Erzielten drei der vier BVB-Tore gegen Union Berlin: Erling Haaland (M.) und Raphael Guerreiro. © imago / RHR-Foto
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Jetzt kann Haaland auch noch Kopfball – Guerreiro garantiert Traumtore

Jetzt trifft Haaland auch per Kopf! Dem BVB-Torjäger gelingt beim 4:2 gegen Union Berlin der mittlerweile obligatorische Doppelpack. Guerreiro garantiert Traumtore. Die Einzelkritik.

Gregor Kobel: Ruhige erste Hälfte für den Schweizer. Union prüfte ihn nur durch einen Schuss von Marvin Friedrich aus 25 Metern, der war kein Problem für den Schlussmann (41.). Bekam deutlich mehr zu tun nach der Pause. Klasse-Reflex beim Kopfball von Ryerson (56.), aufmerksam, als er Teucherts Flanke vor zwei Berlinern abfing (62.), auch bei Ryersons Schuss auf dem Posten (68.). Note: 2,0


Thomas Meunier:
Man merkt, dass er von Spiel zu Spiel mehr Zutrauen in seine Offensivaktionen bekommt. Wie immer mit großem Laufpensum, das brachte ihn auch in eine gute Flankenposition. Butterweich segelte der Ball genau auf den Kopf von Haaland (24.). Dass seine Abspiele nicht immer technisch sauber und dadurch manchmal nur in die Nähe der Mitspieler kommen, war auch gegen Union zu sehen. Diskrete zweite Hälfte, beim Gegentor zum 3:2 im Kopfball schlecht platziert gegen Voglsammer (81.). Note: 3,0

Manuel Akanji: Der lange Ball auf Donyell Malen vor dem 1:0 kam vom Schweizer Innenverteidiger (11.). Defensiv hatte er wie immer die Ruhe weg, Kruse fand kaum statt, auf der Höhe auch, wenn sich Awoniyi mal auf seine Seite bewegte. Note: 3,0

Mats Hummels: Nächster wichtiger Schritt für den Abwehrchef. Mit Awoniyi lieferte er sich rassige Duelle, die er in der deutlichen Mehrzahl gewann. So auch vor dem 2:0, als sein Ballgewinn mit perfektem Tackling den Konter einleitete (24.). Zu Recht mit Gelb bestraft, als ihm der Unioner einmal entwischte (50.). Verteidigt unter Rose deutlich aktiver und weiter vorn als noch unter Lucien Favre. Dann zunehmend müde, vor dem 4:2 winkte er Haaland nach vorne, der Pass kam perfekt. Den Rest erledigte der Norweger. Note: 2,5

Raphael Guerreiro: Traumtore kann er. Traf in Leverkusen sehenswert, das 1:0 gegen Union war nicht minder schön. Mit seinem starken linken Fuß aus spitzem Winkel ins lange Eck, das versetzte den Signal Iduna Park erstmals in Ekstase (11.). Danach solide auf seiner Seite und immer wieder anspielbar. Note: 2,5

Axel Witsel: Seeler-Enkel Öztunali folgte ihm auf Schritt und Tritt. Auch mit permanentem Schatten im Rücken am Ball nicht aus der Ruhe zu bringen. Sich einfach mal foulen zu lassen ist auch ein passables Rezept. Im Stellungsspiel verbessert, nur beim Abseitstor von Awoniyi (2.) klaffte in der Mitte zuvor ein zu großes Loch. Traf Behrens unten am Fuß, ein vertretbarer Elfmeter (57.). Musste hinten raus beißen, da ließen die Kräfte deutlich nach. Note: 3,0

Jude Bellingham: Der Shooting-Star der vergangenen Partien wirkte zunächst etwas müde, erkennbar durch einige Unsauberkeiten in der Annahme. Wie er sich in den Zwischenräumen bewegt und dadurch fast immer anspielbar ist, bleibt bemerkenswert. Erkannte auch die große Lücke im Mittelfeld vor dem 3:0, starker Antritt, perfekter Pass auf Reus, den Rest besorgte Friedrich mit dem Eigentor. Danach hatte er sich auch die Müdigkeit aus den Beinen gelaufen. Note: 3,0

Mahmoud Dahoud: Mit Übersicht erkannte er vor dem 2:0 den freien Meunier, die Verlagerung kam punktgenau. Durch Brandts Verletzung wieder auf der Halbposition, musste sich dort zunächst zurechtfinden. Wenn er auch spielerisch nicht so präsent war wie auf der Sechs, liefert er doch immer die wichtige Portion Aggressivität. Note: 3,5

Marco Reus: Sein erster Kontakt ist auch bei Anspielen unter Bedrängnis meistens sehr sauber, in diesem Punkt gibt es kaum einen besseren Spieler im Kader. Großer Aktionsradius, mit dem er Unions Verteidigung immer wieder beschäftigte. Stark seine direkte Weiterleitung in die Tiefe auf den durchstartenden Guerreiro (47.), perfekt auch sein Laufweg vor dem 3:0 (51.). Setzte noch einen Freistoß an den Pfosten (86.), bestätigte seine gute Form. Note: 2,0

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Bundesliga, 5. Spieltag: BVB – Union Berlin 4:2 (2:0)

Erling Haaland: Sein sechster Saisontreffer war eine der leichteren Übungen, löste sich bei der Flanke von Meunier aber im richtigen Moment von Friedrich – 2:0 (24.). Im Zentrum trat er über weite Strecken danach kaum in Erscheinung, dafür als Wandspieler wertvoll. Dennoch ein eher ruhiges Spiel des Norwegers – bis zur 83. Minute, als er nach Hummels‘ langem Ball erkannte, dass Luthe zu weit vor dem Tor stand und mit seinem Geistesblitz das kurzzeitige Zittern beendete. Note: 2,0

Donyell Malen: Gute Ansätze wie beim Schuss aus 22 Metern, als er seiner guten Ballbehauptung eine Drehung mit schnellem Antritt folgen ließ (18.). Der Versuch der scharfen Hereingabe rutschte ihm dann vom Fuß (19.). Macht Schritte nach vorne, ist aber immer noch weit von den 100 Prozent entfernt. Nach der Pause ließ die Kraft merklich nach, darunter litt auch seine Konzentration, wie beim krassen Fehlpass in den Rücken von Axel Witsel. Kurz danach durfte er duschen. Note: 3,5

Marius Wolf (73. für Malen), Thorgan Hazard (85. für Dahoud), Marin Pongracic (89. für Hummels) und Youssoufa Moukoko (89. für Reus) bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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