Zeitspiel

BVB gegen Leverkusen: Als Kevin Großkreutz das Spiel seines Lebens gelang

BVB gegen Leverkusen: Diese Begegnung verspricht Spektakel. Vor zehn Jahren gelang Dortmund ein entscheidender Schritt zum Titel - und Kevin Großkreutz das Spiel seines Lebens. Unser Zeitspiel.
Kevin Großkreutz hat seine Profikarriere beendet. © picture alliance / dpa

Es gibt im Fußball den Begriff des Schlüsselspiels, also ein Spiel, das eine wichtige Rolle auf dem Weg zum Triumph eingenommen hat. Spieler und Trainer nutzen diesen Begriff teilweise inflationär. Schaut man nur „von Spiel zur Spiel“, wird schließlich jede Begegnung zum Schlüsselspiel. Dabei lässt sich das eigentlich erst in der Nachbetrachtung beurteilen.

Eine Partie, die in diese Kategorie fällt – das kann man mit einem Abstand von fast genau zehn Jahren sicherlich sagen – ist die zwischen Bayer Leverkusen und dem BVB am 18. Spieltag der Saison 2010/2011. Es ist das erste Spiel der Rückrunde. Freitagabend. Fluchtlicht. Erster (Dortmund) gegen Dritter (Leverkusen). Viele Borussen-Fans sind die kurze Auswärtsfahrt nach Leverkusen angetreten. Es ist ein richtungsweisendes Spiel. Das hängt praktisch in der Luft der BayArena.

Kevin Großkreutz sorgt beim BVB-Anhang für Euphorie

Kann der BVB an seine furiose Hinrunde anknüpfen oder schwächt Leverkusen die Welle der Euphorie, auf der die junge Mannschaft von Jürgen Klopp reitet, etwas ab? Das war die Frage vor der Begegnung. Kevin Großkreutz sorgte dafür, dass danach alle die Gewissheit hatten: Das, was man in der ersten Saisonhälfte beobachtet hatte, war kein Zufall. Aufgebauscht vom stürmischen Großkreutz, türmte sich die Borussia danach sogar noch höher auf.

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Zwei Tore erzielte der damals 22-Jährige beim 3:1-Sieg selbst, ein weiteres bereitet er vor. Mit zeitlichem Abstand sagte er, es sei das Spiel seines Lebens und ein Meilenstein auf dem Weg zur Meisterschaft gewesen.

Kevin Großkreutz jubelt gemeinsam mit den BVB-Fans

0:0 steht es nach 45 Minuten, als Lukasz Piszczek in der 49. Minute von der rechten Außenlinie einen Ball weit in den Strafraum wirft. Leverkusens Schwaab will per Kopf klären, trifft das Leder aber mit der Hand – Aufschrei im Stadion – und legt ihn direkt vor die Füße von Großkreutz, der aus fünf Metern einschiebt. Der Borusse reißt kurz die Arme zum Jubel hoch, dreht dann ab, jagt im Vollsprint in Richtung des Auswärtsblocks und springt den Fans in die Arme.

Kevin Großkreutz jubelt gemeinsam mit den BVB-Fans © imago/T-F-Foto © imago/T-F-Foto

Es ist der Startpunkt entscheidender sechs Minuten, in denen der BVB die Werkself demontiert. Nur vier Minuten nach seinem ersten Treffer steht Großkreutz wieder vor dem Leverkusener Tor, nachdem Robert Lewandowski einen langen Ball verlängert und Bayers Manuel Friedrich ein Luftloch getreten hat. Aus 18 Meter überwindet er Rene Adler mit einem Schuss ins rechte Toreck. Und nur weitere zwei Minuten später gewinnt er mit einer Grätsche den Ball gegen Friedrich und leitet ihn zu Mario Götze weiter. Der trifft zum 3:0. Das Ding ist damit durch. Leverkusen kann durch Stefan Kießling nur noch Ergebniskosmetik betreiben

BVB-Matchwinner Großkreutz: „Bekomme immer wieder Gänsehaut“

Zwei Tore und ein Assist: Kevin Großkreutz macht in einer ganz wichtigen Partie das vielleicht beste Spiel seiner Karriere. Jürgen Klopp gibt seinem Mittelfeldspieler die Chance, sich feiern zu lassen, als er ihn in der 87. Minute auswechselt. Die schwarzgelben Anhänger bejubeln ihren Dortmunder Jungen und machen wenige Minuten später mit der ganzen Mannschaft weiter.

„Ich bekomme immer wieder Gänsehaut, wenn ich an die Feier vor dem Block denke“, sagte Kevin Großkreutz später. „Da wussten wir auch, es wird schwer, uns zu stoppen. Das waren Emotionen pur.“ Und die Antwort auf die Meisterfrage war in dieser Saison klar beantwortet. Der BVB stand am Ende ganz oben in der Tabelle und feierte nach neun Jahren wieder eine Meisterschaft. Das Spiel gegen Leverkusen war sicherlich ein Schlüssel zu diesem Erfolg.

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