Enttäuschender Auftritt in Sankt Petersburg: BVB-Mittelfeldspieler Julian Brandt. © imago / Laci Perenyi
Champions League

BVB-Einzelkritik: Bellingham geht voran – Brandt bleibt ein großes Rätsel

Der BVB holt einen 2:1-Arbeitssieg in Sankt Petersburg und zieht als Gruppensieger ins Achtelfinale der Champions League ein. Bellingham geht voran, Brandt bleibt ein großes Rätsel.

Wieder muss Borussia Dortmund einem frühen Rückstand hinterherlaufen. Trotz des 2:1 (0:1) vermisste man die Leichtigkeit, harte Arbeit musste es richten. Die Einzelkritik:

Marwin Hitz: Ein Ball aus spitzem Winkel rauschte über seinen Kasten, der andere Schuss, der in der ersten Hälfte auf sein Tor kam, war drin. Am 0:1 traf den Bürki-Ersatz aber keine Schuld. Direkt nach der Pause mit einem tollen Reflex nach dem Schuss von Kuzyaev (46.). Hatte die Ruhe weg. Note: 2,5

Lukasz Piszczek: Dass oft luftige Verteidigen im Mittelfeld brachte ihn hinten einige Male in Bedrängnis, wenn Sardar Azmoun mit Tempo auf ihn zulief. Nach der Pause weitgehend Herr der Lage – und mit dem richtigen Riecher beim 1:1 (67.). Note: 3,0

Mats Hummels: Torschütze Driussi stahl sich in seinem Rücken in den Strafraum und war vom Dortmunder Abwehrchef nicht mehr zu stoppen (17.). Ansonsten umsichtig mit einigen guten Spieleröffnungen. Schlau, wie er mit der Fußspitze Kerzhakov zur Blitzparade zwang, Piszczek staubte ab. Note: 2,5

Emre Can: Beim 0:1 bekam er wie Schulz ganz außen keinen Zugriff nach der Seitenverlagerung der Gastgeber – auf der ungewohnten linken Seite nicht immer sicher. Nach der Pause ordentlich, schaltete sich oft mit nach vorne ein. Note: 3,0

Felix Passlack: Die Chance zu offensiven Flügelläufen ergab sich einige Male, die Muster aber wiederholten sich: Passlack brach die Angriffe ab, traute sich zu selten in ein Eins-gegen-Eins. Machte aus taktischen Gründen Platz für Reyna. Note: 4,0

Jude Bellingham: Einer der wenigen in Schwarzgelb, der in der ersten Hälfte nicht nur Begleitschutz leisten wollte. Energisch im Pressing, aggressiv im Zweikampfverhalten. Dazu mit einer richtig guten Kopfballchance nach der leicht abgefälschten Flanke von Nico Schulz (43.). Da traf der junge Engländer den Ball nicht richtig. Blieb auch nach der Pause auffällig. Note: 2,5

Axel Witsel: Verschleppte auch an alter Wirkungsstätte oft die Bälle, beim 0:1 hätte er dazu Torschütze Driussi mit einem energischen Sprint stellen können – aber Witsel schaute nur zu. Etwas besser nach der Pause. Dass sein Linksschuss genau ins Toreck passte, milderte eine durchwachsene Vorstellung ab (78.). Es war ein sehr wichtiges Tor des Belgiers. Note: 3,5

Nico Schulz: Gute und scharfe Flanken, ein guter Laufweg beim Pfostentreffer von Reus, leider auch einige wenige unerklärliche Bälle in die Füße des Gegners. War aber immer aktiv und machte deutlich mehr Betrieb als auf der anderen Seite Passlack. Ein Schritt nach vorn. Note: 2,5

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Champions League, 6. Spieltag: Zenit St. Petersburg – BVB 1:2 (1:0)

Julian Brandt: Endlich durfte er auf seiner Lieblingsposition ran, doch wenn das Selbstvertrauen gering ist, fällt auch dort jeder Schritt schwer. Holte sich tief die Bälle ab, um Sicherheit zu erlangen. Zündende Ideen gab es bis zur frühen Auswechslung nicht. Dafür viele Fehlpässe. Daher zurecht raus. Note: 5,0

Marco Reus: Auch wenn er oft minutenlang kaum zu sehen ist, kreiert der Kapitän doch weiter Torgefahr. Kerzhakov fischte seine scharfe Flanke so eben noch weg (23.). Sein Schlenzer mit Auge an den Pfosten hätte einen Treffer verdient gehabt (45.). Auch am 1:1 als Passgeber in die Mitte beteiligt. Note: 3,0

Thorgan Hazard: Als Teil der Doppelspitze mit Reus bemüht. Guter Schuss, der Kerzhakov aber nicht ernsthaft prüfte (19.). Blieb aktiv – bis er angeschlagen raus musste. Note: 3,0

Giovanni Reyna: Mit seiner Einwechslung war gleich mehr Zug im Dortmunder Offensivspiel. Stark, wie er sich durchtankte, die Flanke auf Moukoko wurde noch abgefangen (69.). Note: 2,5

Youssoufa Moukoko: Reus‘ Flanke wurde in letzter Sekunde abgeblockt, der Junioren-Torjäger wäre zur Stelle gewesen. Unverkennbar aber bewegt sich Moukoko nun in einer anderen Welt und muss noch lernen. Note: 3,5


Dan-Axel Zagadou
(72. für Hummels), Jadon Sancho (72. für Piszczek) und Ansgar Knauff (83. für Hazard) kamen spät ins Spiel und bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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