Beim 1:3 in Lissabon überfordert: BVB-Linksverteidiger Nico Schulz (r.). © imago / GlobalImagens
Champions League

BVB-Einzelkritik: Schulz überfordert, Can übermotiviert, Reus taucht ab

Der BVB rutscht in die erste Krise unter Marco Rose. Das Aus in der Champions League ist sportlich wie finanziell ein Tiefschlag. Schulz ist beim 1:3 in Lissabon überfordert, Reus taucht ab. Die Einzelkritik.

Nach dem bitteren 1:3 bei Sporting geht es für Borussia Dortmund im kommenden Jahr in der Europa League weiter. Die BVB-Spieler in der Einzelkritik:


Gregor Kobel:
Bei den Gegentoren war der Schweizer machtlos. Ansonsten der gewohnt sichere Rückhalt, verhinderte kurz nach Wiederanpfiff stark im Eins-gegen-Eins gegen Sarabia das mögliche 0:3. Parierte außerdem den Elfmeter von Goncalves – hatte beim Nachschuss Pech. Note: 2,5


Thomas Meunier:
Als Rechtsverteidiger orientierte er sich häufig nach vorne. Stand vor seinem möglichen Anschlusstreffer im Abseits. Solide. Note: 3,5

Manuel Akanji: Als Abwehrchef häufiger im Fokus als ihm recht sein konnte. Mit aufmerksamem Stellungsspiel verhinderte der Schweizer einige Angriffe Lissabons, klärte vor dem 0:2 noch gut per Grätsche. Letztlich war das wertlos, da Goncalves der Ball vor die Füße prallte und dieser traf. Klärte auch nach Wiederanpfiff gegen Pedro Porro (51.). Note: 2,5


Marin Pongracic:
Der Kroate erhielt als Ersatz für den gesperrten Hummels den Vorzug vor Can und Zagadou. Gerade zu Beginn mit einigen unsauberen (Rück-)Pässen, vereitelte aber auch nach einer halben Stunde einen Konter Sportings, als er vor Pablo Sarabia am Ball war. Note: 4,5


Nico Schulz: Da Guerreiro beim Aufwärmen wegen muskulärer Beschwerden passen musste, rutschte er kurzfristig in die Startelf. Am ersten Gegentor hatte er großen Anteil, als er sich bei einem langen Ball von Coates verschätzte, den Ball unglücklich verlängerte und ihn dadurch Goncalves servierte, der sich diese Einladung nicht entgehen ließ. Zur Halbzeit erlöst. Note: 5,5

Jude Bellingham: Auf der Sechserposition schaltete er sich durchgängig auch in die Offensive mit ein. Wie immer mit viel Willen, aber diesmal ohne entscheidende Impulse. Note: 3,5

Axel Witsel:
Der Belgier präsentierte sich gegenüber dem Stuttgart-Spiel leicht verbessert. Aufmerksam, als er Paulinho den Ball stibitze (22.) und damit einen guten Angriff der Gastgeber unterband. Ebenfalls wichtig: Sein Block beim Schuss von Sarabia (33.). Note: 3,5

Julian Brandt:
War viel unterwegs. Wurde zunächst oft von den Mitspielern gesucht, schickte Malen mit tollem Steilpass (40.) auf die Reise. Gute Flanke vor dem 1:3. Note: 3,5

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Champions League, 5. Spieltag: Sporting – BVB 3:1 (2:0)

Reinier: Der Brasilianer gab sein Startelf-Debüt in der Königsklasse. Er sollte gegen die eher langsam eingestufte Sporting-Defensive mit seiner spielerischen Klasse für Räume sorgen. Wirkte anfangs auch ungewohnt bissig, danach ebbte seine Leistung ab. Note: 4,5

Marco Reus:
Mit seinem 55. Match nun der Borusse mit den meisten Champions-League-Einsätzen für den BVB, überholte in dieser Statistik Lukasz Piszczek. Auf dem Platz setzte der Kapitän aber zu selten zu Überholmanövern an. Im Vorfeld von Trainer Rose noch für seine Führungsqualitäten gelobt, ließ Reus diese über weite Strecken vermissen. Note: 4,0

Donyell Malen: Das Stuttgart-Spiel hatte Marco Rose zur Benchmark für den Niederländer erklärt. Auch der Auftritt in Lissabon geriet ordentlich. Malen prüfte Lissabons Keeper Adan (14.) in der Anfangsphase, scheiterte später am Pfosten (32.). Kurz vor der Pause klärte Inacio noch vor der Linie. Im Hinspiel noch Siegtorschütze, diesmal blieb ihm nur der Ehrentreffer. Note: 3,5

Emre Can:
Nach der Pause für Schulz als Linksverteidiger um Impulse bemüht. Kassierte als Heißsporn einen unnötigen Platzverweis nach seinem Wischer gegen Pedro Porro. Note: 5,0

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