Wirkungslos gegen Union Berlin: BVB-Kapitän Marco Reus (M.). © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Führungsspieler tauchen erneut ab – Moukoko voll da

Das Bundesliga-Saisonziel des BVB gerät immer mehr in Gefahr. Beim 1:2 gegen Union Berlin tauchen die Führungsspieler erneut ab, nur Youssoufa Moukoko ist voll da. Die Einzelkritik.

Nicht nur die Standardschwäche wurde dem BVB bei Union Berlin zum Verhängnis. In der Hauptstadt leistete sich Dortmund viel zu viele leichte Fehler. Die Dortmunder Spieler in der Einzelkritik:

Roman Bürki: Im Eins-gegen-Eins gegen Awoniyi erfolgreich, da waren 17 Minuten gespielt. Dass er danach nicht mehr eingreifen musste bis zur Pause, war eigentlich ein Wunder bei den vielen Fehlpässen, die seine direkten Vorderleute produzierten. Nach den Gegentoren sichtlich bedient. Note: 3,0

Thomas Meunier: Knapp drei Wochen raus mit einem Muskelfaserriss, das sah man. Eingerostet, sein Ballverlust, der Awoniyi vor Bürki eine gute Schusschance brachte, war abenteuerlich (17.), nur war er damit bei Weitem nicht alleine. Offensiv kam er nicht ins Spiel. Das schwache Comeback setzte sich beim 0:1 fort. Zu weit weg von Prömel, dessen Kopfballverlängerung, den Treffer einleitete (57.). Note: 5,0

Manuel Akanji: Die Ballverluste, die er in den ersten 45 Minuten in Serie produzierte, reichten gleich für mehrere Spiele, eigentlich dürfen sie einem Spieler auf diesem Niveau gar nicht passieren. Glück für Dortmund, dass Union daraus nicht konsequenter Kapital schlug. Bekam keine Souveränität in sein Spiel. Note: 5,0

Mats Hummels: Deutlich stabiler als Akanji, aber auch nicht frei von Fehlern. Behielt in einer zunehmend hektischen Partie immerhin als einer der Wenigen die Übersicht. Konnte damit die Abwehr aber auch nicht zusammenhalten. Sein Rettungsversuch gegen Friedrich (77.) kam zu spät. Zugeteilt war er nicht. Note: 4,0

Raphael Guerreiro: Sein erster Passversuch in die Tiefe fand noch keinen Abnehmer (42.), sein folgender Ball auf Moukoko war äußerst sehenswert (45.). Bezeichnend, dass er die Bälle in beiden Fällen aus dem Zentrum spielte. Sein super Auge allerdings ist eine Waffe: stark sein Pass auf Moukoko vor dem 1:1 (60.). Note: 3,5

Emre Can: Kanalisierte seine Energie nicht immer so gut wie bei der beherzten Grätsche, die Beckers Flanke gerade noch rechtzeitig stoppte. Ließ sich von der Hektik anstecken, auch von ihm sah man in der ersten Hälfte zu viele leichte Fehler. War wohl auch Friedrich zugeteilt, als der zum 1:2 traf. Note: 4,5

Axel Witsel: Das Berliner Pressing durch die Mitte setzte dem Belgier zu. Es blieb insgesamt eine durchwachsene Partie von ihm. Note: 4,5

Marco Reus: Nur 26 Ballkontakte, kein Torschuss, keine Torschussvorlage bis zur Pause. Damit war er aber in guter Gesellschaft. Beste Szene von ihm: der Doppelpass mit Moukoko, der dann aber zu leicht fiel – kein Elfmeter (70.). Danach machte er Platz für Brandt. Es war nicht sein Abend. Note: 5,0

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Jadon Sancho: Ohne Körperlichkeit kann man in der Bundesliga nicht bestehen. Verlor viele Zweikämpfe, verzettelte sich in Dribblings, nur einmal gefährlich, als er nach innen zog und sein Schuss geblockt wurde (8.). Danach war fast jeder Ball weg. Nach der Pause weiter glücklos. Note: 5,0

Giovanni Reyna: Auch er kam schwer in die Gänge. Kaum erfolgreich mit seinen Dribblings, und dann auch noch zu spät gegen 0:1-Torschütze Awoniyi, wobei die Frage erlaubt sein muss, ob er dem Union-Angreifer bei dieser Standardsituation wirklich zugeteilt war. Note: 4,0

Youssoufa Moukoko: Arbeitete sich an Marvin Friedrich ab, da gab es einige Situationen, in denen deutlich wurde, dass es körperlich manchmal noch schwierig ist. Einige Bälle sprangen ihm zu weit weg, doch das ist alles so ziemlich egal, wenn man in den Szenen direkt vor dem Tor voll da ist. Schon bei seinem Pfostenkracher kurz vor der Pause zeigte er seinen Riecher, der ebenso kluge Laufweg ermöglichte ihm dann nach der Pause den nächsten Rekord: Mit links hämmerte er die Kugel ins Netz (60.), Moukoko ist nun auch der jüngste Torschütze der Bundesliga-Historie. Direkt nach dem Tor mit einer weiteren guten Chance (63.). Note: 2,5



Julian Brandt
(72.), Jude Bellingham, Mateu Morey (beide 80.) und Nico Schulz (85.) wurden spät eingewechselt und bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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