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BVB-Einzelkritik: Reus und Haaland liefern Extraklasse – Akanji tadellos

Die Dortmunder Offensive zelebriert im DFB-Pokalfinale ihre Extraklasse. Haaland und Sancho treffen jeweils doppelt, Reus zieht die Fäden. Auch Akanji agiert tadellos. Die BVB-Einzelkritik.

Effizienz und Extraklasse in der Offensive, bestechende Arbeit in der Abwehr: Mit einer Top-Leistung vor allem in Hälfte eins bezwingt der BVB im DFB-Pokalfinale RB Leipzig mit 4:1 (3:0). Dafür gibt es auch ausnahmslos Topnoten. Die Einzelkritik:

Roman Bürki: Stand zuletzt am 22. Januar (2:4 in Mönchengladbach) in der Startelf – die Bewährungschance konnte nicht größer sein als im Pokalfinale. Herausgefordert wurde er erst nach der Pause, als RB wild die Abschlüsse suchte. Besondere Paraden musste er keine zeigen, zweimal half das Aluminium mit (46., 69.). Gegen Dani Olmos Strahl war nichts zu retten (71.), zog gegen Yussuf Poulsen gerade noch rechtzeitig zurück (75.). Note: 2,0

Lukasz Piszczek: Zum sechsten Mal im Endspiel: Das ist BVB-Vereinsrekord! Auch seine Siegquote in der Bundesliga (10/10) ist in dieser Saison einmalig. Mit Übersicht mehrfach dort, wo es brannte, in den direkten Duellen mit Auge, dazu gelegentliche Vorstöße. Kurz vor dem Karriereende der dritte Pokalsieg für den polnischen Oldie. Er fiel schon beim 4:1-Treffer vor Glück auf die Knie. Note: 2,5






Manuel Akanji: Seit Wochen in Topform, in Berlin am Donnerstagabend bestechend. Verlor kaum einen Zweikampf, weder am Boden noch in der Luft, und nie die Übersicht. Erst Hee-Chan Hwang und später Yussuf Poulsen bekamen keinen Stich. Ta-del-los! Note: 1,5

Mats Hummels: Sein achtes (!) DFB-Pokalfinale, so ein Highlight-Spiel ist quasi eine Routine-Angelegenheit für den BVB-Abwehrchef. Souverän und dominant organisierte er Dortmunds Defensive, gab die treffenden Kommandos („Besser mit dem Ball werden“) und führte mit Worten und Taten. Eine echte Säule. Note: 2,0

Raphael Guerreiro: Einer von vier Borussen, die auch 2017 in der Startelf standen neben Bürki, Reus und Piszczek. Anfangs sollte ihn Alexander Sörloth in der Defensive binden, da kam der Portugiese wenig ins Spiel. Nach Wiederanpfiff ließ er den eingewechselten Christopher Nkunku laufen, der Querbalken rettete (46.). Klärte vor dem 1:3 nicht konsequent genug (71.). Machte sicher nicht sein bestes Spiel, es reichte trotzdem. Note: 3,0

Emre Can: Keine 30 Sekunden gespielt, da setzte er mit einem resoluten Einsteigen ein Zeichen. Gegen Leipzigs flexible Offensive musste er unentwegt Räume zulaufen, Zweikämpfe führen. Ein ums andere Mal verlor der BVB im Spielaufbau zu schnell den Ball, da hätte mehr Kontrolle gutgetan. Insgesamt ein unermüdlicher Kämpfer. Note: 2,5

Mahmoud Dahoud: Gesetzt, seit Wochen immer wichtiger. In der Abwehrarbeit bei viel Leipziger Ballbesitz oft unter Druck, erledigte er die meisten Aufgaben gut. Für die Vorlage auf Jadon Sancho zum 1:0 verdiente er sich einen Scorerpunkt, die Einleitung des 3:0 mit einem seiner tiefen Pässe war nicht minder wichtig. Nach 50 Minuten mit Gelb verwarnt, eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt gegen den robusteren Thomas Delaney. Note: 2,0

Jude Bellingham: Mit 17 Jahren und 77 Tagen seit dem Erstrundensieg in Duisburg jüngster Torschütze der BVB-Pokalhistorie. Der „Balldieb“ holte sich früh die Gelbe Karte ab (25.) – und blieb nach der Halbzeit draußen. Note: 2,0

Marco Reus: Klare Ansage: „Wenn wir liefern müssen, liefern wir auch.“ Und der Kapitän lieferte: Starke Balleroberung gegen Kevin Kampl und der Konter führten zur frühen Führung (5.). Auch beim 2:0 entscheidend beteiligt, als er nach einem Fehler von Hee-Chan Hwang blitzschnell auf Erling Haaland weiterleitete (28.). Und das 3:0? Legte auch der Spielführer auf, als er uneigennützig auf Sancho passte (45.). Note: 1,0

Jadon Sancho: Mit acht Scorerpunkten bis zum Finale (vier Treffer, vier Vorlagen) torgefährlichster Spieler im Wettbewerb – und er legte prompt nach: Ein Wackler reichte gegen Nordi Mukiele, der unwiderstehliche Abschluss mit rechts ins hintere Eck, ein Traumtor zum 1:0 (5.). Behielt auch beim 3:0 die Übersicht und Ruhe (45.), konnte aber von Glück sagen, dass der schlampige Rückpass auf Bürki von Leipzig ebenso wenig bestraft wurde (75.) wie sein Aussetzer vor dem leeren Tor (84.). Note: 1,5

Erling Haaland: Zwei Meistertitel und zwei Cupsiege mit Salzburg – reichen dem tor- und titelhungrigen Norweger natürlich längst nicht. Rechtzeitig fit und unnachahmlich zur Stelle: Dayot Upamecano prallte an ihm ab, der Schlenzer mit links flog am wieder chancenlosen Peter Gulacsi vorbei ins Netz, ein echter Haaland (28.). Er selber klärte hinten per Kopf und sorgte dann mit einem so nicht gewollten Abschluss für die Entscheidung (87.). Note: 1,0

Thorgan Hazard: Ersetzte den verwarnten Bellingham, der BVB stellte von 4-3-3 auf 4-2-3-1 um. Hätte das 4:0 erzielen können, war aber nach dem Zuspiel von Reus wohl etwas überrascht und grätschte den Ball vorbei (65.). Das wäre Leipzigs vorzeitiger K.o. gewesen. Note: 2,5

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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