Der Arbeitstag von BVB-Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud endete in Mönchengladbach bereits nach 40 Minuten. © imago / Moritz Müller
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Dahoud uneinsichtig, Guerreiro launisch, Moukoko ohne Bindung

Borussia Dortmund erlebt in Mönchengladbach einen Abend der Enttäuschungen. Dahoud ist uneinsichtig, Guerreiro präsentiert sich launisch, Moukoko ist ohne Bindung. Die BVB-Einzelkritik.

Gregor Kobel: Mit Ausnahme des Pokalspiels in Wiesbaden musste Kobel in jedem Spiel hinter sich greifen. Noch nicht einmal konnte er etwas dafür. So auch nicht beim 0:1. Vorher selten geprüft, nach einer Abseitsstellung von Elvedi trotzdem auf dem Posten. Sehr gute Reaktion nach der verunglückten Flanke von Hofmann (54.). Note: 2,0

Manuel Akanji: Nicht so stabil wie in den vergangenen Wochen. Ungewohnt viele Abspielfehler im Aufbau. Fing sich aber im Laufe der Partie. Fühlte sich auch sichtlich wohler in der Viererkette, auf die Marco Rose nach der Pause umstellte. Note: 4,0

Marin Pongracic: Der Chef der neuformierten Dreierkette. Rückte regelmäßig weit mit auf, um das Spiel von hinten aus anzukurbeln, es fehlte allerdings an Abnehmern. War aggressiv in den Zweikämpfen, dann aber auch einige Male zu schluderig, wenn er den Ball am Fuß hatte (32.). Note: 3,0

Mats Hummels: Links in der Dreierkette – mit Sicherheit nicht die Lieblingsposition des 32-Jährigen. Hatte mit den schnellen Außenspielern der Gladbacher so seine Probleme. Bei der Fohlen-Führung durch Zakaria rückt er einen Schritt zu spät raus und sieht so alt aus. Insgesamt aber die beste Zweikampfquote beim BVB. Wichtige Rettungstat in der 79. Minute, als er die Hereingabe von Hofmann abgrätschte. Note: 3,5

Thomas Meunier: Rettete zweimal in allerhöchster Not gegen Netz (39. und 56.) und war wie gegen Istanbul sowie Berlin auch offensiv viel unterwegs – und schlug wieder die eine oder andere gefährliche Flanke. Eine davon führte kurz nach Wiederanpfiff zur besten BVB-Chance. Note: 3,0

Mahmoud Dahoud: In der zehnten Minute mit einem üblen Ballverlust, den daraus resultierenden Gegenangriff der Gladbacher konnte er nur mit einem Foul unterbinden – sah dafür Gelb. War danach weiter bissig in den Zweikämpfen, aus Sicht von Schiedsrichter Aytekin zu bissig. Wollte das nicht wahrhaben und winkte nach einem weiteren Foul hämisch ab. Gelb-Rot (40.). Darf ihm nicht passieren. Es war vermutlich die spielentscheidende Szene. Note: 5,0

Axel Witsel: Ging selten Risiko ein, wählte immer wieder die Sicherheitsvariante und spielte hintenrum. Nahm so aber auch immer wieder Tempo aus dem Dortmunder Spiel. Sein missglückter Hackenversuch brachte Dahoud in Bedrängnis. Die Folge ist bekannt. Note: 4,0

Raphael Guerreiro: Beim Portugiesen gibt es solche und solche Tage. In Mönchengladbach war wieder so einer, an dem er mit allem unzufrieden war. Am meisten wohl mit sich selbst. Die Flanke von Stindl klärte Guerreiro artistisch mit der Hacke – genau in die Füße von Zakaria. Lief sich offensiv oft fest und auch bei ruhenden Bällen (45.) wollte es nicht klappen. Note: 4,5

Jude Bellingham: Stieß immer wieder in die Lücken vor, die die Gladbacher im boten. Immer wieder zeigte er an, wo er den Ball hinhaben wollte. Nur er bekam ihn nicht. Folgerichtig konnte er in der Vorwärtsbewegung wenig Einfluss auf das Spiel nehmen. Hängte sich aber wie gewohnt voll rein. Note: 4,0

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Bundesliga, 6. Spieltag: Borussia Mönchengladbach – BVB 1:0 (1:0)

Donyell Malen: Der Niederländer konnte zwar nicht unbedingt mit Stümer-Attributen glänzen, nur einmal (46.) tauchte er gefährlich im Sechzehner der Gastgeber auf. Dennoch einer der umtriebigsten Dortmunder im Offensivbereich – allerdings ohne nennenswerten Ertrag. Immerhin in der Rückwärtsbewegung – und das hatte Marco Rose von ihm gefordert – deutlich verbessert. Note: 4,5

Youssoufa Moukoko: Der Haaland-Ersatz, der eben noch kein Haaland-Ersatz ist. In Spielen von Anfang an tut sich der Youngster nach wie vor schwer. Bekam absolut keine Schnitte gegen Elvedi und Jantschke. Es fehlt offensichtlich an Abgezocktheit gegen erfahrene Bundesliga-Profis. Aber woher soll die auch kommen mit 16 Jahren. Note: 5,0

Thorgan Hazard (46. für Pongracic): Mit ihm brachte Rose noch einmal Schnelligkeit ins Spiel, die der Belgier aber nur in sehr seltenen Fällen ausspielen konnte. Ist nach seiner Sprunggelenksverletzung offenbar noch nicht bei 100 Prozent. Wäre er es, hätte er den Diagonalball von Witsel vermutlich besser verarbeitet bekommen (86.). Muss in der 90. Minute den Ausgleich machen. Note: 4,0

Ansgar Knauff (57. für Moukoko): Schwierig für den jungen Außenspieler, in Unterzahl große Akzente zu setzen. War aber sehr bemüht, sucht immer wieder das Eins-gegen-Eins. Leider nur selten mit Erfolg. Note: 4,0

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