble von Trainer Pep Guardiola und flog im Viertelfinale aus der Champions League. Aber sie verkaufte sich sehr teuer, forderte City alles ab, brachte den großen Favoriten gar ins Wanken. „Gegen Manchester hat unsere Mannschaft gemerkt, dass sie bei entsprechender Leistung mit jedem Gegner mithalten kann“, sagte Watzke.

Dazu kam, „dass sukzessive Edin Terzics Ansprachen und Maßnahmen gegriffen haben“. Die Trainingseinheiten wurden intensiver, bei den Profis sei die Erkenntnis gereift, dass die innere Einstellung angepasst werden muss. Watzke: „Nur wenn ich über die ganze Woche alles gebe, kann ich auch im Spiel alles abrufen.“

Sieben Bundesliga-Siege in Serie gab es für den BVB zuletzt unter Klopp

Fortan sei endlich das Potenzial der Borussia zu sehen, und so diese starke Rückrunde, die beinahe noch in der Vize-Meisterschaft mündete, überhaupt möglich gewesen. Dortmund gewann die letzten sieben Bundesliga-Spiele – eine solche Serie legte in dieser Saison keine andere Mannschaft hin. Zuletzt so lange tadellos spielte der BVB vor neun Jahren unter Jürgen Klopp. „Edin Terzics Leistung war außergewöhnlich“, bilanzierte Watzke. Borussias Geschäftsführer attestierte auch den Führungsspielern einen maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Comeback des BVB. Marco Reus und Mats Hummels seien wertvolle Leader gewesen.

Dass Hummels‘ konstant gute Leistungen zur Rückkehr in die Nationalmannschaft führten, „darüber dürfte es keine zwei Meinungen geben. Das ist absolut verdient“, sagte Watzke. „Mats hatte dieses große Ziel, es zur EM zu schaffen, und er hat es gepackt.“ Zwar würde dem Dortmunder Abwehrchef nach der kräfteraubenden Saison ein längerer Urlaub gut tun, aber Hummels sei von Verletzungen verschont geblieben. Und das unterscheide ihn eben von Marco Reus, der auf die Teilnahme an der EM verzichtete. „Marco kam aus einer längeren Verletzungspause. Dass er jetzt sagt: Mein Körper braucht Ruhe, zeigt, wie verantwortungsvoll er ist.“

BVB-Boss Watzke hofft auf den Siegeswillen der Dortmunder Spieler

Reus will Anfang Juli mit aufgeladenen Akkus die Vorbereitung beim BVB unter Cheftrainer Marco Rose aufnehmen. Ein Neustart, auf den auch Hans-Joachim Watzke aufgrund der jüngsten Erlebnisse optimistisch schaut. Denn die Mannschaft habe erkannt, „wie schön es ist, erfolgreich zu sein“. Der Pokalsieg sei für viele Spieler der erste Titel ihrer Karriere gewesen, „und sie haben erfahren, was sie tun müssen, um so etwas Großes zu schaffen.“

Die Hoffnung und gleichsam das Ziel liegen für Watzke somit auf der Hand: „Die Mannschaft muss sich jetzt den Hunger und die positive Energie bewahren.“ Auf das die Anspannung des BVB-Bosses in der nächsten Saison nicht wieder bis ins Extrem ausgereizt werden muss.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
Zur Autorenseite
Sascha Klaverkamp

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.