BVB gegen Leipzig ist auch das Duell Lucien Favre gegen Julian Nagelsmann

Bundesliga-Topspiel

BVB gegen Leipzig - dieses Spitzenspiel ist auch das Duell des Lucien Favre gegen Julian Nagelsmann, der im Sommer 2018 eigentlich Dortmund-Trainer werden sollte, es aber nicht werden durfte.

Dortmund

, 17.12.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB gegen Leipzig ist auch das Duell Lucien Favre gegen Julian Nagelsmann

Zwei Trainergenerationen, ein Ziel: Lucien Favre (r.) und Julian Nagelsmann. © imago/Jan Huebner

Julian Nagelsmann kommt zu Besuch. Es ist sein fünftes Spiel im Signal Iduna Park - und das derzeit vielleicht aufregendste deutsche Trainertalent reist mit seinem Klub als Spitzenreiter an. RB Leipzig steht vor dem Topspiel gegen Borussia Dortmund (20.30 Uhr, Sky) dort, wo der BVB am Ende der Saison gerne stünde: ganz oben in der Bundesliga.

Der BVB wählt einen pragmatischen Ansatz

Es steckt viel Brisanz in diesem Duell zwischen dem stolzen Traditionsverein aus Dortmund, der am Donnerstag seinen 110. Geburtstag feiert, und dem Red-Bull-Projekt aus Leipzig, das vor zehn Jahren noch in der Oberliga kickte und nun dank großzügiger finanzieller Unterstützung von Energy-Drink-Papst Dietrich Mateschitz zusammen mit dem BVB unter den besten 16 Teams der Champions League zu finden ist. Um zu verstehen, wie viel Brisanz dieses Topspiel des 16. Spieltags bereithält, reicht ein kurzer Blick auf die Tabelle. Bei einer Dortmunder Niederlage betrüge der Rückstand des BVB auf den Tabellenführer schon stolze sieben Punkte - und der jüngste Aufschwung nach zuletzt vier Siegen in Serie erhielte einen herben Dämpfer.

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Im Falle eines Sieges würde Borussia Dortmund bis auf einen Punkt an RB Leipzig heranrücken, selbst die Herbstmeisterschaft wäre für den BVB im Idealfall noch möglich. Alles Konjunktive. Und grau ist im Leben bekanntlich alle Theorie. Entsprechend pragmatisch kommt der Ansatz des BVB für das Kräftemessen mit den Roten Bullen daher. „Wir haben ein Heimspiel - und das wollen wir gewinnen“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Dortmund und Leipzig kämpfen um Haaland

Doch es ist nicht nur die Tabellen-Konstellation, die dieser Partie eine besondere Note verleiht. Da ist beispielsweise auch das intensive Werben beider Klubs um den vermeintlichen Himmelsstürmer Erling Haaland von Red Bull Salzburg, das die Leipziger bereitwillig in der Öffentlichkeit kommentieren, während sich der BVB in dieser Personalie zugeknöpfter präsentiert als jeder Wintermantel in diesen Tagen.

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Da ist auch die Abneigung vieler BVB-Fans gegen das „Kunstprodukt“ RB Leipzig, die manchmal lustig, manchmal deutlich unterhalb der Humorgrenze zum Ausdruck gebracht wird. Und da ist auch noch die Tatsache, dass bei den Sachsen seit dieser Saison ein Trainer mit bislang großem Erfolg an der Seitenlinie steht, den die Dortmunder Verantwortlichen im Sommer 2018 sehr gerne als Nachfolger von Peter Stöger präsentiert hätten.

Der BVB wollte nicht auf Nagelsmann warten

Auch darüber hat Julian Nagelsmann, wie das so seine Art ist, vor knapp zwei Wochen im „Aktuellen Sportstudio“ sehr offen gesprochen. Es sei Interesse da gewesen, sagte der 32-jährige Fußballlehrer, der ganze 30 Jahre jünger ist als Lucien Favre, sein heutiger Konkurrent an der Seitenlinie. „Aber im Fußball ist Timing und Passung immer das Entscheidende. Es hat einfach nicht gepasst, deswegen bin ich in Dortmund nie Trainer geworden.“ Im Fußball gehe es „immer um den richtigen Moment - und der ist nicht so oft da“.

BVB gegen Leipzig ist auch das Duell Lucien Favre gegen Julian Nagelsmann

© Deltatre

Nagelsmann stand damals in Hoffenheim unter Vertrag - und seine Ausstiegsklausel griff erst ein Jahr später. Der BVB konnte und wollte nicht warten und entschied sich für Favre - und Nagelsmann für ein Engagement in Leipzig, das bereit war, ein „Überbrückungsjahr“ mit Ralf Rangnick als Trainer einzubauen. „Als die Klausel griff, war in Dortmund keine Position mehr frei“, sagt Nagelsmann, der sich den BVB laut eigener Aussage „schon zugetraut“ hätte.

Nagelsmann mit schwacher Quote in Dortmund

Und so erlebt der gebürtige Bayer am Dienstagabend eben erst sein fünftes Fußballspiel als Trainer im Signal Iduna Park. Gewonnen hat er in Dortmund noch nie. Viermal gastierte er mit der TSG Hoffenheim beim BVB, mehr als ein Punkt sprang dabei nicht heraus. Jetzt kommt er erstmals mit RB Leipzig - und die spannendste Frage ist, mit wie viel Vorsprung er wieder geht.

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