Enttäuschender Auftritt gegen Freiburg: BVB-Kapitän Marco Reus (l.). © dpa
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Brandt, Reus und Reyna sind Totalausfälle – Moukoko überzeugt

Auch die BVB-Serie gegen den SC Freiburg endet. Julian Brandt, Marco Reus und Giovanni Reyna sind beim 1:2 Totalausfälle. Nur Joker Youssoufa Moukoko überzeugt. Die Einzelkritik.

Marwin Hitz: Ein unbedrängter Ball ins Seitenaus (8. Minute), dann der erste Wackler gegen Jeongs Distanzschuss, als er den Ball nach vorne prallen ließ (9.). Zu zögerlich im Rauslaufen gegen den durchgestarteten Höler, der allerdings im Abseits stand (26.). Einmal gut und wichtig auf dem Posten gegen Schmids flache Hereingabe, das wäre ein sicheres Tor für Freiburg gewesen (44.). Beim 0:1 hätte er den Ball vielleicht halten können (49.), beim 0:2 hätte er ihn halten müssen (52.). Ein gebrauchter Nachmittag für Hitz. Note: 5,5

Emre Can: Spielte auf der ungewohnten und ungeliebten Position hinten rechts in der Viererkette, weil Morey nur auf der Bank Platz nahm. Nach vorne setzte Can gleich ein Ausrufezeichen, als er mit Herz und links aus der zweiten Reihe einfach mal draufhielt – Latte (5.). Nach hinten in der Folge immer wieder mit Schwierigkeiten. Zu passiv am zweiten Pfosten bei Grifos gutem Freistoß (12.), zu passiv auch gegen Grifo vor dem 0:1 (49.). Seine Lieblingsposition wird’s nicht mehr. Note: 4,5


Mats Hummels:
Rechtzeitig fit und dieses Mal halbrechter Innenverteidiger. Nach zehn Minuten klärte er Akanjis waghalsiges Zuspiel in der Not ins Aus, es war die richtige Entscheidung. Starker Zweikampf gegen Demirovic (29.), dann aber ein zu ungenauer Ball in die Tiefe. Der Ärger darüber war ihm anzusehen – und er dürfte in der zweiten Hälfte noch größer geworden sein. „Unser Ziel ist in Gefahr. Das Ziel ist ganz klar die Champions-League-Qualifikation“, sagte Hummels nach dem 1:2. Note: 4,0

Manuel Akanji: Wichtige Rettungstat gegen den heranstürmenden Demirovic nach Hitz‘ Patzer (8.). Zwei Minuten später dann mit einem ambitionierten Dribbling und riskanten Zuspiel auf Hummels am eigenen Strafraum. Sein Abschluss aus der Distanz geriet zu harmlos (34.). Im zweiten Durchgang sah er auf der anderen Seite dann zwei Distanzschüsse ins eigene Tor fliegen. Note: 4,5


Raphael Guerreiro:
Nach vorne vor der Pause ohne nennenswerte Impulse, hinten verlor er einmal den durchgelaufenen Schmid aus den Augen, der von Jeong präzise auf die Reise geschickt wurde (44.). In Durchgang zwei schleppte er sich einmal mehr mit schlechter Körpersprache über den Rasen. Der Portugiese kann dem BVB-Spiel viel mehr geben als an diesem Nachmittag in Freiburg. Note: 5,0


Thomas Delaney:
Einmal mehr einziger Abräumer vor der Abwehr und anfänglich gewohnt fleißig und aggressiv unterwegs. Vor Grifos gefährlichem Freistoß kam er zu spät und verursachte eine brenzlige Standardsituation (12.). Beim 0:1 verlor er Jeong aus den Augen und gewährte dem Freiburger einen freien Abschluss. Es war nur das Ende der Fehlerkette. Nach einer Stunde raus für Dahoud. Note: 4,5

Giovanni Reyna: Seine abgefälschte Flanke bereitete Haalands Riesenchance zur Führung vor (13.), sein schlampiger Außenristpass leitete die Freiburger Führung ein (49.). Reyna spielte dieses Mal auf dem rechten Flügel, viele Akzente konnte er bis auf ein gutes Dribbling und besagte Flanke auf Haaland nicht setzen. Nach 70 Minuten runter für Reinier. Die schwierige Phase des jungen US-Amerikaners ging auch in Freiburg weiter. Note: 5,0


Julian Brandt:
Eine gute Ballmitnahme, ein halbwegs gefährlicher Abschluss aus der zweiten Reihe: Mehr kam nicht von Brandt, der seine Chance im Zentrum nicht zu nutzen wusste und zur Halbzeit zurecht in der Kabine blieb. Es war nicht der erste enttäuschende Auftritt des Nationalspielers – dieses Mal unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw. Note: 5,0


Marco Reus:
Der Kapitän hatte genau zwei auffällige Szenen im Breisgau. Die erste, als er gegen Lienhart einen guten Ballgewinn weit in der Freiburger Hälfte erzwang, aber von Schiedsrichter Felix Brych diskussionswürdig zurückgepfiffen wurde (34.). Die zweite, als er sich auf der Ersatzbank ärgerte, weil er für Moukoko ausgewechselt worden war. Es kam zu wenig von Reus, nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Note: 5,0

Jadon Sancho: Der junge Engländer griff im Schwarzwald-Stadion 90 Minuten lang über die linke Seite an, wirklich viel klappte nicht. Sancho war bei Schmid abgemeldet – und auf der Pressetribüne kamen die Freiburger Journalisten zu dem Schluss: „Ganzsch der Alte isch der Santscho noch nicht wieder, gä?!“ Man wollte nicht widersprechen. Note: 5,0


Erling Haaland:
Der Norweger hatte die BVB-Führung auf dem Fuß, aber Müller im Freiburger Tor kratzte den Ball per Glanztat von der Linie (13.). Nach 38 Minuten ruderte er mit den Armen und forderte seine Mitspieler auf, zielstrebiger nach vorne zu spielen. Den Anschlusstreffer durch Moukoko bereitete er stark vor, ein eigener Treffer gelang ihm dieses Mal nicht – und der BVB ging leer aus. Note: 3,5


Jude Bellingham:
Der junge Engländer kam zur zweiten Hälfte für Brandt, aber auch er konnte kaum Akzente setzen. Die Einsatzbereitschaft war dem 17-Jährigen wie immer nicht abzusprechen, aber der Eindruck, der niemanden überraschen sollte ob Bellinghams Alter, ist, dass er eben noch das ein oder andere Mal Lehrgeld zahlen muss in der Bundesliga. Note: 4,5

Fotostrecke

Bundesliga, 20. Spieltag: SC Freiburg – BVB 2:1 (0:0)

Mahmoud Dahoud: Kam nach einer Stunde für Delaney ins Spiel und sollte die BVB-Offensive aus dem Mittelfeld ankurbeln. Sein Ballgewinn vor dem 1:2 leitete den Anschlusstreffer ein, zu mehr reichte es nicht mehr. Note: 3,5


Youssoufa Moukoko:
Das BVB-Sturmjuwel sorgte nach seiner Einwechslung für frischen Wind im Dortmunder Offensivspiel. Sein erster Versuch klatschte an den Außenposten (63.), sein zweiter Abschluss saß. Das 1:2 hauchte dem BVB neue Hoffnung ein (76.). Kurz vor dem Schluss hatte Moukoko dann sogar die Chance zum 2:2 auf dem Fuß, rutschte allerdings im denkbar ungünstigsten Moment weg. Trotzdem: Seine Unbekümmertheit tat der Mannschaft spürbar gut. Note: 2,5


Reinier: Der Brasilianer bekam seine ersten Einsatzminuten unter Trainer Edin Terzic. Entscheidende Impulse aber konnte der Brasilianer nicht mehr geben, nachdem er für Reyna ins Spiel kam (70.). ohne Note

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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