BVB-Coach Lucien Favre in der Kritik – er bekommt auch Rückendeckung

Borussia Dortmund

Immer wieder sieht sich Lucien Favre als Trainer von Borussia Dortmund einer Diskussion ausgesetzt. Ist er der richtige für den Job? Ja, sagen manche. Es gibt aber auch andere Meinungen.

Dortmund

, 28.05.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Muss sich mal wieder eine Diskussion gefallen lassen: BVB-Trainer Lucien Favre.

Muss sich mal wieder eine Diskussion gefallen lassen: BVB-Trainer Lucien Favre. © picture alliance/dpa

„Noch einmal mit dem Lastwagen um den Borsigplatz fahren. Das wäre ziemlich lässig.“ 2015 sprach Ex-Trainer Jürgen Klopp diese Worte vor seinem Rücktritt. Der Titelhunger ist seitdem in Dortmund immer noch groß, die Sehnsucht nach einem wie Klopp noch längst nicht gestillt. Beides ist ein Problem für BVB-Coach Lucien Favre.

BVB-Coach Favre muss sich wieder Klopp-Vergleich gefallen lassen

Der Schweizer sieht sich einem Vergleich ausgesetzt, den er nicht für sich entscheiden kann. Den er vielleicht auch gar nicht für sich entscheiden will. Klopp hat eine Ära geprägt bei Borussia Dortmund, viele Fans trauern dieser Ära hinterher. Die leise Wehmut schlägt allmählich in laute Wut um. „Der Trainer muss meiner Meinung nach wirklich endlich weg“, schreibt etwa Julius Mayer bei Facebook. Hans Meerkamp schreibt: „Mit Favre würden auch die Bayern nicht Meister.“ Favre und der BVB müssen – mal wieder – eine Grundsatzdiskussion über sich ergehen lassen. Ist ein Titel mit diesem Trainer in Dortmund überhaupt möglich?

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Nach dem Pokal-Aus, dem Ausscheiden aus der Champions League und dem jetzt wohl endgültig verlorenen Meisterschaftsrennen mit dem FC Bayern München, sieht diese Saison zumindest nach einer titellosen aus. Vom Gewinn des Supercups im vergangenen Sommer einmal abgesehen. Favre weist allerdings auch darauf hin, dass er mit seiner Arbeit in Dortmund längst nicht fertig sei. Geduld sei das Stichwort.

Lucien Favre hat auch Unterstützer beim BVB

Und die beweisen auch viele Dortmunder Fans. Der Schweizer hat durchaus Fürsprecher im schwarzgelben Lager. „Diese Trainer-Diskussionen rund um Favre und den BVB finde ich einfach nur unredlich“, schreibt ein Twitter-User namens Papa Maik. Andere sind von der Spielweise des BVB unter Favre angetan, sprechen von „Kleinigkeiten“, die den Unterschied machten gegen München. „Bayern spielt einfach noch mal ein Level drüber, dennoch gefällt mir Dortmund sehr gut, einzig das Pressing stört mich bei Favre“, meint Robin Schüßler bei Twitter.

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Nun läuft eine Trainerdiskussion aber nie komplett sachlich ab. Sie ist oft das sportliche Spiegelbild einer hitzigen, populistischen Debatte, die beispielsweise jeder beliebige Beitrag zum Thema Corona-Schutzmaßnahmen derzeit auslöst. Die Schreihälse werden oft gehört. Der Gaukler, der den Kopf des Königs fordert, erhält auf dem Marktplatz häufig Zustimmung. Bestes Beispiel im aktuellen Diskurs: Lothar Matthäus.

BVB-Coach Favre wehrt sich

Er hätte die Mannschaft anders aufgestellt, sagte der Sky-Experte beim Ligakracher. Brachte sodann Niko Kovac als möglichen Favre-Nachfolger in Stellung. Der wiederum setzte sich zur Wehr, sandte eine klug platzierte kämpferische Parole in die Welt hinaus. „Ich habe einen Vertrag bis 2021 und will unbedingt auch nächste Saison auf der Bank sitzen“, teilte Favre mit. Gemessen werden wird Favre aber eben auch an Ergebnissen. Und an Titeln.

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