BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verrät Details zur Trennung von Jürgen Klopp

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BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke blickt wehmütig auf die Trennung von Jürgen Klopp im Sommer 2015 zurück - und gibt zu: „Das war vielleicht ein Fehler.“

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, 09.10.2019, 09:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verrät Details zur Trennung von Jürgen Klopp

Herzliches Wiedersehen: Am 7. April 2016 gastierte Jürgen Klopp (r.) mit dem FC Liverpool in der Europa League beim BVB. © dpa

Am Donnerstagabend kehrt Jürgen Klopp zurück in den Signal Iduna Park. Fast auf den Tag genau vier Jahre nach seiner Unterschrift beim FC Liverpool ist der 52-Jährige prominenter Gast der Buch-Vorstellung von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Gemeinsam mit Autor Michael Horeni gewährt der 60-Jährige Einblicke in sein Leben mit dem BVB.

BVB-Saison 14/15 wird zur großen Belastungsprobe

In der Biographie äußert sich Watzke auch ausführlich zur Klopp-Trennung im Sommer 2015. In Auszügen, die vorab von der „Bild“ veröffentlich wurden, heißt es: „Wie wir dann das Ende beim BVB zusammen durchgestanden und hinter uns gebracht haben, das geht auch nur, wenn du totales Vertrauen zueinander hast. Da war nichts gespielt. Da sind mir beim Abschied wirklich die Tränen gekommen. So ein Verhältnis, wie ich es mit Jürgen über sieben Jahre beim BVB hatte, das hat es vorher nicht gegeben. Und so ein Verhältnis wird es wahrscheinlich auch nie wieder geben.“

Nach sechs erfolgreichen Spielzeiten wurde die Saison 14/15 zu extremen Belastungsprobe. Anfang der Rückrunde rutschte der BVB sogar auf den letzten Tabellenplatz - die Dortmunder Aufholjagd führte aber doch noch in die Europa League.

Watzke: „Aber das war vielleicht ein Fehler“

Klopp habe damals gesagt: „Ihr wisst es doch auch: Es ist besser, wenn wir uns an diesem Punkt jetzt nach sieben Jahren trennen.“ Dazu schreibt Watzke: „Wir haben dann auch nicht mehr versucht ihn umzustimmen. Aber das war vielleicht ein Fehler. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn wir die gesamte Mannschaft ausgetauscht hätten - und nicht den Trainer. Denn so einen Trainer, das war mir klar, würden wir nie mehr wieder bekommen, gute Spieler aber schon. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer.“

Der BVB-Boss räumte jedoch ein, dass die Trennung nach sieben erfolgreichen Jahren mit zwei Meistertiteln, Pokalsieg und Champions-League-Finale alternativlos war: „Jürgen hätte es nicht mehr gemacht, das hat man gespürt.“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verrät Details zur Trennung von Jürgen Klopp

Das Ende der Klopp-Ära beim BVB wurde am 15. April 2015 offiziell verkündet. © dpa

Watzke denkt auch heute noch wehmütig zurück an die Klopp-Ära: „Manchmal, wenn ich heute im Trainingslager bin und dann spätabends hochgehe auf mein Zimmer und mich noch mal auf die Terrasse setze, überkommt mich ein wehmütiges Gefühl. Da denke ich an die vergangenen Jahre, als ich da auch so gesessen habe und dann irgendwann auf der Terrasse dieses wiehernde Lachen von Jürgen gehört habe. Da wusste ich immer: Es ist alles in Ordnung. Aber das gibt es jetzt nicht mehr. Das ist ein bisschen so, wie wenn die Kinder ausziehen. Da weiß man auch, dass es irgendwann passieren wird, aber es fehlt trotzdem so viel.“

Das Buch „Echte Liebe - Ein Leben mit dem BVB“ (288 Seiten, 20 Euro) erscheint am 14. Oktober im C. Bertelsmann Verlag.
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